Beitragsformat

Warum Künstlerplattformen nicht funktionieren

45 Kommentare

I Vote For Art

Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber solche Plattformen wie I Vote For Art (Update 21.06.2015: existiert mittlerweile nicht mehr) sind sicherlich nicht der richtige Weg, um KünstlerInnen den Online-Verkauf Ihrer Kunstwerke zu ermöglichen. Solche Plattformen werden auch nicht dazu beitragen, dass sich das Internet als Vertriebskanal etabliert.

In diesem Fall ist die Aufmachung billig, die Qualität auch und die Preise entsprechen dem auf traurige Weise. Es gibt meiner Meinung nach mehrere Gründe, warum diese Plattformen nicht funktionieren:

  1. Diese Plattformen machen für mich immer den Eindruck, dass hier in erster Linie KünstlerInnen angeworben werden sollen, um sich anzumelden und dann darauf zu warten, dass ihre Kunstwerke verkauft werden. Das ist der verkehrte Ansatzpunkt: das Angebot muss sich an die KäuferInnen von Kunst richten.
  2. Bildende Kunst verkauft sich online, wenn überhaupt, nur im Billigsegment. Irgendjemand hat mal von Posterqualität gesprochen, was es recht gut trifft. Bilder z.B. sprechen einen auch auf der emotionalen Ebene an, was auf der virtuellen Ebene nicht funktionieren kann. Ein Poster für 5 Euro kaufe ich gerne auch online, das Risiko, mich dabei zu vertun, ist gering. Bei einem Kunstwerk mit einem Wert von ein paar hundert oder tausend Euro geht wohl kaum jemand das Risiko ein.
  3. Mittlerweile reiht sich Plattform an Plattform, was dazu führt, dass immer mehr Plattformen immer weniger KünstlerInnen anwerben können. Damit kann keine kritische Masse erreicht werden, was die Sache für die Kundenseite vollends unattraktiv macht. Auf diese Weise ist noch nicht mal mehr gutes Marketing möglich.

Meine Schlussfolgerung: Social Media und damit auch Plattformen sind hilfreich, wenn es für bildende KünsterInnen darum geht, auf sich aufmerksam zu machen, sich zu vernetzen, mit anderen Menschen zu kommunizieren, was auch immer. Das Geschäft wird aber nicht online, sondern offline abgeschlossen. Wer das nicht erkennen will, setzt aufs falsche Pferd.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen:  solche Plattformen wie I Vote For Art schaden dem Kunst- und Kulturbereich und sollten gemieden werden.

45 Comments Join the Conversation

  1. Das kann ich nur bestätigen. Ich habe mich vor einiger Zeit bei so einer Plattform angemeldet. Das funktionierte damals sogar nur mit Einladung. Ich hab dann auch ein paar Künstler eingeladen, die ich ohnehin schon von woanders kannte. Kennengelernt habe ich nur andere Künstler, keine Kunstinteressierten. Von gesprächsbereiten Galeristen ganz zu schweigen.

    Viel passiert ist nicht, da die meisten Interaktionsmöglichkeiten nicht richtig funktionierten. Irgendwann habe ich dann bemerkt, dass ich mich schon seit Monaten nicht mehr dort eingeloggt und auch keine Benachrichtigung mehr bekommen hatte. Da habe ich meinen Account gelöscht.

    Ich setze statt dessen aufs (Mikro-)Bloggen und meine gute alte Website.

    Gefällt mir

    Antworten

  2. Hallo Christian,

    ich bin voll und ganz Deiner Meinung diese Art der Kunstpräsentation ist kulturelle Umweltverschmutzung. Ich hörte neulich von der Idee Saatchi dadurch zu verstopfen, das man unter „Pseudonymen“ ohne Ende grausamste Bilder und Pornografie einstellt frei nach dem Moto, die Kunst schlägt zurück. Ich fand die Idee irgendwie sexi😉

    Gefällt mir

    Antworten

  3. @Illuman: die Idee hat was, stimmt.

    Schade, dass die Entwicklung von Künstlerplattformen in diese Richtung geht. Hier wird bewusst auf die schwierige Lage von KünstlerInnen gesetzt und ihnen suggeriert, dass man auf diesen Plattformen seine Kunstwerke verkaufen könne.

    Ich warte noch immer auf die Plattform, die sich bereit erklärt, die entsprechenden „Erfolgszahlen“ vorzulegen. Interessieren würde mich:
    – wie viele Kunstwerke werden auf der Plattform angeboten?
    – wie viele Kunstwerke werden pro Monat verkauft?
    – welcher Durchschnittspreis wird damit erzielt?
    – wie lange dauert es durchschnittlich, bis sich eine KäuferIn findet?
    – wie ist das Verhältnis zwischen Anbieter und Nachfrager?

    Wer diese Zahlen nicht liefert, verschone mich bitte mit dem Hinweis, die eigene Plattform sei erfolgreich.

    Gefällt mir

    Antworten

  4. Danke für die klaren Worte! Ich teile deine Meinung, solche Plattformen wie das vorgestellte Beispiel sind ziemlich sinnlos. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass diese nur dazu beitragen KünstlerInnen von PR für sich selbst abzuhalten, dort wo es was bringt.

    Gefällt mir

    Antworten

  5. @TBA_Magazin: Mal abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei beiden Plattfomen nicht um Verkaufsplattformen handelt: was funktioniert da jetzt gut daran? Welche Kriterien werden da zur Bewertung hinzugezogen, damit sich so etwas behaupten lässt?

    Gefällt mir

    Antworten

  6. Interessant wird es dann, wenn man sich Apetitt holen kann – Online Galerien / Plattformen, auf denen verschiedene Künstler angeboten/ausgestellt werden, haben mir zum einen schon oft einen Weg erspart (hätte ich nicht vorher nachgeschaut, wäre ich womöglich in die Ausstellung gegangen!) und zum anderen wunderbare Live-Momente beschert🙂
    Verdienen kann man über diese Plattformen nicht, wenn man sich allein auf sie beschränkt. So lange es jedoch genug Menschen gibt, die an den Erfolg von Internet, einzig Internet und allein Internet glauben (und die gibt es tatsächlich noch) und so lange gerade die Kunstschaffenden nicht bereit sind, über den Tellerrand zu springen sondern immer nur mal vorsichtig drüberlugen, so lang werden diese seltsamen Online-Plattformen wie Pilze aus dem Boden schießen.
    Gut finde ich seen.by und gut finde ich auch photography-now.com
    Da stecken allerdings auch Menschen, die sich Mühe geben und dranbleiben.
    Massenvertriebsplattformen schaden tatsächlich – mir sagte mal ein Redakteur, wer als Fotograf da und da vertreten sei, der würde als Kunstschaffender nicht mehr ernst genommen… das sollte zu denken geben.

    Gefällt mir

    Antworten

    • Ich meine es hilft uns schon wenn ein Anbieter nicht eine endlose „line extension“ betreibt (Erweiterung seines Programmes für einen umfangreichen Absatz)und nur Fotografen oder nur Kunstfotografen oder Akt-,bzw. Landschaftsphotografen bedient. Allerdings ist das Wunschdenken zu hoffen, dass dies getan wird. Gleichwohl verwässert der Anbieter seine Position in Nichtbeachtung dieses „Marketinggesetzes“, welches Ries and Trout lokalisiert haben. Wenn wir eine Art „Genealogie“ für visuelle Kunst (Originaltors Charakteristiken, Stil, usw.) hätten und dieser lange Katalog von vielen Anbietern untereinander aufgeteilt würde, so würden diese Leute nicht in die „line extension“ Falle geraten, wie bei den beiden genannten Autoren beschrieben. So aber reißen sie den gesamten Markt mit in diese Verallgemeinerung. Das könnten Anzeichen sein, dass hier noch eine gewisse Bonanzastimmung herrscht. Allerdings scheint der Kuchen klein, vgl. Blog von Kunstkopie.de und stimmt die Theorie der genannten Autoren, so kommt es meiner Meinung nach zwangsläufig zur Spezialisierung, wenn die Knochen abgenagt sind. Tragisch für alle Beteiligten, diese Teilnahmslosigkeit. Nicht zuletzt wurde die Situation auch von der Druckerindustrie beschleunigt. Schon letztes Jahr hörte ich einen Verkäufer ausplaudern, dass der Markt den Sättigungspunkt erreicht hat. Wenn also jeder Großformatdrucker um die Ecke das kann, so kommt das Cloud-Printing oder wie es vorher hieß das Web to Print noch hinzu. Danach folgt das Vermarkten von Reproduktionen über die künstlerseitig betriebene Bildagentur, bei der man die Rechte herunterlädt und drucken lässt wo man will. Interessante Aussichten. Eine Lösung, neben dem „digitalen Kurator“ den das Blog hier erwähnt, sehe ich das größte Potential für lebende Künstler, dass die ästhetische Wahrnehmungsverzögerung erleuchtet wird und die Toten im Museum bleiben. Von denen ernähren sich Drucker redlich durch erworbene Lizenzen. Die Lebendigen können dann wenigstens Reproduktionen verkaufen. Der Trend müsste sowieso dahin gehen, denn für das selbe Geld, will der Konsument immer mehr, wobei das auch andere Beteiligte Kräfte möchten und dies die Spirale beschleunigt. Ersatz, also Reproduktion, muss dann her. Man sieht selbst auf kurze Distanz einen Unterschied zwischen Original und Reproduktion nicht mehr.

      Gefällt 1 Person

      Antworten

  7. Ich denke, wirklich entscheidend ist, was du unter Punkt 2 ansprichst. Analoge Kunst, die einfach nicht auf digitale Kanäle zugeschnitten ist, hat es im Netz immer schwer, ihre Faszination zu vermitteln, weil sie dort nur aus zweiter Hand existiert. Das gilt für Bilder ebenso wie für klassische Musik. Es funktioniert nicht gar nicht, aber es ist immer nur ein schlechter Abklatsch gegenüber dem nicht-virtuellen Erlebnis.

    Gefällt mir

    Antworten

  8. @Tilla_Pe: Stimmt, darin sehe ich eigentlich auch die Stärke solcher Plattformen. Würden sie sich darauf konzentrieren, wären die Ergebnisse wahrscheinlich auch ganz andere. Die Schwerpunkte müssten ganz anders gesetzt werden. Wenn ich mir anschaue, wie lieblos manche Plattformen aussehen, kann ich nur den Kopf schütteln.

    @Christian: Auf den Punkt gebracht!

    Gefällt mir

    Antworten

  9. ich denke, dass viele service.portale nur realisiert wurden in hoffnung auf hohe daily.clickrates mit folgenden werbeklicks…

    schon auf basis virtuellen screen.sehens kunst verkaufen wollen: halte ich für komplett (!) unrealistisch (bei teureren Zeichnungen, objekten wohl ohnehin) …und auch unangebracht: interessenten und eigener einstellung einer wahrnehmung der arbeiten gegenüber (solange das nicht net.kunst oder pure fotografie ist).

    kunst.portale bieten: bestenfalls hilfreiche verweise auf eigene website (auf der selbst (!) entschieden wird über darstellungs-auflösung, wahrnehmungs-qualität, tiefe…

    mir bedeuten diese möglichkeiten digitaler präsenz: mix aus massnahmen, die (mindestens) einige backlinks bringen (gut für google et al. ranking), wobei ich darauf achte, nicht in portalen aufzutauchen, deren arbeiten oft bilderabteilungen von baumärkten und chichi.galerien entsprechen oder deren gestaltung keine qualitäten zeigt… das sind viele.

    ———-

    frage also,
    wie müsste, sollte, könnte denn :: ein ‚portal‘ aussehen, das explizit kunst verkaufen will/soll ? … wie ?

    ich denke: es könnte ein portal sein, das einer art datenbank gleicht, in der nach themen, stilen, preisen, grössen, techniken, orten etc. etc… gesucht / gefunden werden kann – dann diese gelistet werden (ranking.kriterien einstellbar !) :: und ab dann: wie eine linksammlung -> auf des künstlers website verweisen… könnte sowas gar ‚druck‘ machen, dass künstler mehr und schneller eine eigene website realisieren !

    – portale wie http://www.kulturserver.de gehen ja in solche richtung, bieten aber nicht o.g. datenbank.typische abfragen …

    – denke ich an die website der vereinigung weltweiter antiquare (chapeau!) http://www.zvab.com … die haben das mit ‚alten büchern‘ erfolgreich (!!) realisiert. wir künstler (und: die werthen kultur.manager !) mit ‚kultur‘ und unseren ‚bildern‘ noch nicht !

    michael
    art meets science

    Gefällt mir

    Antworten

  10. @michael: ich denke, um Bilder in Posterqualität zu verkaufen, genügt eine einfache Plattform, auf die möglichst viele UserInnen zugreifen, damit sich das Geschäft lohnt, für beide Seiten.

    Die Frage, wie eine Plattform aussehen müsste, auf der qualitativ hochwertige Kunst verkauft wird, kann ich natürlich nur aus meiner Sicht beantworten: egal wie sie aussieht, Bilder, die ein paar tausend Euro Wert sind, lassen sich nicht online verkaufen.

    Beim Kulturserver geht es um Veranstaltungshinweise. Da gibt es mittlerweile genügend Angebote, wir müssen uns also nur das raussuchen, das unseren Vorstellungen am ehesten entspricht.

    Bei alten Büchern schaut die Sache natürlich auch wieder anders aus. Erstens würde ich zwischen einem gemalten Bild und einem Buch unterscheiden wollen. Wenn ich Goethes „Faust“ suche, dann muss ich mir in der Regel keine Sorge machen. Den Inhalt kenne ich (wahrscheinlich) und wenn der Zustand des Buches zu schlecht ist, geht es wieder retour.

    Bei einem Bild weiß ich nicht unbedingt, was mich erwartet und außerdem reden wir auch hier wieder von ganz anderen Summen. Die meisten Bücher kosten auf der ZVAB-Seite unter 100 Euro. Hochklassige Bilder kosten hingegen ein paar tausend Euro. Die legt niemand auf den Tisch, wenn er im Internet ein kleines Bild davon gesehen hat.

    Insofern sehe ich die Aufgabe von Portalen so wie Du: es geht darum, einen ersten Eindruck zu hinterlassen und die Leute dorthin zu bringen, wo die Bilder dann verkauft werden. In der Galerie, Ausstellung, etc.

    Gefällt mir

    Antworten

  11. @christian: klar, dass wir uns hier nicht den kopf zerbrechen über poster.plots etc und deren verkäufe – mein vergleich mit den büchern (zvab,com) hinkt natürlich !

    dennoch: ich meine eine vergleichbare datenbank (wie zvab), deren bestand thematisch (!) getagged, datenbanktypisch durchsuchbar ist. solche zu füllen würde interessant sein für kunst-interessierte und künstler: es geht mir um den nutzen für interessierte und anbieter solch thematischer suchergebnisse – die auch noch lokal ein/ausgrenzbar wären. das netz bietet eine reichweite, die eine typische galerie nicht erreichen kann… auch die platform kulturserver.de listet keineswegs nur veranstaltungen: alle kulturschaffenden sind da mit ihren profilen präsent (und link zu ihren websites/phones/homeaddress) …und nach einigen kriterien und auch lokal schon ein/ausgrenzbar …

    thematisch zustandegekommene kontakte sind nach meiner erfahrung: interessante kontakte. und das meint ja gerade nicht: dieses bildchen-blättern, das uns künstlern etwas ‚ausstellung‘ suggeriert…

    solch kunst-spezifische datenbank, art[ist]-search würde eben auch nur kunst-relevante ergebnisse liefern. und nicht künstlerseiten zwischen allen möglichen und unmöglichen suchergebnissen.

    zum thema ‚hohe preise‘: auch oldtimer werden über spezifische informationen gesucht, gefunden, virtuell betrachtet …um dann vor ort besichtigt und gekauft zu werden (und da reden wir auch von grösseren summen). der weg dahin braucht information. je spezifischer, desto besser, desto weniger suchergebnisse…

    solange nicht inhaltlich/thematisch gesucht werden kann, solange werden eben ‚bildchen geblättert’… die man evtl. garnicht sehen will (?).

    natürlich: solange das nicht exzellent gemacht ist, geht es natürlich nicht.
    aber das wird kommen. content.basiertes-suchen wird diese virtuellen (?), bessergesagt re-analogisierten oberflächlichkeiten von kunst.präsenz ersetzen lernen.

    viele künstler.websites zeigen ja bilder ohne texte (tagging, descriptive.keywording)… in dieses defizit hinein könnte eine platform stossen (um als resultat auf künstler-websites oder atelier-adressen zu verweisen. es gibt neben verkäufen durch galerien/ausstellungen ja auch den direktverkauf. und solch eine platform könnte auch website als templates zur verfügung stellen, inkl. seo.anleitung.

    sowas wird auch kommen (von kultur.managern? oder durch verfeinerung/weiterentwicklung der nationalen kultur.server). das wird sich weiter-entwickeln!

    fazit: das geschäft wird nicht online abgeschlossen. aber wenn’s so zustandekam: dann doch online.

    denk ich so.
    art meets science

    Gefällt mir

    Antworten

  12. Ich kann nur für Bücher und Fotografie sprechen – denn da kenne ich mich aus😉
    Das zvab ist eine wunderbare Plattform, das ist richtig – aber wie Christian sehe ich das Buch als solches „leichter vermittelbar“ als ein Kunstwerk.Ein Kunstwerk muss verzaubern, beeindrucken, sprachlos machen damit ich es (für viel Geld) kaufe. Dem digitalen Abklatsch eines Kunstwerks gelingt es selten (selten deshalb, weil ich ausreichend über Fotografie weiß und deswegen einschätzen kann, wie das Bild „in echt“ aussehen könnte) mich zu überzeugen. Das Internet kann also nur neugierig machen. Da müsste man meines Erachtens einhaken – neugierig machen auf Kunst. Nun ist das schon (ich beziehe mich mal wieder auf die Fotografie) im realen Leben schwierig, wie soll das virtuell zu schaffen sein? Wie soll sich ein Plattform aus dem Bilderdschungel hervorheben und neugierig machen? Die wenigsten Nutzer des www können und wollen tatsächlich sagen, sie hätten gerne Kunst über eine Wurschtsemmel und dann nach dem Schlagwort „Wurschtsemmel“ suchen, sich die Wurschtsemmel-Künstler aussuchen, besuchen und ihre Werke betrachten. Mir läuft Kunst meist völlig unerwartet über den Weg. Unerwartet und ungeplant, d.h. nicht verschlagwortet. Ich geh nicht los und suche nach einem Bild mit einer Wäscheleine! Das Bild findet mich – und hat es mit seinem Ausdruck und dem Können des Künstlers geschafft, an meine Wand zu kommen, nicht weil ich den Künstler vorher kannte oder nach „Wäscheleine“ gesucht habe;)

    Wer entscheidet überhaupt, ob das Wurschtsemmelangebot, das um Einlass auf einer solchen Plattform bittet, Kunst ist?
    Bücher sind fassbar – Kunst nicht. Das macht den gravierenden Unterschied zwischen zvab und einer angedachten art[ist]-search aus.

    Gefällt 1 Person

    Antworten

    • @Tilla: Mit Großformatigen Reproduktionen, die ich selbst mache, habe ich aus geringer Distanz keinen Unterschied zwischen Original und Reproduktion sehen können. Das ist der Stand. Ich nehme dies dann in die Hand. Erst in diesem Augenblick verliert die Reproduktion. Da gab es einen Kunstkritiker, Walter Benjamin, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ der das zuerst publiziert hat, diese Beobachtung. Allerdings sehe ich Deinen Punkt insofern, dass die Haptik fehlt wenn man die Reproduktion „handhabt“. Vielleicht fehlen auch noch andere Wahrnehmungen. Die Qualität des „Filmmaterials“, die digitalen Dateien, welche der Verleger/Drucker bekommt, sind gewiss oft nicht zureichend. Aber es gibt Anbieter wie Kunstkopie.de die sehr hohe Ansprüche an den Künstler stellen. Gleichwohl sehe ich auch Deinen Punkt, dass File oder Datei einer genauen Untersuchung nicht stand halten. Es gibt immer wieder Verzerrungen, usw. Bei jeder neuen Auflösung muss man neu bearbeiten um den „Schein“ zu wahren. Allerdings kann man dies mit dem Vergrößerungsglas oft gar nicht feststellen und grafische Monitore sind zu klein um wirklich an solchen Feinheiten arbeiten zu können. Es ist immer ein Glauben machen und immer nicht perfekt sondern nur Annäherung. Wer das versteht, tun Käufer normal nicht, der kann da schon unzufrieden sein. Gute Anbieter machen einen Vorabdruck auf DIN A4, da kann man schon genug sehen. Freilich darf man da nicht allzu viel auf DIN von +/- 5% Abweichung pochen, weil hier nicht mit den Standards gearbeitet wird, wie etwa für die Verpackungsindustrie. Da ist gewiss noch vieles offen. Ein weiterer Punkt den Du ansprichst ist Kunst mit Begegnung, zufällig. Sie brauch Aufmerksamkeit, Interesse, Absicht, usw., eine ganze Menge an Wahrnehmungen und Bewusstsein und die Ansicht am PC Monitor lädt eher zum durch sausen ein. Grundsätzlich aber gilt Walter Benjamin meine ich. Allerdings meine ich auch, so wie ein Foto etwa mir eine Vorstellung, ergänzend zu einem Text, geben kann, so kann das Monitorbild mir schon an nähernd an Realität sehr viel geben. Was Kunst ist, meine ich, weißt nur Du. Ich glaube da kommen wir nicht so schnell weiter. Da gilt es, wie ich es sehe, bei sehr vielen Kunstliebhabern, die Wahrnehmung, oft über Jahrhunderte hinweg, auf die Erleuchtung hin, in der Gegenwart zu bringen und sie es hat wieder ein Mensch gesehen, dass die Kunst nicht vor über dreihundert Jahren stehen blieb sondern höchst lebendig (aber auch tot) sein kann. Die Frage erhebt sich ob da entfernt genug Kultivierung stattfindet, die ja auch, zuerst, damit zu tun hat auf die Frage zu antworten was wir eigentlich sind.

      Gefällt mir

      Antworten

  13. @tilla: natürlich ist ein buch ‚leichter vermittelbar‘ als wurschsemmelkunst. und sehne ich mich nicht etwa nach verschlagwortung von kunst per se.

    ‚Warum Künstlerplattformen nicht funktionieren‘ … ich denke das nur an, wie es denn gehen könnte.

    du ssgst:
    Wie soll sich ein Plattform aus dem Bilderdschungel hervorheben und neugierig machen?

    …durch einfache oder differenzierte suchfragen in/an den dschungel! einschluss/auschluss-möglichkeiten… und diese sehe ich ja längst in meinen logfiles : google.search ->suchbegriffe: kunst xxx xxx. ja: da wird gesucht, längst thematisch. und gefunden.

    ob dein wurschtsemmelbeispiel nun kunst sei und wer das entscheidet fragst du … der betrachter wird das schon tun müssen. so oder so.

    die grossen foto.archive haben ihre fotos übrigens kpl. verschlagwortet. komplett. und das sind auch bilder. manche kunstwerke. stilleben von semmelbrötchen.

    es ging mir um verfeinerung schon bestehender suchkriterien. und um menschen, die so suchen (jetzt schon in google und unter google.images.search via alt=tagging) … warum auch immer nach semmelbrötchenkünstlern.

    ein botaniker geht auchin den dschungel kriterien.
    man kann statt ‚verschlagwortung‘ auch ‚kriterien‘, ‚kategorien‘ meinen. das lichtet jeden dschungel für einen, der sucht. und wer nicht sucht, findet ja auch die semmelbrötchenkunst nicht.

    m. an der denkbar.

    Gefällt mir

    Antworten

  14. Seit über 30 Jahren bin ich (gelernter) Fotograf und habe mich von der Werbefotografie der 1970er Jahre langsam zum Künstler entwickelt.
    Seltsame Aussage?
    Nein, ich denke hier liegt einer der Kerne des Pudels begraben.

    Die Mehrzahl der heute angebotenen Fotografien sind im Grunde eine Mischung aus Zufalls-, Situations- und Werbefotografie. Viele, die sich heute als Fotograf bezeichnen, haben nur geringes Wissen über das Medium, über den kunsthistorischen Bezüge, Stilrichtungen und Ausdrucksweisen. Es wird fotografiert, was sich bietet und dargeboten, was sich ergeben hat.
    Dies widerspricht den Grundzügen der Bildenden Kunst.

    Kunst folgt einem Konzept, einer Planung, einer Idee. Visionäres Handeln läßt Kunst entstehen. Dabei wird auch die Stilrichtung und Präsentationsform in dieses planerische Denken einbezogen. Kann eine Bearbeitungstechnik die alleinige Begründung für eine Stilrichtung sein? Nur dann, wenn das Darbietungsmedium auch technologiegetrieben ist!
    Was soll einen Betrachter dazu bringen, eine technologiegetriebene Darstellung aus der Technik heraus zu lösen, um sie in einer anderen Form zu besitzen?

    Gleichzeitig ist die Besitzform mit der Wertaussage in Verbindung zu bringen. Welche Vorteile hat ein Mensche, wenn er ein allseits verfügbares Bild durch Kauf in seinen Besitz bringt, wobei Millionen Menschen dies in gleicher Weise machen können?
    Zugegeben, ein schwieriger Satz und ein noch schwierigere Gedanken.

    Was ist mit limitierten Werken, die über das Internet angeboten werden?
    Im Grunde widerspricht die Verkaufspräsentation im Internet dem Wertanspruch der limitierten Abzüge. Eine Logik, die sich nach kurzer Überlegung erschließt.

    Aus meiner Sicht ist die Verknüpfung von New und Old Economy der Schlüssel zum Erfolg. Solange es eine strikte Trennung von Präsenz- und Online-Galerien gibt, wird sich im Internet nur das Billige etablieren können. Die Masse der ungeplant entstandenen Werke reduziert zudem den Wertanspruch. Die unbegrenzte Verfügbarkeit bringt Bilder in die Nähe der Wertlosigkeit. Dies ist zugegebenermaßen meine persönliche Meinung.

    Auch der Preisgestaltung sollte auf den Grund gegangen werden. Wie kann es sein, daß ein Bild eines Fotokünstlers für über 3.000 Euro von einem Sammler gekauft wird und andere Bilder in der Online-Unverkäuflichkeit versauern? Natürlich, das gab es auch schon in der Zeit vor dem Internet. Geniale Fotografen wie Seidenstücker lebten und verstarben in bitterer Armut. Das Internet hat nur die Kluft zwischen Erfolg und Misserfolg sichtbarer und größer gemacht.

    Verkaufsplattformen leben davon, daß sie die Vision der Verkäuflichkeit herstellen. Erste Überlegungen werden schon laut, daß Fotografen für jedes eingestellte Bild eine Bearbeitungsgebühr entrichten müssen. Warum dies so ist, lässt sich schnell beantworten, weil der Online-Betrieb Geld kostet und die Verkaufsraten gering sind.
    Aber auch Präsenz-Galerien fordern Vorleistungen von den Künstlern. Dies ist schon lange so und wird sich in Zukunft noch verschärfen. Somit entsteht die Frage, ob sich Kunst in der Absatzkrise befindet. Ich glaube nicht, aber Gambler’s Fantasy vom schnellen Geld entwertet die Kunst.

    Gefällt mir

    Antworten

  15. @ Michael K. Trout: Ich denke, deine Beobachtungen treffen den Nagel auf den Kopf!
    Für den bildenden Künstler kann das Internet jedoch (unter Berüchsichtigung des teilweise enormen Zeitaufwands, denn hier herrscht das Motto „Ganz oder gar nicht“) sinnvoll nur als ein zusätzliches Kommunikationsmittel nutzen.
    Für den Kunstinteressierten bedeutet eine Künstlerwebseite – oder noch besser: ein Künstlerblog – (Portale halte ich ebenfalls nicht für zielführend) eine Möglichkeit, den Künstler, seine Ideen und Motivation zu erfahren und damit einen gewissen informativen „Mehrwert“ zu lukrieren. Das lässt dann ein Kunstwerk eventuell in einem anderen Licht erscheinen – und eröffnet bei bloggenden Künstlern noch einige andere kommunikative Möglichkeiten.
    Ein Marketinginstrument ist das Internet für Künstler allemal, jedoch entsprechend der Individualität der Kunst & Künstler eher auf den persönlichen Internetseiten.
    Ein Beispiel? Gestern habe ich, nach langer Zeit, wieder der Saatchi-Galerie online einen Besuch abgestattet. Grauenvoll überbelegt! Das seltsame ist, dass die Künstler selber in diesem (Verkaufs-)Portal vertreten sein wollen, da die reale Saatchi-Galerie international einen guten Namen hat. Somit findet sich dort ein Sammelsurium von gut bis unwichtig.
    Wer sich selbst ein Bild davon machen will, hier der link: http://www.saatchi-gallery.co.uk/yourgallery/
    Ich werde auch in Zukunft keinem Künstler ein Internetportal für den Verkauf seiner Werke empfehlen. Da macht sich die Arbeit, eine Ausstellung zu organisieren, besser bezahlt (vorausgesetzt, die Qualität von Beidem stimmt, natürlich: von der Kunst & der Ausstellung!)

    Gefällt mir

    Antworten

  16. @Michael: Dein Vorschlag einer großen Datenbank leuchtet mir zwar ein, aber ich weiß nicht, ob das funktionieren würde. Rein gefühlsmäßig würde ich behaupten, dass wir Kunst anders suchen als Bücher.

    Aber Du sprichst einen interessanten Punkt an, der im Hinblick auf die Kommunikation zwischen dem Kunst- und Kulturbereich und seinen Zielgruppen bis jetzt völlig ausgeblendet bliebt: das Tagging. Es sind immer die ExpertInnen, die vorgeben, wie sortiert und beschrieben wird. Warum die Verschlagwortung nicht denen überlassen, die sich für Kunst interessieren und im besten Fall kaufen sollen? Auch in den Museen sind es immer nur die KunsthistorikerInnen, die die Kunstwerke mit Infos versehen. Diese Anregung von Dir sollte noch viel mehr Aufmerksamkeit finden.

    @Tilla_Pe: ich denke auch, wenn es gelingt, über das Internet neugierig auf Kunst zu machen, dann ist schon viel erreicht. Ich wäre damit schon mehr als zufrieden.

    Vor allem das Überraschungsmoment spielt da eine Rolle. Vielleicht wäre es sinnvoll, hier auch mit KuratorInnen zu arbeiten, sozusagen mit digitalen KuratorInnen, die uns unter bestimmten Gesichtspunkten interessante Kunst präsentieren? Mir würde es gefallen, wenn es da jemanden gäbe, der mich sachkundig an der Hand nimmt und mir immer wieder neue Entdeckungen präsentiert.

    Eigentlich wär das doch eine Idee für eine Galerie, so ein Angebot zu entwickeln und eine solche Dienstleistung anzubieten, oder? So lassen sich dann so hoffnungslos zugemüllte Portale vermeiden, wie sie artstage anspricht.

    Der Teil der Saatchi-Galerie, in dem mit User-generated-Content gearbeitet wird, zeigt, dass das nicht immer der richtige Weg sein muss. „Sammelsurium“ ist da genau der richtige Begriff…

    @Michael K. Trout: „Im Grunde widerspricht die Verkaufspräsentation im Internet dem Wertanspruch der limitierten Abzüge.“

    Das ist in meinen Augen der entscheidende Satz. Vielleicht ist es mal wieder an der Zeit, Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ aufmerksam zu lesen?

    Eien Frage bleibt für mich: woran liegt es, dass KünstlerInnen immer noch auf das Internet als Verkaufsplattform setzen, obwohl mittlerweile klar sein müsste, dass es hier keinen Erfolg geben kann? Liegt das an den geringen Einkommen oder gibt es andere Gründe dafür?

    PS: danke für die zahlreichen Kommentare und die interessante Diskussion!!

    Gefällt mir

    Antworten

  17. Kunst und Kommerz!

    Angeregt durch diese Diskussion hier, habe ich ein paar Recherchen angestellt und mit einigen „alten“ Kollegen gesprochen. Im Grunde befinden wir uns alle in der gleichen Situation, daß wir uns über die Vermarktungsstrategien „heute und in Zukunft“ endlich ein klares Bild verschaffen müssen. Künstler waren und sind zwar Alleinunterhalter, Visionäre, Selbstdarsteller, aber in den wenigsten Fällen erfolgreiche Vertriebsleute.
    Aus dieser Konstellation heraus, liegt der (Trug-?)Schluß nahe, daß über das Internet sich leicht verkaufen lässt, weil doch so viele Menschen (angeblich) über das Internet so viel und guten Umsatz machen. Diesem Umstand will ich hier einmal eine längere Betrachtung widmen.

    Zunächst ein Blick in die Vergangenheit.
    Wer als Fotograf in den 1970er und bis in die Mitte der 1980er Jahre unterwegs war, landete früher oder später in der Sparte der Presse/Reportage oder in der Werbefotografie. Die Spitze der Akteure waren die, die sich bewusst in all ihren Bildern eine handwerklich saubere Arbeitsweise, besondere Perspektiven und eindeutige Handschrift zueigen machten. Basis dessen, war ein großer Wissensvorrat bezüglich Stilrichtungen und Technik, gepaart mit Eigenvertrauen und Durchsetzungskraft. Wenn ein Bild gut war, dann war es das … und wenn es schlecht war, dann half auch das Rumgewirbel in der Dunkelkammer nichts mehr.

    Heute kann auch aus einem schlechten Bild mit Hilfe der „digitalen Dunkelkammer“ noch ein halbwegs nutzbares Bild erzeugt werden – Methode ASGM (aus Scheiße Gold machen). Als ich aus Gründen der Geldbeschaffung Ende der 1970er Jahre mit der Presse- und Reportagefotografie begann, wurde mir oft gesagt, daß meine Bilder nicht gut genug wären. Heute höre ich, daß meine Bilder zu gut wären und „das einfache Volk“ überfordern würden. Na toll, dann mache ich wohl „nur“ Kunst? Schauen wir mal schnell auf die Werbefotografie, vielleicht ist da etwas zu holen …

    In den 1970er Jahren war die Zeit der überbordenden Farbverfälschung und Lifestyle-Darstellung. Die KFZ-Industrie schuf kein Fahrzeug, dem nicht ein gewisses Maß an Lebensstil und Zeitgeist mitgegeben wurde. Selbst Hautcreme oder Spülmittel kam nicht ohne aus. Werbung erlangte Kultstatus und somit auch die Produkte und die entsprechende Werbefotografie. In heutiger Zeit ist jedes Unternehmen bemüht, sich eines Pseudorealismus zu befleißigen. Ich habe schon den Satz vernommen, daß Fotografien bitte sehr nicht zu perfekt oder stilistisch einwandfrei zu sein hätten, damit sie glaubhafter wären. Auch hier die Bestätigung, daß meine Bild Kunst und nicht Gebrauchsgüter sind?

    Schauen wir nun auf den Kunstmarkt. Oft wird der Eindruck erweckt, daß hier eine deutliche und klare Segmentierung vorliegt. Ich persönlich kann nicht daran glauben, weil nur sehr wenige Menschen überhaupt noch wissen, welche unterschiedlichen Epochen und Fotostilrichtungen es überhaupt gibt. Selbst jüngere (studierte) Kollegen schauen mich bei Erwähnung dieses Umstandes zweifelnd an. Im Grunde wäre es auch nicht wichtig, wenn es nicht dazu führen würde, daß Äpfel mit Birnen verglichen werden.

    Wenn ich ein Produkt verkaufen möchte, dann muß ich mein Marktsegment kennen und auch die Bereitschaft der potentiellen Käufer, für dieses Produkt eine gewisse Anzahl Euronen in die Hand zu nehmen. Aber wo ist das Marktsegment resp. Käuferschicht für die Fotografie zu finden? Absichtlich befreie ich diese Frage zunächst von dem Preisschild der Kunst.
    Möbelhäuser verkaufen Fotografie als Massenware in billiger, einfach gedruckter Reproduktion. Beste Absätze werden im Preissegment zwischen 30 und 50 Euro gemacht … wohl gemerkt, an der Kasse der Läden. Kunst im Einkaufswagen? Es scheint keinen Käufer zu stören, daß er das gleiche Bild an die Wand hängt, wie auch sein Nachbar und noch rund weitere 3 Millionen Menschen weltweit. Übrigens, die Motive werden den Künstlern mit einer Einmalzahlung von rund 2.000 Euro exklusiv und für alle Ewigkeit abgekauft. Wenn die Aktion über eine Bildagentur geht, dann kann der Fotograf sich glücklich schätzen, wenn 50% der Einmalzahlung auf seinem Konto erscheinen.

    Ich kaufe das, was ich anfassen kann … diese Ansicht vieler Käufer kann ich durchaus nachvollziehen. Aber wo sind die Galerien, die Fotografie in ihrem Sortiment haben und pflegen? Wir müssen hier nicht die Stilfrage der Fotokunst stellen, sondern einfach nur die physikalische Verfügbarkeit überprüfen. Meine private Kartei der Galerien mit Ambitionen in der Fotokunst gleich seit rund 5 Jahren immer mehr einem Sterberegister.

    Schauen wir noch kurz auf die Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung im Internet. Die Blog-Welt hat viele Möglichkeiten eröffnet und gleichzeitig eine wahnsinnig große Konkurrenzsituation geschaffen. Wer in den Wald geht, um ganz bestimmte Bäume zu finden, der muß sehr genau wissen, welche Bäume er sucht, wie diese Aussehen, wie er sie erkennt und was er dann mit den gefundenen Bäumen anfangen will. Ich denke, rund 80% aller Internet-User gehen surfen, unternehmen also ambitionsfreie Waldspaziergänge. Was ist mit den übrigen 20%? Davon dürfte nur ein kleiner Teil echtes Kaufinteresse an fotografischer Kunst haben.

    Verkauf im Internet funktioniert immer dann, wenn fungible, also vergleichbare und austauschbare Produkte angeboten werden. Kunst (in meinem Fall Fotokunst) ist alles andere als vergleichbar und austauschbar. Wenn nun die oben vorgebrachten Thesen einbezogen werden, wird es nicht nur bezüglich Internet-Verkauf von Fotokunst recht dunkel. Wer sich einmal an der spitzzüngigen Betrachtung der fotografischen Zeitläufe ergötzen will, der kann gerne mal meine Retrospektive lesen http://www.spuer-sinn.net/blog2/?p=474

    Gefällt mir

    Antworten

  18. Boah, danke für den langen Kommmentar. Wenn wir den Verlaufsprozess von Kunst als Wertschöpfungskette betrachten, dann kann das Internet ein Teil dieser Kette sein. Ich glaube aber nicht, dass im Internet der Verkauf abgeschlossen wird.

    Das heißt, wire müssen integrierte online-offline-Prozesse entwickeln, an deren Ende dann der erfolgreiche Abschluss stehen kann. Da Kunst viel mit Emotion zu tun hat, sollte Kunst nie darauf setzen, per Mausklick verkauft zu werden.

    Das mag zwar cool klingen, aber es funktioniert nicht. Das Potenzial des Internets liegt eher darin, auf mich und meine Kunst aufmerksam zu machen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Gefällt mir

    Antworten

  19. Schwierig für viele Kunst- und Kulturschaffenden ist eben, dass die Szene multimedial werden muss. Im falschen Verständnis reduziert sich das auf Video-Stream mit ein wenig Tonunterlegung im Internet, was aus meiner Sicht ein vollkommener Blödsinn und Ressourcenverschwendung darstellt.
    Tatsächlich, wir brauchen:
    (a) Internet zur schnellen Verbreitung,
    (b) Öffentlichkeitsarbeit und journalistische Begleitung in klassischen und neuen Medien,
    (c) Offline-Plätze zur dinglichen Präsentation,
    (d) Handelsorte zum Geschäftsabschluss,
    (e) nachhaltige und hochwertige Informationsstrukturen in Form von Jahrbüchern o.Ä. zur zeitlichen Verfolgung des Kulturgeschehens,
    (f) Internet-Summary der Jahresproduktion,
    (g) konzentrierte Vorschau auf Kunst- und Kulturproduktionen in der kurzfristigen Perspektive.

    Im Grunde ganz einfach. Aber das gibt es eben noch nicht.

    Gefällt mir

    Antworten

  20. Vordergründig klingt das sehr einfach, allerdings ist es das nicht, denn ich denke, ein entscheidender Aspekt fehlt noch. Das Internet bietet mir die Möglichkeit, so ziemlich alles zu präsentieren und das ohne jegliche Platzbeschränkung (mal abgesehen von der Tatsache, dass wir vor uns in einen viereckigen Kasten starren).

    Aber selbst das Wissen über die gesamte Kunst und Kultur, die Möglichkeit, mich darüber in multimedialer Form zu informieren, macht mich noch lange nicht zum Käufer. Für mich fehlt da sowohl der Bezug zur KünstlerIn als auch zum Kunstwerk. Es fehlen die Gespräche über die Kunst, die Auseinandersetzungen darüber, eben all das, was mir einen Grund liefert, Kunst dann auch zu kaufen.

    Die Tatsache, dass es Kunst gibt und das ich sie irgendwo sehen kann, führt ja nicht automatisch dazu, dass ich im nächsten Schritt zur KäuferIn werde. Dann und nur dann würden die Punkte a bis g reichen. Für mich bilden sie die Voraussetzung, um über diesen Weg in die Kunst eintauchen zu können.

    Gefällt mir

    Antworten

  21. @christian: auch vordergründig klingt das für mich keineswegs ‚einfach‘, was michael k. trout schreibt/fordert. komplex ist das mit der kunst und wird es bleiben – mit oder ohne virtuellen präsenzen.

    die vielne kunstbände, aus vor-multimedialen zeiten haben ja auch nicht diesen ’schritt zum käufer‘ inne oder beschleunigen da etwas…

    im gegenteil: solche bücher gab es ja in buchhandlungen praktisch nur von ’schon etablierten‘ künstlern – wogegen das web mit seinen möglichkeiten der präsentation (in ebenso (!) medialer form (also ’non-haptic‘) präsentationsmöglichkeiten (und damit kommunikationsmöglichkeiten ! ! ! ) gerade (noch) nicht-etablierten künstlern bietet –> und google-suchern . . .

    das internet in dieser frage/thematik sosehr daran zu messen, ob daraus KÄUFE entstehen … da ist mir die frage schon unnötig. und wer das versucht, wird ja merken, dass es nicht geht. das hat doch jeder längst erfahren … verkäufe ÜBER das internet sind möglich. this medium is a step.

    menschen die möglichkeit zu geben, die nähere umgebung nach künstlern abzusuchen als vor-information… menschennach themen suchen zu lassen …und googled.lists von künstlern zu erhalten (mit ihren websites), die das gesuchte (!) bearbeiten und präsentieren (ja, non-haptic, wie in buchform) fantastisch. so kommen ja auch atelierbesuche zustande längst.

    oohh, ein schritt weiter ist das schon…

    such-möglichkeiten, wie mit diesem ‚dschungel-an-bildern‘ sinnvoll such-technisch umgegangen werden kann: das ist es, was dieses giga.net verbessert liefern muss (und wird).

    bildende kunst, wie tanz, literatur, musik… sind so klar fraktionierte segmente, dass es (nur🙂 noch einer suchmachine/platform bedarf, die das leistet. das wäre arbeit für kultur/kunst-MANAGER.

    verbesserte suchfunktionen… verändern/erweitern auch suchverhalten… das internet ist eine data.base. der umgang damit ist entscheidend – und zwar je gigantischer dieser ‚dschungel‘ wie ihn tilla nannte, wird.

    einfach ist ja garnichts.
    aber ein verbesserter UMGANG mit ‚billions of pictures‘ ist schlichtweg vonnöten, soll das nicht in sinnlosigkeit sedimentieren.

    kunst verkauft sich nur direkt.
    aber mit vorinformationen im web auch über interessierte, die von meiner existenz vorher nichts ahnten. DA liegen die werte. darüber spreche ich lieber, als darüber was es nicht kann.

    wieoft hinterlasse ich meine visitenkarte auf reisen. mal im flieger, mal im zug, im in- im ausland… meist nach inhaltlichen gesprächsen… wie fein, das über eine eine url schonmal besser kommunizierbar zu haben… und sich auf eine fortsetzung des gespräches zu freuen. jeder verkauf hat seine geschichte, seine steps. und sinn macht das noch ohne verkauf.

    specific database-handling needed.

    cheers an der denkbar
    michael

    Gefällt mir

    Antworten

  22. Pingback: Tilla Pe» Blogarchiv » Wie bringt man die Kunst unters Volk?

  23. Auf diese Frage möchte ich gerne eingehen: „Eien Frage bleibt für mich: woran liegt es, dass KünstlerInnen immer noch auf das Internet als Verkaufsplattform setzen, obwohl mittlerweile klar sein müsste, dass es hier keinen Erfolg geben kann? Liegt das an den geringen Einkommen oder gibt es andere Gründe dafür?“

    Ich werde so oft gefragt „Wo im Netz kann man sehen, was Du machst?“ Wenn ich meinen Blog angebe, ist es vielen Menschen zu mühselig, zwischen all den Worten die wenigen Bilder zu suchen, die ich dort ausstelle. Das hat sich in den letzten Wochen und Monaten klar herauskristallisiert. Deswegen habe ich mir als Präsentationshilfsmittel einen Tumbler zugelegt, in den ich all die Bilder einspeise, die ich auch auf meinem Blog zeige. „Warum bist Du nicht bei Flickr, in der FC, bei View, bei myGall undsoweiterundsofort.“ Nun – ich kann das begründen und bin mir in der Ablehnung dieser Präsentationsformen sicher. Viele andere sind sich nicht sicher und der Meinung, sie müssten überall vertreten sein, um ein Quentchen Aufmerksamkeit zu erheischen. Und, ähnlich wie beim Lotto, sitzt ja im HInterkopf auch immer noch der Gedanke „entdeckt“ zu werden. Seltsame Success-Stories, die in den einschlägigen Communities verbreitet werden, unterstützen diese Fantasie. ganz nebenbei ist der Gedanke „Da stellt mich einer aus und wenn wer das Bild haben will, dann muss er nur auf Kaufen drücken und ich hab keine Arbeit damit“ durchaus nicht uncharmant für viele.
    Diese Aufzählung mag jetzt ein wenig eindimensional und platt klingen, aber ich bin sicher, einige der Beweggründe (klar – fotografielastig) angeführt zu haben.Bis vor wenigen Wochen war ich selbst in einer solchen Verkaufplattform vertreten, weil mir weis gemacht wurde, dass die Macher dieser „ganz neuen“ und „ganz anderen“ Plattform bereits einen eigeschworenen Kundenstamm haben, der nur darauf wartet, Bilder zu gucken und zu kaufen. Einen Versuch war es wert – ich bin dank wirklich guter AGBs schnell wieder aus der Nummer herausgekommen, als sich herausstellte, dass da mehr heiße Luft als Wissen über den Markt herumwaberte. Ich hab aus der Aktion auch gelernt!🙂

    Gefällt mir

    Antworten

  24. Pingback: Michael K. Trout» Blogarchiv » Droht der Kulturlandschaft die Verödung?

  25. @Michael: ich glaube, der Versuch, alle Kunst (ob nach Sparten getrennt oder nicht), die im Internet zu finden ist, in einer Datenbank zu sammeln und mit einer Oberfläche zu versehen, die das Suchen darin erlaubt, ist zum Scheitern verurteilt.

    Mein Ansatz geht eigentlich genau in die andere Richtung. So wie KuratorInnen sich z.B. eine bestimmte Epoche vornehmen und dann ausgewählte Kunstwerke, die sie auf der Basis einer bestimmten Fragestellung auswählen, zu einer Ausstellung zusammenfügen, baue ich eher auf den digitalen Kurator. Das ist eine Person, der ich auf Grund ihrer Kompetenz vertraue und mir von ihr eine bestimmte Auswahl präsentieren lasse.

    Ich bekomme dadurch nicht die Gesamtheit aller Kunstwerke im Internet präsentiert, aber das will ich auch nicht. So wie ich in einer Stadt, die ich besuche, nicht alles sehen kann und auch nicht alles sehen kann, geht es mir hier ähnlich. Ich erfreue mich daran, dass sich da jemand (der/die KuratorIn) die Mühe macht, das Internet nach interessanten KünstlerInnen zu durchforsten und die Infos für mich aufbereitet.

    Womit ich dann bei Tilla Pe bin. Stimmt, ich weiß auch nicht, wie lange es noch dauert, bis auch die letzten eingesehen haben, dass sich Kunst nicht online verlaufen lässt Im Augenblick werden es eher mehr als weniger, habe ich den Eindruck.

    Im Internet kann es höchsten gelingen, die Leute auf den Geschmack zu bringen, sie neugierig zu machen. Dafür brauche ich keine Plattform, dafür brauche ich unter Umständen noch nicht mal eine eigene Website. Dafür reicht z.B. eine BloggerIn, die sich in Sachen Kunst auskennt und mir jeden Tag neue Kunst, neue KünstlerInnen präsentiert. Das ist die Form der Präsentation, die mir persönlich am besten gefallen würde. Klar müssen mir der Schreibstil und der Geschmack der BloggerIn gefallen, aber wenn das passt, dann kann so ein Blog viel bewirken, vor allem, wenn es der BloggerIn dann gelingt, sich einen Namen zu machen, Reputation zu verschaffen.

    Gefällt mir

    Antworten

  26. @christian: ich vermute, wir reden aneinander vorbei und suchen dasselbe. ich will doch nicht ALLES sehen. ja gerade nicht. ich bin dch nicht . . .

    komplexe systeme de-komplexieren, das heisst fragmentieren. und die überlappungen (semantisch) einbeziehen.

    ‚weltwissen‘ ist auch zugänglich – nicht aber un-organisiert.

    dein ansatz des ‚digitaler kurators‘ unterwirft sich natürlich komplett dem re-analogisieren, also abbilden bestehender (auch deutungs) hoheiten…

    kuratoren sind doch nicht abzubilden. sie werden sich der such.machines bedienen. semantisch… und TUN DAS SCHON via google übrigens… realiter!

    es geht doch um erweiterung der realen/analogen möglichkeiten – es geht um: information.

    ich will ja GERADE nicht die gesamtheit ‚aller kunstwerke‘ präsentiert bekommen … aber ausschlusskriterien a la nor, xor sind beim handling der science.databases alltäglich … aber beim handling von information über kunst und in kunst-präsentationen …noch nicht.

    zum scheítern kann hier doch garnchts erklärt werden.
    (auch nicht dein ansatz). dazu taugt blogging-diskussions-qualität nun wirklich nicht!

    kulturserver.de… stelle dir nur vor, du hättest mehr kriterien der suche…

    database.handling im science-sektor … ‚funktioniert‘ ja auch ¿einwenig‘. und so unstrukturierbar sind kunst-elaborate (ernsthafte) allemal nicht.

    google macht das nicht anders ( wie auch !!) wir sehen uns ja auch nicht alle ergebnisse unter ‚art meets science‘ an. ca. 50 mio./ bzw „23.400“ …

    selbst fuzzy.logical elemnets sind erfrischend… ohne ‚digitalen curator‘ … random.results. bandwith…

    cheers an der denkbar:
    heute auf obama und seine familie !

    Gefällt mir

    Antworten

  27. @christian: ich vermute, wir reden aneinander vorbei und suchen dasselbe. ich will doch nicht ALLES sehen. ja gerade nicht. ich bin dch nicht . . .

    komplexe systeme de-komplexieren, das heisst fragmentieren. und die überlappungen (semantisch) einbeziehen. eine bloggering muss ja erstmal ALLEN suchern so bekannt sein, wie google (!) . . .

    ‚weltwissen‘ ist auch zugänglich – nicht aber un-organisiert. ein telefonbuch, branchenbuch ist auch nicht zum scheitern berurteilt. sowenig wie google. und die entwickeln auch weiter… sei sicher.

    dein ansatz des ‚digitaler kurators‘ unterwirft sich komplett dem re-analogisieren, also abbilden bestehender (auch deutungs-) hoheiten…

    kuratoren sind doch nicht neu abzubilden. diese werden sich der such.machines bedienen. und TUN DAS SCHON via google übrigens… realiter🙂

    es geht doch um erweiterung der realen/analogen möglichkeiten – es geht um: information.

    ich will ja GERADE nicht die gesamtheit ‚aller kunstwerke‘ präsentiert bekommen … aber ausschlusskriterien a la nor, xor sind beim handling der science.databases alltäglich … aber beim handling von information über kunst und in kunst-präsentationen …noch nicht.

    zum scheítern kann hier doch garnchts erklärt werden.
    (auch nicht dein ansatz). dazu taugt blogging-diskussions-qualität nun wirklich nicht!

    kulturserver.de… stelle dir nur vor, du hättest mehr kriterien der suche… differenziertere, thematic projects …

    database.handling im science-sektor’funktioniert‘ ja auch ‚einwenig‘. und so unstrukturierbar sind kunst-elaborate (ernsthafte) allemal nicht.

    google macht das nicht anders (wie auch !): wir sehen uns ja auch nicht ALLE ergebnisse unter ‚art meets science‘ an. ca. 50 mio./ bzw „23.400“ …

    könnte man solche ergebnisse besser weiter-befragen (und in zukunft kommt auch das aus california!) …ein step forwards. aber ein blogger (einer???) soll das meistern. na, hoffentlich hat der viel zeit. und geld.

    selbst fuzzy.logical elemnets sind erfrischend… ohne ‚digitalen curator‘ … random.results. bandwith…

    cheers an der denkbar:
    heute auf obama und seine familie !

    Gefällt mir

    Antworten

  28. Pingback: Kunst entdecken im Internet « Das Kulturmanagement Blog

  29. Pingback: Deinen Blog in einem Wort beschreiben? Eine kleine Twitter Umfrage | Blogmillionär

  30. Datenbanken schön und gut. Aber verkennt ihr da nicht den Kunstkäufer? sucht der wirklich im Internet nach Künstlern? Ich glaube eher nicht.

    Ich bin da eher bei Christian. Übrigens eine Entwicklung, über die es in der Musik schon klare Untersuchnungen gibt. Da ist ja eine ähnliche Situation, da das Netz von Musik überquillt werden immer mehr wieder die DJ`s wichtig, die mit Sachverstand und Kompetenz Neuheiten vorstellen.

    Portale, die erfolgreich Kunst verkaufen könnten, könnte ich mir so vorstellen, ähnlich wie das literarische Quartett im TV. Eine Internetseite, in der eine kleine Zahl von Fachleuten jede Woche eine Anzahl ausgesuchter Künstler besprechen und vorschlagen, Hintergründe auflegen und den Konsumenten an die Arbeiten heranführen. Das Ganze vielleicht gekoppelt mit Ausstellungen in den großen Metropolen, in denen diese Künstler dann eine Ausstellungsreise machen.

    Den Künstlern würde das weniger bringen, weil letztlich die gleichen Auswahlkriterien stattfinden würden, wie sie ja schon heute von Galeristen durchgeführt wird.

    Für mich persönlich habe ich den Weg gewählt: Ein Blogg, der die Arbeit begleitet, und der die Hintergründe der Arbeit wiederspiegelt, sodaß jeder Interessierte die Entwicklung verfolgen kann. Mit ein paar Künstlern gemeinsam die Arbeit diskutieren, und Interessenten real ansprechen und an diesem Prozess teilnehmen lassen.

    Gefällt 1 Person

    Antworten

  31. Pingback: Michael K. Trout» Blogarchiv » Neue Künstler braucht das Land

  32. Künstlerplattformen oder Marktplatz zum Kauf oder Verkauf von Reproduktionen oder auch Originalmalerei sind zu unterscheiden. Die meisten Anbieter wollen Drucke verkaufen. Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass diese Unternehmen am besten als Drucker für den Künstler gesehen werden, der keinen eigenen Großformatdrucker besitzt. Ich beispielsweise mache mit dem Drucker was man früher als „Andrucke“ verstanden hat. Mich interessiert die Qualität die solch ein Anbieter mit meinen Dateien erreichen kann. Ansonsten benutze ich diese Anbieter um mich bekannt zu machen. Sollte dieser einmal eine Reproduktion verkaufen, so habe ich meinerseits für die Qualitätskontrolle getan was ich kann. Ansonsten ist die Strategie „sei weltweit verfügbar, damit nicht die Idee aufkommt der macht Reproduktionen knapp“. Das sind dann die sogenannten offenen Editionen. Kontrollieren kann man seine Entwicklung zur Etablierung im Kunstmarkt nur selbst am besten, auf der eigenen Homepage. Hier hapert es bei Visuellen ebenso wie an geschriebenen Beiträgen für die Orientierung ihres Publikums. Und hier kommen dann Anbieter mit ungewöhnlichen Lösungen herein und die hier geschilderte Situation ergibt sich ebenso wie geschildert. Es wird allerdings von Anbietern für Reproduktionen verkauft. Die Verkaufszahlen richten sich nach den selben Kriterien wie überall im Massenmarkt. Da erobert das Mädchen mit den Ohrringen deutsche Wohnzimmer lange noch vielleicht vor zeitgenössischer, künstlerischer Fotografie. Es machen also die Geschäfte hier Museen durch Lizenzvergabe und Fotografen. Bis wir einmal bei ursächlich poetischer oder abstrakter zeitgenössischer Malerei ankommen, dürften noch etwa 300 Jahre oder mehr vergehen. Wie lange mag es dann dauern, bis diese Bilder als Reproduktionen gefragt sind? Das wäre doch ein Thema? Wie kann man die Verzögerung am westlichen Horizont von Ästhetik abbauen? Ich meine, dass es nicht Jahrhunderte dauert…

    Gefällt mir

    Antworten

  33. Grundsätzlich kann ich die Stellungnahme leicht nachvollziehen. Allerdings ist viel entscheidender, wie letztendlich solch eine Künstlerplattform umgesetzt wird. Ein gutes Beispiel stellt Argato http://www.argato.de … Letztlich wurde bei der Umsetzung auf wesentliche Kriterien wie „Kunst verkaufen“ UND „Kunst kaufen“ gelegt. Entscheitend ist, das die Plattform Künstler und kunstaffines Publikum verbinden muss, somit Künstler und Käufer angesprochen wird. Wird beides berücksichtigt, kann ein guter Auftritt gelingen… Ich meine das genau dies bei Argato gut zusammenpasst. Zusätzlich bietet Argato weitere tolle Features wie die Kunstauktion sowie ein gutes Bewertungssystem, was wesentlich für die Transparenz und somit für den Erfolg ist.

    Gefällt mir

    Antworten

  34. @Argato: Und woran machst Du fest, dass es auf Eurer Plattform gelingt, Anbieter und Nachfrager anzulocken? Anbieter ist klar, da gibt es mehr als genug. Aber wie sieht das mit den Nachfragern aus? Wie viele Zugriffe hat die Seite pro Monat und welche Umsätze werden über die Plattform abgewickelt?

    Gefällt mir

    Antworten

  35. Ich finde Argato hat Recht, wenn eine Künstlerplattform gut umgesetzt ist hat diese auch gute Chancen auf dem Kunstmarkt zu bestehen. Letztlich ist der Knackpunkt parallel ein gutes Angebot an Kunst nach außen zu tragen und somit gleichzeitig gute Künstler zu erreichen und gute Kunstwerke dem Kunstfreund bereitzustellen. Wie kann das gelingen? Sicher ist das nicht einfach… Gut gelöst hat dies jedoch auch die Galerie http://www.Inspire-art.de … tolles Angebot an Kunst und sehr stark frequentiert… Auf Inspire Art findet man tolle moderne und abstrakte Bilder und moderne Malerei und Gemälde, Acrylbilder, Aktmalerei, … ich mag das… hab auch selbst schon dort gekauft. Schaut doch mal rein!

    Gefällt mir

    Antworten

  36. Hallo Christian, danke für deine Antwort. Gern möchte ich darauf eingehen. Es ist sicher nicht einfach. Gleich voll durchzustarten schier unmöglich. Jedoch konnten wir unsere Jahrelange Erfahrung im Online-Kunst-Verkauf nutzen und haben mit argato eine ansprechende Plattform für alle Beteiligten geschaffen. Die Nachfrage steht mit dem Angebot. Letzlich ist es als Betreiber einer solchen Kunstplattform schwer bis unmöglich das Angebot interessant zu halten, aber man kann eine Richtung vorgeben, indem man die Plattform so ausrichtet, das Sie Kunstfreunde interessiert. Argato steckt zwar noch in den Kinderfüßen, die Nachfrage steigt jedoch täglich und ablesbar. Wichtig ist wohl, das auch hier täglich etwas passiert. Dann wird das auch den Käufer ansprechen.

    Gefällt mir

    Antworten

  37. @inspire at: Finde ich ja toll, dass Du bei Dir selbst einkaufst. Ob Dein eigener Onlineshop nun wirklich so toll ist, kann und will ich gar nicht nachprüfen, aber sich selbst zu loben, hinterlässt halt immer Zweifel…

    @Argato: Ich denke auch, dass das eine ziemliche Herausforderung ist, zumal viele die Kunst dann doch lieber vor Ort kaufen wollen. Es wäre mal interessant herauszufinden, worauf Käufer auf solchen Plattformen dann wirklich achten, bevor es zum Kauf kommt.

    Gefällt mir

    Antworten

  38. BITTE VERZEIHT DIE SCHRIFT MEINE TASTATUR IST KAPUTT!

    ICH HABE ZWEI GROSS-FORMATIGE ARBEITEN AN SAMMLER IN DIE USA ÜBER SAATCHI ONLINE VERKAUFT ZUM PREIS VON ÜBER 7800 EURO. SAATCHI NIMMT NUR 33% PROVISION MEINE GALLERISTEN 50%. DIE GALERISTEN ERREICHEN DEN MARKT IN DEN USA NICHT. SIE VERMARKTEN DIE ARBEITEN, SIE KURATIEREN, UND MACHEN KUNST MESSEN. ICH BIN PROFESSIONELLE BILDENDE KÜNSTLERIN MIT MUSEEN UND GALLERISTEN VERTRETUNG. MANCHMAL IST DA FLAUTE UND OHNE DIESE PLATFORMEN WÄRE DAS SCHON FINANZIELL SCHWIERIGE KREATIVEN LEBEN VÖLLIG UNMÖGLICH.

    SAATCHI UND ANDERE AUCH SIND FÜR MICH ABSOLUT VALIDE PLATFORMEN. MANN MUSS SICH GUT PRÄSENTIEREN UND NICHT JEDEN MÜLL REINSTELLEN SO WIE ES EINIGE MACHEN, UND SICH WUNDERN WARUM NICHTS VERKAUFT WIRD.

    ICH KAUFE AUCH SELBER KUNST UND SCHAU SEHR GERNE BEI SAATCHI WO ICH SPITZE ARBEIT GEFUNDEN HABE.

    MFG
    N AUS BERLIN

    Gefällt mir

    Antworten

Leave a Reply

Required fields are marked *.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s