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Wie gehen wir mit Komplexität um?

16 Kommentare

Das ist interessant: Patrick Fritz beschäftigt sich auf Jahooda mit dem Thema Komplexität. In seinem Beitrag „Komplexität aus dem System nehmen“ hat er seine wichtigsten Fundstücke zusammen gefasst und kommt zu folgendem Ergebnis:

„Ich versuche die Dinge so einfach wie möglich zu halten, mache sie aber auch nicht einfacher wie sie sind.“

Das heißt, um beispielsweise ein komplexes Projekt zu steuern, brauche ich eben auch ein komplexes Steuersystem. Wie aber gehen wir mit Komplexität um? Patrick Fritz hat dazu ein Video entdeckt, in dem Peter Kruse diese Frage beantwortet:

Ein sehenswertes Video, in dem Kruse darlegt, dass es vor allem auf unsere Intuition ankommt. Intuition, und diesen Satz möchte ich hier zitieren,

„ist die Fähigkeit des Gehirns, komplexe Muster zu bilden, jenseits meines Verstehens“,

sagt Kruse. Unseren Versuchen, die Komplexität der Systeme zu verstehen, erteilt er eine Absage und schlägt damit in die gleiche Kerbe wie Claudia Sommer, die auf ihrem Blog Me, myself and I nach der Lektüre von David Weinbergers Buch Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung feststellt:

„Unser Denken in festen Kategorien führt uns auf Dauer nicht weiter, wir müssen lernen, mit Chaos, Unordnung und Unschärfe umzugehen.

Und beide, Claudia Sommer als auch Peter Kruse, geben eine ähnliche Richtung vor, um uns in dieser Welt zurecht zu finden. Für Sommer sind es vor allem die social networks, in denen wir die Informationen finden, die wir brauchen. Peter Kruse gibt uns den Ratschlag:

„Vernetzen Sie sich mit allem, was da ist.“

Dann mal los…

Lesetipp: Was unterscheidet komplizierte und komplexe Aufgaben?

16 Comments Join the Conversation

  1. Hallo Christian,
    angetriggert von Deinem Artikel habe ich jedes auffindbare Video von Kruse angeschaut.🙂
    Es ist so selten geworden, dass Menschen wirklich etwas zu sagen haben, eine gute Mischung aus Sachverstand, Empathie und Lebenserfahrung verständlich transportieren und leben.

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  2. @Michael: danke für den Link zum Interview. es ist zwar ziemlich lang, aber es lohnt sich. Schon der Beginn, bei dem Kruse auf den Unterschied zwischen kollektiver und Schwarmintelligenz hinweist, ist wichtig.

    @Patrick: danke, ich bin jedesmal bei ihm wieder beeindruckt, wie anschaulich er die Dinge auf den Punkt bringt.

    Bei Prof. Kruse würde ich gerne mal ein Seminar oder so was ähnliches machen. Würde sicher Spaß machen, denn ich schätze ihn ähnlich ein wie Martina.

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    • @ Prof. Kruse: Wenn nun jedoch die Relevanz der Intuition eines anderen durch meine eigene Intuition bewertet werden soll, dann stellt sich die Frage, wie relevant meine eigene überhaupt ist (denn die verstandesmäßige Bewertung ist ja verboten🙂 Und so landen wir schließlich bei einer praktischen Anwendung des Radikalen Konstruktivismus oder um es mit H.v. Foerster zu sagen: „Letztendlich zählt, wer die Story interessanter, lustiger und unterhaltsamer erzählt“!

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  3. @ Prof. Kruse 2: Was mir noch eingefallen ist, lt. Prof. Kruse ist ja Intuition gewissermaßen eine Folge von Überforderung. Um Intuition zu trainieren muss man gewohntes, (nicht nur verstandesmäßig) kontrollierbares Terrain verlassen. Das machen die einen, die Mutigen, freiwillig. Die anderen, die Zaghafteren, werden dazu gezwungen, meist durch diverse äußere Ereignisse… und das tut dann manchmal weh.

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    • Ich glaube, das kontrollierbare Terrain haben wir schon lange verlassen. Wir haben es nur noch nicht kapiert. Nimm die aktuellen Bestrebungen den Finanzmarkt zu regulieren, bei denen es darum geht, die Dinge zu verhindern, die in den letzten Jahren schiefgelaufen sind.

      Die nächste „Krise“ kommt bestimmt und sie wird verursacht durch etwas, womit wir natürlich nicht gerechnet haben. Und selbst wenn, dann werden wir sicher nicht vorweg irgendetwas ändern, Stichwort Burning Platform .

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  4. „Ich glaube, das kontrollierbare Terrain haben wir schon lange verlassen. Wir haben es nur noch nicht kapiert“ Ja, aber trotzdem, wird an etwas nach wie vor zäh festgehalten wird, das ist der Glaube an die Kontrollierbarkeit an sich, als eine Art Heilsversprechen. Das was jetzt gerade passiert, ist kein Seitensprung, der sich eh bald wieder normalisieren wird, nein, die überkommenen Strukturen haben zielsicher zu diesem Resultat geführt mit einer Konsequenz sondergleichen. Ich glaube auch, dass man zukünftige Krisen ausrechnen kann – die Frage ist nur, wem es nützt!?

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    • Auf die Gefahr hin, dass ich zu einem Troll mutiere, dessen Existenz ich erst kürzlich in deinem blog zur kenntnis genommen habe, und dieses Bild entzückt mich irgendwie… Auch die gegenwärtige Krise haben nicht wenige vorausgesehen. Schau z.B. ich war sicher nicht der einzige, der sich angesichts jedes SUVs dachte, wozu so große so fette Autos, die viel Sprit brauchen, was wiederum niemand braucht… Aber ich habe meine Kritik, autoritätshörig, wie wir mal nun erzogen werden, denen gegenüber, die angeblich alles unter Kontrolle haben, für mich behalten. Da braucht man nichts auszurechen , da ist alles klar.

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  5. Ok, mein Fehler, dass ich hier den Troll thematisiert habe.🙂

    Spaß beiseite: Die Begriffe Voraussehen und Ausrechnen unterscheiden sich aber schon ein klein wenig. Und selbst beim Voraussehen wäre ich vorsichtig. Befürchtet haben wir es, vom Voraussehen sprechen wir dann meist erst im Nachhinein…

    Wo Du aber Recht hast: die Zeit, wo wir alles Gott ergeben hinnehmen, sollte vorbei sein. Banken so in den Ruin zu treiben, das hätte ich wahrscheinlich auch hinbekommen.

    Aber ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben: es geht nicht nur um die Banken und Unternehmen, es geht auch um uns. Im Kleinen haben wir doch auch alle Bedenken über Bord geworfen, wenn es nur billig war…

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    • Kann heute nicht aufhören, Dir zu antworten: OK, ich werde in Zukunft genauer mit den Begriffen sein – versprochen.
      Möchte jedoch auf die sich bereits im Platzen befindliche nächste Blase hinweisen und zitiere an dieser Stelle Herrn Wolf Lotter: „Der Künstler hat sich zu einem Pausenclown entwickelt. Die Kreativen sitzen wie Hofnarren in Seifenblasen fest. Jetzt müssen sie sich in Prozesse integrieren, die was bringen“.
      Schluss mit cool und Umhängetasche.

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