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Die Kulturflatrate in zehn Minuten erklärt

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CD
© Grace Winter; Pixelio

Der Musikindustrie bzw. denen, die jahrelang das große Geschäft gemacht haben, geht es schlecht, keine Frage. Das Internet hat deren Geschäftsmodell obsolet gemacht, die Produktion von CDs lohnt sich immer weniger, die Verkaufszahlen sinken dramatisch. Schuld daran sind die zahlreichen Filesharing-Angebote, die es den UserInnen leicht machen, an jeden gewünschten Titel zu kommen, ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Die Strategie, all diejenigen, die Musik illegal aus dem Internet laden, zu kriminalisieren, ist gescheitert. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Prozesse, die die Musikindustrie gegen einzelne UserInnen anstrengt, der Vergangenheit angehören. Was aber sind die Alternativen?

Häufig wird die Kulturflatrate als ein möglicher Ausweg genannt. Was aber ist die Kulturflatrate überhaupt und wie funktioniert sie? Auf dem Blog Arbeit2.0 habe ich den Hinweis auf eine Sendung im Deutschlandradio Kultur entdeckt, die dort letzten Samstag ausgestrahlt wurde. In einem etwa zehnminütigen Beitrag ging es um die Frage, ob die Kulturflatrate ein letzter Ausweg für Musikindustrie und Kreativwirtschaft sei? Den Beitrag können Sie hier noch einmal anhören.

Warum eine Kulturflatrate unsinnig ist, hat Marcel Weiss nicht nur einmal auf dem netzwertig-Blog zu erklären versucht. Ich gebe ihm größtenteils Recht und behaupte, dass sich die Menschheit fundamental ändern müsste, damit so ein Modell funktionieren kann.

Einer der Kritikpunkte, die Marcel Weiss anspricht: das Modell der Kulturflatrate würde nur wieder den „Großen“ in die Hände spielen, denn pauschal ist bei diesem Modell ja nur das Einheben der Gebühr. Ausgezahlt hingegen würde nach den Download-Zahlen und damit hätten wir eigentlich wieder den früheren Status Quo hergestellt, die kleinen, unbekannten und selten gespielten Gruppen würden wieder durch die Finger schauen und die Großen könnten sich  zurücklehnen und zusehen, wie andere (z.B. die Provider) für sie das Geld einkassieren.

Marcel Weiss hat auch Recht, wenn er darauf hinweist, dass wir es schnell nicht nur mit der Musikindustrie zu tun hätten, sondern mit allen Content-Anbietern, für die es bis jetzt kein funktionierendes Geschäftsmodell gibt. Und das sind einige, da können wir sicher sein. Warum sollte nicht auch ich von irgendeiner Content-Flatrate profitieren können? Ist die Qualität meiner Beiträge schlechter als irgendein blöder Song? Um Qualität würde es da nicht gehen.

Nein, wenn wir schon an das Gute im Menschen glauben sollenwollen, dann probieren wir es doch bitte mit dem Fairness-Ansatz, den ich vor ein paar Tagen in einem Beitrag angesprochen habe. Aber eigentlich wollte ich ja nur auf die zehnminütige Sendung hinweisen.

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