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Kulturmanagement: welche Ausbildung ist die richtige?

8 Kommentare

Ich bin gestern gefragt worden, ob es, wenn man als KulturmanagerIn in größeren Strukturen arbeiten möchte, sinnvoller ist, einen ganz normalen MBA zu machen oder sich für ein Kulturmanagement-Studium zu entscheiden? ich muss gestehen, eine Antwort darauf ist gar nicht so einfach.

Fakt ist, vor allem die größeren Kulturbetriebe legen Wert auf eine entsprechende Ausbildung und ihnen ist auch wichtig, dass einem, um es mal vorsichtig zu formulieren, Kunst und Kultur nicht völlig fremd sind. Aber selbst ohne diese Erfahrungen gibt es ja doch immer wieder QuereinsteigerInnen.

Zurück zur Ausbildung: was ist aber wirklich sinnvoller? Ich habe mir mal zwei Angebote herausgegriffen, zum einen den Danube MBA der Donau-Universität in Krems und auf der anderen Seite das Masterstudium Kulturmanagement an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg.

Beide Studienangebote sind berufsbegleitend und dauern ungefähr gleich lang (4 bis 5 Semester). Mich interessieren jetzt auch gar nicht die Kosten, sondern die Inhalte der beiden Lehrgänge. Der Danube MBA ist – logischerweise – nicht auf eine Branche konzentriert, sondern offen gehalten. Das Studienangebot in Ludwigsburg enthält ähnliche Elemente, konzentriert sich aber – auch nicht überraschend – auf den Kunst- und Kulturbereich.

Angenommen, Sie streben in einem mittleren oder größeren Kulturbetrieb eine Führungsrolle an. Für welchen der beiden Studienangebote würden Sie sich entscheiden und warum? Mir geht es dabei nicht um die Frage, welches Angebot besser oder schlechter ist, sondern welche Inhalte wichtig sind, um für eine Führungsposition im Kunst- und Kulturbereich gerüstet zu sein.

Das impliziert die Frage, ob man für eine solche Position mehr auf Qualifikationen im Bereich Management setzen sollte oder über entsprechendes (Erfahrungs-)Wissen im Kunst- und Kulturbereich. Die Antwort „ich möchte gerne beides machen“ gilt übrigens nicht. Das würde mir zwar auch gefallen🙂 , aber so ein Weg ist in der Realität keine wirklich Option, aus finanziellen, aber auch aus zeitlichen Gründen. Ich bin gespannt, was Sie dazu meinen.

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  1. Es handelt sich ja in beiden Fällen um Weiterbildungsstudiengänge. Insofern hängt doch die Entscheidung für das eine oder das eine wesentlich von der Erstausbildung ab. Grob gesagt: Wer eine wirtschaftswissenschaftlich orientierte Erstausbildung hat, braucht einen MBA nicht, für jemanden mit einer geisteswissenschaftlichen Erstausbildung ist es dagegen interessant und sinnvoll. Umgekehrt gilt es für den KM-Master mit dem Vorteil, dass einem hier vielleicht gewisse Transferleistungen abgenommen werden. Aber in der praktischen Arbeit muss man die dann so oder so erbringen.

    Auch sind die Anforderungen in den einzelnen Kultursparten sehr unterschiedlich. Im Theater ist die formale Qualifikation letzten Endes wenig ausschlaggebend für eine Führungsposition. Unter Theaterintendanten gibt es Juristen, Schauspieler, Germanisten etc. In Museen geht es hingegen vor allem um wissenschaftliche Qualifikation im jeweiligen Fachgebiet. In dem Fall sollte man lieber eine Promotion in Kunstgeschichte oder Mediävistik o.ä. erwägen anstatt einen MBA oder Master zu machen.

    Grundsätzlich lässt sich deswegen glaube ich nicht sagen, welche Ausbildung die richtige ist.

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  2. Stimmt alles, was Du schreibst. Eine klare und eindeutig vorgegebene Richtung gibt es also nicht, das sehe ich ähnlich.

    Bleibt die Frage, wer mich, wenn ich als StudentIn vor dieser Entscheidung stehe, entsprechend berät? Werbung gibt es, das ist klar, aber gibt es auch Beratung?

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  3. Soweit ich weiß gibts zu vielen MBAs Infoveranstaltungen, wo das Programm vorgestellt wird und man mit den Studienleitern sprechen kann. Zumindest bei den privaten Unis, denn die verdienen ja gut Geld damit. Ansonsten sollte man es doch machen wie beim Erststudium oder? In die Uni gehen, Vorlesungen hören, mit Studenten und evtl. Dozenten reden etc. Dann bekommt man sicher ein gutes Gespür.

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  4. Das wäre eigentlich mal wieder ein Thema für den berühmt berüchtigten Fachverband – Beratung von Studenten und potentiellen Studenten.

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  5. Pingback: Kulturblogger › Ohne Strategie: Kulturmanagement-Studiengänge

  6. Nun ist dieser Thread zwar schon einige Monate alt, trotzdem hier noch eine Anmerkung: Die Hochschule Merseburg bietet eine Kombination aus beidem an: Kulturmanagement/-marketing mit MBA-Abschluss, berufsbegleitend über 6 Semester. Man muss sich also nicht zwangsläufig zwischen zwei Karrierezweigen entscheiden.

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  7. @Caroline Wolff: danke für den Hinweis. Ich habe mir gerade die einzelnen Module angesehen, die auf der Website im Überblick dargestellt werden. Worin liegt Ihrer Meinung nach der Unterschied zwischen einem allgemeinen MBA und dem in Merseburg angebotenen Studiengang? Mir sind die beiden Themenbereiche Kulturmarekting und Kultur und Tourismus aufgefallen. Gibt es sonst noch Unterschiede?

    Interessieren würde mich auch, inwieweit das Thema Social Media eine Rolle spielt.

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    • Einer der deutlichsten Unterschiede besteht sicher darin, dass alle Module mit einem eindeutigen Fokus auf den Kultur- und Kreativsektor versehen sind. Und damit geht der studiengang in besonderem Maße auf die Besonderheiten dieses Marktein, der ja in seiner Struktur und seinen Prozessen durchaus verschieden zu anderen Wirtschaftszweigen ist.

      Daneben erfolgt die Lehre zu großen Teilen durch Experten aus der kulturellen Praxis, sodass für die Studierenden hier Managementwissen von Kulturpraktikern greifbar wird.

      Und nicht zuletzt besteht ein Unterschied darin, dass die TeilnehmerInnen aus dem kulturellen Sektor stammen🙂.

      Der Themenbereich der social media ist Teil des Moduls zu den Gestaltungsinstrumenten des Kulturmarketing, ist aber insgesamt in der Marketing-Lehre ja noch ein wenig unterrepräsentiert.

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