All Posts Tagged ‘weblog

Das Grab ist geschaufelt!
Beitrag

Das langsame Sterben der Kultureinrichtungen

28 Kommentare


© Alipictures ; Pixelio

Als ich vor 5 Jahren mit dem Bloggen begann und froh war, wenn mein Blog mehr als zehn LeserInnen hatte, wurde ich immer damit getröstet, dass Kulturmanagement eben nur ein Randthema sei und das Blog deshalb nie auf besonders großes Interesse stoßen würde. Heute hat dieses Blog Zugriffszahlen, mit denen ich den Vergleich zu anderen Branchen nicht unbedingt scheuen muss. Spreche ich über diese Zahlen, bekomme ich als Antwort zu hören: “Ja, Du hast ja auch ein interessantes Thema.”

Bei Kultureinrichtungen gibt es auch viele interessante Themen, sie schöpfen aus einem reichen Fundus, wenn es darum geht, das, was sie tun, zu vermitteln. Für sie ist dieses Vermitteln noch viel wichtiger, denn sie gestalten mit dem, was sie an künstlerischer und kultureller Leistung  erbringen, unsere Gesellschaft mit. Wohl auch mit aus diesem Grund wird Ihr Tun großteils aus öffentlichen Fördertöpfen finanziert. Wenn ich nicht in der Lage bin, meine Leistungen adäquat an den Mann oder die Frau zu bringen, ist das mein eigenes Problem. Bei Kultureinrichtungen sieht das etwas anders aus, denn es ist das Geld der SteuerzahlerInnen, das hier verwendet wird.

Dabei haben es die Kultureinrichtungen nicht leicht, denn erstens sind die öffentlichen Kassen ziemlich leer und zweitens wird die Konkurrenz immer größer und damit bedrohlicher. Immer häufiger lesen wir davon, dass Kultureinrichtungen zusperren müssen oder von der Schließung bedroht sind. Dagegen anzuarbeiten heißt, jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Auch ich muss Überzeugungsarbeit leisten und mit den Menschen ins Gespräch kommen, deshalb war ich von den Möglichkeiten, die mir ein Blog bietet, so begeistert. Und ich bin überzeugt, dass Blogs und all die anderen Tools und Plattformen, die im Laufe der Zeit dazu gekommen sind, auch für Kultureinrichtungen eine gute Möglichkeit bieten, mit denen ins Gespräch zu kommen, deren Steuergeld sie ausgeben und die sie von ihren Angeboten (wieder) überzeugen wollen.

Aus diesem Grund habe ich mich über jede Kultureinrichtung gefreut, die den Schritt ins Social Web gewagt hat und ganz besonders gefreut habe ich mich, wenn dabei ein Blog zum Einsatz kam. “Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot“, konnte man gestern bei Axel Kopp nachlesen, der die Schließung des Blogs der Duisburger Philharmoniker zum Anlass genommen hat, sich mit den Blogs von Kultureinrichtungen zu beschäftigen. Kopp begrüßt diese Entscheidung, denn, so seine Meinung, das Blog sei langweilig und würde eh niemanden mehr interessieren. Das gelte, so schreibt er an anderer Stelle, auch für viele andere Blogs von Kultureinrichtungen. Ich möchte ihm da nicht widersprechen, auch ich gehe davon aus, dass in den nächsten Monaten einige Blogs wieder verschwinden werden beziehungsweise ein recht trauriges Dasein ohne neue Beiträge fristen müssen.

Im Unterschied zu Axel Kopp spielt es in meinen Augen keine wirklich entscheidende Rolle, ob das Blog in die eigene Website integriert ist oder an anderer Stelle seinen Platz im virtuellen Raum gefunden hat. Er erklärt zwar recht einleuchtend die Vorteile des integrierten Blogs, aber dadurch werden die Inhalte auch nicht spannender. Alfred Wendel, der Duisburger Philharmoniker, verstieg sich in einem Interview für Kulturmanagement Network zu der Behauptung:

“Es hat immer wieder zu Irritationen geführt, dass es für dasselbe Orchester zwei verschiedene Websites gibt, weshalb wir es für besser hielten, dies nun zentral zusammenzuführen.”

Ich würde eher sagen, je größer die Zahl meiner Anlaufstellen im virtuellen Raum ist, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ich gefunden werde. Die Sorge, den User zu irritieren, müsste dann ja auch konsequenterweise zur Schließung sämtlicher Accounts im Social Web führen. Wäre das wirklich der Punkt gewesen, hätte man ja, wie von Axel Kopp empfohlen, das Blog in die eigene Seite integrieren können und das Problem damit gelöst.

Was ist aber nun eigentlich das Problem? Kultureinrichtungen gelingt es meist nicht, denke ich, den richtigen Ton zu finden. Das ist auch nicht so ganz einfach, denn die traditionelle Unternehmenskommunikation funktioniert im Social Web nicht mehr. Erst jetzt mit den entsprechenden Rückkanälen merken wir, dass es die Menschen sind, die ein Gespräch führen und nicht das Unternehmen. Hinzu kommt: nicht jedes Chefego hält es aus, wenn sich auf den Social-Media-Kanälen die PraktikantIn zum heimlichen Star der Kultureinrichtung mausert. Dabei ist genau das vermutlich eines der Erfolgsgeheimnisse: Pläne und Strategien helfen Ihnen nur dann weiter, wenn Sie jemanden vor der Tastatur sitzen haben, der mit Begeisterung und Hingabe dabei ist. Genau aus diesem Grund glaube ich auch nicht, dass, wie Axel Kopp meint, kleine Unternehmen mit ihren Blogs chancenlos seien. Natürlich wird, mit steigender Sichtbarkeit, die Zeit immer knapper, aber es lohnt sich auf alle Fälle, so meine Meinung als (ganz kleiner) Unternehmer.

Bei Kultureinrichtungen würde ich aber noch einen Schritt weiter gehen. Wenn sie wollen, dass sie wahrgenommen werden und auch weiterhin von der öffentlichen Hand finanziert werden wollen, dann ist es für sie unumgänglich, das Gespräch mit dem Publikum, aber auch mit dem Steuerzahler zu suchen. Natürlich steht es jeder Kultureinrichtung frei, sich die entsprechenden Kanäle auszusuchen, aber wenn die Entscheidung den Schritt vom Web2.0 zurück zum Web1.0 mit sich bringt, dann sollten doch die Alarmglocken klingeln. Nicht so sehr bei den Orchesterverantwortlichen, sondern vor allem bei denen, die dieses Orchester finanzieren. Irgendwo sei dann schon die Frage erlaubt, wer da eigentlich für wen da ist?

Axel Kopp hat seinen Blogbeitrag mit “Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot” überschrieben. Ich prophezeie: Kultureinrichtungen, die ihre Blogs schließen, sind tot. Nicht sofort und nicht weil sie ihr Blog schließen, sondern weil ich den Eindruck habe, dass hier Entwicklungen verpasst werden. Entwicklungen, die dem Orchester helfen würden, den Verantwortlichen aber, das sollte fairerweise dazugesagt werden, schaden könnten. Veränderung bedeutet immer, ich muss jemandem etwas wegnehmen. Dass sich der dagegen wehrt ist verständlich. Nur: Veränderung lässt sich nicht aufhalten. Genau aus diesem Grund ist es auch erlaubt ein Blog zu schließen. Aber bitte nicht für den Schritt nach hinten, sondern nur für den nach vorne.

Beitrag

Corporate Blogs: was passiert, wenn der Blogger geht?

13 Kommentare

Sind Corporate Blogger austauschbar?” fragt Klaus Eck und zeigt anhand des Otto-Fashion-Blog, dass die BloggerInnen zwar durchaus austauschbar sind, aber der Wechsel schon genau geplant werden muss. Man dürfe die BlogleserInnen nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern müsse sie entsprechend darauf vorbereiten, so Klaus Eck.

Darauf vorbereiten deshalb, weil BloggerInnen entscheidenden Anteil daran haben, ob ein Blog erfolgreich ist oder nicht. So wichtig sie für den Erfolg sind, so wichtig ist es aber auch für das Unternehmen, sich vorweg Gedanken darüber zu machen, was passiert, wenn die BloggerIn geht. Martin Grothe spricht in einem der Kommentare von einer Exit-Strategie, ein Begriff, der es für mich sehr gut trifft.

Was heißt das für den Kunst- Kulturbereich? Im Augenblick noch gar nichts, ist man fast geneigt zu sagen, denn Blogs spielen hier noch lange nicht so eine wichtige Rolle wie etwa in der Modebranche. Vergleicht man etwa das Otto-Fashion-Blog mit einem Blog aus dem Kunst- und Kulturbereich, dann fällt auf, dass es bei ersterem um Mode geht, bei den Blogs im Kunst- und Kulturbereich aber in der Regel um die jeweilige Kultureinrichtung.

Ich behaupte, darin liegt auch der Grund, dass Blogs im Kunst- und Kulturbereich bis jetzt wenig erfolgreich sind, wobei es mir im Hinblick auf den Erfolg weniger um die Zugriffszahlen, sondern eher um die Relevanz für den Bereich oder die Sparte geht. Deshalb habe ich auch meine Meinung im Hinblick auf die Frage, wer bloggen sollte, geändert. Ich habe bis jetzt immer den Standpunkt vertreten, dass die Blogposts von Personen aus der Kultureinrichtung geschrieben werden müssten, weil sie die entsprechenden Einblicke in den Betrieb haben und dementsprechend nahe an den Themen dran sind.

Ich fürchte, das ist eher ein Nachteil, der dazu führt, dass der Blick über den Tellerrand nicht gelingt. Wer in die Struktur des Kulturbetriebes eingebunden ist, hat oftmals gar nicht die Freiheit, über andere Dinge zu schreiben oder er kommt einfach nicht auf die Idee. Meiner Meinung nach sollte mit einem Blog ein Themenbereich, eine Kunstsparte besetzt werden und nicht nur das Programm der jeweiligen Kultureinrichtung. Und das gelingt leichter, wenn man nicht in die Hierarchie eingebunden ist, sondern sich unabhängig von ihr bewegen kann. Ich denke dabei nicht so sehr an Agenturen, sondern an die vielen ExpertInnen, die es in allen Kunstsparten gibt und die so Möglichkeit hätten, ihr Wissen in ein solches Medium einzubringen.

Wie sehen Sie das?

Beitrag

Blog-Strategien

15 Kommentare

The Killer Blog Strategy würde ich so eine Anleitung zum Bloggen zwar nicht unbedingt nennen, aber das, was John Haydon da verfasst hat, eignet sich hervorragend für alle diejenigen, die gerade dabei sind, mit dem Bloggen zu beginnen. Das entspricht zwar derzeit nicht unbedingt dem Trend, aber ich behaupte, dass sich das irgendwann auch wieder mal ändern wird. Warum? Natürlich ist es gerade hip, auf Twitter und Facebook präsent zu sein und es stimmt auch, dass man dort mit wenigen Zeichen auskommt, sprich, drei  bis vier Sätze und ein Foto, ein Video oder ein Link sind schon ausreichend, um dort Präsenz zu zeigen. Aber auf Dauer ist es eine ziemliche Herausforderung, auf diese Weise Aufmerksamkeit zu erregen und den UserInnen darüber hinaus einen Mehrwert zu bieten.

Da ist es in meinen Augen schon etwas leichter, wenn man sich in einem Blog, bildlich gesprochen, etwas ausbreiten darf und entweder eine interessante Geschichte erzählt oder den Dialog mit den LeserInnen sucht und dann hoffentlich auch findet.

Netterweise hat John Haydon seine Strategie gleich in Form einer Mindmap zur Verfügung gestellt. Sie besteht aus folgenden Schritten:

  1. Content Creation
  2. Promotion Strategy
  3. Community Management
  4. Measurement Strategy
  5. Listening Strategy

Die größte Sorge haben Kultureinrichtungen interessanterweise schon beim ersten Punkt, nämlich der Frage, woher die Inhalte nehmen. Ich kann das verstehen, denn als ich mit diesem Blog begann, hatte ich genau die gleiche Angst, die Angst, dass mir nichts einfällt, was ich hier schreiben könnte. Diese Sorge ist am Anfang wahrscheinlich sogar berechtigt, schließlich weiß man ja nicht, was ankommt. Aber im Laufe der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür, welche Themen und Geschichten für das eigene Blog geeignet sind. Hinzu kommt: Themen werden in Sekundenbruchteilen auf ihre Blogrelevanz abgeklopft und, so das Urteil positiv ausfällt, sofort irgendwo abgespeichert. Dieser Vorrat ist bei mir im Laufe der Zeit ziemlich angewachsen und auch wenn ich ab sofort nichts mehr im Internet lesen würde, könnte ich alleine mit den abgespeicherten Seiten noch eine ganze Weile durchhalten.

Beim Punkt Promotion würde ich gerne noch eine Ergänzung vornehmen. Natürlich ist es wichtig, dass man via Twitter und Facebook, aber auch per Email auf das eigene Blog hinweist. Mindestens ebenso wichtig ist es aber, auf anderen Blogs zu kommentieren. Sie werden dadurch nicht nur als Marktschreier, der das eigene Blog bewirbt, wahrgenommen, sondern zeigen, dass Sie einerseits am Dialog interessiert sind und andererseits auch inhaltlich kompetent sind.

Zum Thema Community Management kann man natürlich ganze Bücher und Blogs füllen, aber als Einstieg in das Thema Bloggen reicht es anfangs sicherlich, wenn man sich vor allem auf die Kommentare konzentriert und sich im Vorfeld überlegt, wie und vor allem wann man darauf reagiert. Ich persönlich finde es immer etwas enttäuschend, wenn ich mir die Mühe mache, auf einen Beitrag zu reagieren und dann die Rückmeldung ausbleibt.

Kommentare können darüber hinaus auch ein Indikator sein, was den Erfolg des Blogs angeht. Ob es die Anzahl oder die Inhalte sind, hängt davon ab, welche Ziele sich die BlogbetreiberInnen gesetzt haben. Wichtig ist, dass man sauber zwischen den quantitativen und qualitativen Indikatoren unterscheidet.

Bleibt noch der letzte Punkt, die Frage, wie man als ZuhörerIn agiert? Wie reagieren die UserInnen auf Ihre Beiträge, wie nimmt man Sie als Institution wahr? Ein in meinen Augen wichtiger Punkt, der häufig außer Acht gelassen wird. Dabei erfährt man auf diese Weise wunderbar, wie man selbst bzw. die Institution gesehen wird, ohne eine große Umfrage durchführen zu müssen.

Aber, um noch einmal an den Ausgangspunkt zurückzukehren: ohne konkretes Ziel machen alle diese Punkte keinen Sinn.

Beitrag

Das Erfolgsrezept von Blogs

16 Kommentare

Um Blogs ist es in den letzten Monaten recht ruhig geworden. Sie sind im Alltag angekommen, könnte man sagen, das Interesse gilt eher Plattformen wie Facebook oder Twitter. Mag sein, dass gerade diese beiden Plattformen weiter an Bedeutung gewinnen werden, Blogs sollte man aber nicht abschreiben, ganz im Gegenteil: ein erfolgreiches Blog sticht immer noch wesentlich leichter aus der Masse der Webpräsenzen heraus als ein Twitteraccount oder eine Facebook-Fanseite.

Was aber muss man tun, um mit dem eigenen Blog erfolgreich zu sein bzw. wie definieren wir Erfolg? Spätestens an dieser Stelle muss man wohl zwischen privat und beruflich geführten Blogs unterscheiden. Während die Ziele von Privatblogs wahrscheinlich sehr heterogen sind, geht es bei beruflich geführten Blogs irgendwann einmal um Geld, das reinkommen soll, egal ob direkt oder indirekt.

Auch darüber lässt sich nun trefflich streiten, ob dem wirklich so ist, aber zumindest im angelsächsischen Raum ist das eher kein Thema. Hier wird der Erfolg eines Blogs sehr gerne monetär ausgedrückt. Was die Ingredienzien eines solchen “Superblogs” sind, damit hat sich Glen auf dem Blog von ViperChill beschäftigt und sich dabei an den Top 10-Blogs bei Technorati orientiert. “How to Build a Superblog” wird dort gefragt, die Antwort erfolgt auf Basis der folgenden vier Kriterien:

  • Alter des Blogs
  • Beiträge pro Tag
  • Länge der Beiträge
  • Zugriffszahlen

Alter des Blogs: BoingBoing steht mit seinem Alter von über zehn Jahren einsam an der Spitze, das jüngste Top 10-Blog existiert aber auch schon mehr als vier Jahre. Der Schluss, je älter ein Blog, desto erfolgreicher, lässt sich daraus wohl nicht ziehen. Aber die Zahlen zeigen, dass man Zeit braucht, um ein Blog zu etablieren.

Beiträge pro Tag: die zehn Top 10-Blogs veröffentlichen im Schnitt gut 55 Beiträge pro Tag, angeführt wird das Ranking von dem Huffington Post-Blog mit 193 Beiträgen pro Tag, Schlusslicht ist Mashable mit 21 Blogposts. Dass die Zahl der Beiträge Einfluss auf den Erfolg eines Blogs hat, habe ich schon im letzten Jahr festgestellt, allerdings hat Johannes Reiss an anderer Stelle zu Recht eingeworfen, dass es gerade im Kunst- und Kulturbereich nicht nur um die Quantität, sondern auch um Qualität gehen sollte.

Länge der Beiträge: 1.235 Worte hat ein Huffington Post-Beitrag im Durchschnitt, was ein Beleg dafür ist, dass man nicht immer nur kurze Beiträge schreiben sollte, um Erfolg zu haben. Gerade diese Feststellung freut mich ungemein, denn ich bekomme immer wieder zu hören, dass meine Beiträge recht lang sind. Stimmt, das sind sie teilweise, aber mit durchschnittlich 362 Worten pro Beitrag zeigen die Top 10-Blogs, dass auch Qualität eine Rolle spielt, denn so viele leere Worte würde sich niemand antun, sprich, die Zugriffszahlen würden sinken.

Zugriffszahlen: Zwischen 600.000 und 8 Mio. BesucherInnen können die zehn Blogs pro Monat verzeichnen. Aber die Behauptung, dass man ordentliche Zugriffszahlen braucht, um sein Blog zu Geld machen zu können, kommt nun nicht überraschend. Ich denke, Zugriffszahlen sind wichtig, aber der Erfolg eines Blogs hängt auch davon ab, ob es mir gelingt, meine Zielgruppe anzusprechen. Schaffe ich das, können mir die Zugriffszahlen eher egal sein.

Welche Schlüsse lassen sich aus dieser Analyse ziehen? Glen ist der Ansicht, dass es wichtig sei, eine Nische zu finden, die eigene Marke aufzubauen und dann möglichst viel Content zu produzieren. Die Frage ist nun, wie man an diese Inhalte herankommt? Glen schlägt vor, es entweder alleine zu versuchen, Allianzen zu schmieden oder ein Team zu engagieren. Ersteres scheint mir unrealistisch zu sein, denn ich tue mir alleine schon schwer, täglich einen Beitrag zu schreiben. Das ist zwar auch nicht wenig, aber gemessen an den Themen, über die ich schreiben könnte, nicht genug. Von daher kann man jeder Kultureinrichtung, die mit einem Blog startet, eigentlich nur raten, sich gleich ein Team aufzubauen, um zumindest dieses Problem gelöst zu haben.

Beitrag

Was bringt eigentlich die Blogroll?

10 Kommentare

Als ich mit dem Bloggen begann, gab es nur sehr vereinzelt Blogs, die sich mit Themen wie Kulturmanagement, -marketing oder Social Media im Kunst- und Kulturbereich beschäftigten. Sie zu finden war über die verschiedenen Suchmaschinen nur bedingt möglich, denn häufig ließ und lässt der Name eines Blogs nicht unbedingt Rückschlüsse auf seine Inhalte zu.

Umso erfreuter war ich dann immer, wenn ich ein Blog fand, das eine gut gefüllte Blogroll hatte. Auf diese Weise habe ich begonnen, meinen RSS-Reader zu füllen und profitiere heute noch von den damaligen Fundstücken. Mittlerweile ist das nicht mehr so ganz einfach, denn erstens vernetzen wir uns heute anders, zum Beispiel über Empfehlungen im Google Reader oder über Facebook. Und es ist zweitens auch gar nicht mehr so nötig, denn wer über ein gutes Netzwerk verfügt und es versteht, mit Filtern zu arbeiten, der ist auf die Blogroll eigentlich nicht mehr angewiesen. Auch hier gilt: nicht wir suchen die für uns interessantesten Blogs, sie finden uns. Sie werden uns empfohlen oder tauchen irgendwann in einem unserer Feeds auf, die wir für die Suche eingerichtet haben.

Wozu dann noch eine Blogroll? Wer neu in ein Thema einsteigt und noch nicht über ein entsprechendes Netzwerk verfügt, wird immer noch froh sein, wenn er darin andere Blogs aufgelistet findet. Darüber hinaus ist die Blogroll aber auch eine Art Visitenkarte. Sie zeigt mir, welche Blogs der Blogbetreiber für lesenswert hält. Das müssen gar nicht unbedingt immer nur Blogs aus dem eigenen Themenbereich sein, sondern ganz im Gegenteil. Ich persönlich freue mich über Empfehlungen auch aus ganz anderen Bereichen. So bin ich zum Beispiel auf Blogs aus dem Mode- und dem Designbereich gestoßen, auf Blogs zum Thema Innovation oder auf sehr persönlich geführte Blogtagebücher. Für mich ist die Blogroll deshalb mehr als eine Visitenkarte, denn sie erweitert das Themenspektrum des eigenen Blogs.

Deshalb macht es eigentlich auch keinen Sinn, andere nach einem Linktausch zu fragen. So nach dem Motto: komme ich in Deine Blogroll, kommst Du auch in meine. Das ist langweilig und würde langfristig dazu führen, dass in den Blogrolls immer nur die gleichen Blogs zu finden sind. Natürlich kann ich es verstehen, wenn man gerade mit dem Bloggen begonnen hat und sich um die ersten Links bemüht. Kurzfristig mag das Funktionieren, langfristig schaden Sie sich damit, denn es mag Ihnen anfangs (zumindest fast) egal sein, wer da auf Sie verlinkt, Hauptsache, es verlinkt wer. Irgendwann später, wenn Ihr Blog dann gewachsen ist und Sie sich einen Namen gemacht haben, werden Sie Ihre Blogroll anschauen und feststellen, dass sie eher eine Art Bauchladen haben.

Aber da kommen Sie dann nicht so leicht raus, denn Sie sind ja ein Geschäft auf Gegenseitigkeit eingegangen. Zumindest ein schlechtes Gewissen bleibt unter Umständen. Bleiben Sie unabhängig in der Zusammenstellung Ihrer Blogroll, dann können Sie sie jederzeit nach Lust und Laune verändern.

Betrachtet man die Blogs von Kultureinrichtungen, dann fällt einem auf, dass viele gar keine Blogroll haben. Das ist schade, denn sie vermittelt mir als BesucherIn des Blogs einen Eindruck, mit wem ich es zu tun habe, so bekommt der Kulturbetrieb ein Gesicht. Aber wen nehme ich in meine Blogroll auf? Die Konkurrenz natürlich nicht. :-) Stopp, natürlich kommt die in die Blogroll. Vorausgesetzt, sie hat ein Blog. Wenn Sie Sorge haben, dass Ihnen dadurch BesucherInnen verloren gehen könnten, dann arbeiten Sie an der Qualität Ihres Angebotes, nicht an den Mauern um Ihre Einrichtung herum. Heute kann eh jeder über Ihre Mauern schauen, das hilft nicht.

Eine interessante Frage hat Axel Kopp in diesem Zusammenhang gestellt. Er wollte wissen, ob man auch die vielen regionalen Kunstblogs, die über das Geschehen vor Ort berichten, in die eigene Blogroll nehmen solle? Das hängt jetzt davon ab, wofür man seine Blogroll verwenden möchte. Strategisch gedacht macht das natürlich Sinn, wenn man sich mit solchen Blogs vernetzt. Die Frage ist nur, ob es unbedingt die Blogroll sein muss?

Ich würde solche Blogs durchaus unterstützen, denn sie unterstützen mich ja auch, indem sie über mich bzw. meine Tätigkeit berichten. Aber ich würde solche Kooperationen eher inhaltlich kommunizieren und dementsprechend in den jeweiligen Beiträgen die Links setzen. Das kann zum Beispiel ein Beitrag über alle Blogs sein, die vor Ort über das Kunst- und Kulturgeschehen berichten. Viele Menschen werden erst auf diese Weise davon erfahren, denn die Zahl der BlogleserInnen ist noch nicht so überwältigend. Gerade im deutschsprachigen Raum. Blogrolls können dazu beitragen, dass es mehr werden.

Beitrag

Kulturmanagement-Studium: wozu ein Weblog gut sein kann

7 Kommentare

Nicht nur immer mehr Kulturbetriebe beginnen mit dem Bloggen, auch die Zahl der Ausbildungseinrichtungen, die Weblogs nutzen, nimmt so allmählich zu. Wobei das “allmählich” eine durchaus längere Zeitspanne umfasst. ;-) Da ist zum einen der Studiengang Kulturmanagement in Ludwigsburg, wo ein Weblog dazu diente, potenzielle LehrgangsteilnehmerInnen über das Bewerbungsprozedere, das Studium und die Karriereaussichten zu informieren.

Ein eigenes Weblog betreibt aber auch der Studiengang Kulturmanagement an der Karlshochschule. Die Idee von Patrick Breitenbach, die StudentInnen das Blog mit Inhalten füllen zu lassen, halte ich für eine tolle Idee. Vor allem wenn sie so gut funktioniert wie in diesem Fall. Ich gehöre zu den regelmäßigen Lesern dieses Blogs und glaube, dass es etwas schafft, was sonst so gar nicht möglich ist: unmittelbare Einblicke in den Bereich Kulturmanagement bzw. das Studium zu gewähren.

Außerdem bietet das Blog den StudentInnen die Möglichkeit, dort Sichtbarkeit zu erlangen und auch geich Werbung in eigener Sache zu machen. Wie das aussehen kann, kann man am Beispiel von Solveig Schwarz verfolgen. Sie berichtet derzeit über ihre Praktikums-Erfahrungen in einer Galerie. Wer ihre Erfahrungsberichte der ersten und zweiten Woche gelesen hat, erkennt nicht nur, dass sie gut schreiben kann, sondern auch in einem Galeriebetrieb ihre Frau steht.

StudentInnen, die solche Blogs als Plattform für sich zu nutzen wissen (Solveig Schwarz ist auch auf dem Blog der stARTconference mit einem Video-Interview vertreten), haben eine ganz andere Sichtbarkeit als die anderen StudentInnen und deshalb vermutlich auch die besseren Jobaussichten. Dabei muss muss ja nicht darauf warten, bis die Universitäten und Fachhochschulen mit dem Bloggen beginnen, man kann ja auch selbst aktiv werden, wie etwa Axel Kopp.

Beitrag

Kulturmanagement in Ludwigsburg: mit einem Blog über den Lehrgang informieren

4 Kommentare

Angenommen, Sie beabsichtigen Kulturmanagement zu studieren und sind nun auf der Suche nach Informationen, um herauszufinden, ob das was für Sie ist und wenn ja, welches der für Sie beste Studiengang ist. Natürlich hat mittlerweile jeder Anbieter eines solchen Studienganges Kulturmanagement eine eigene Website, wo man sich – in der Regel – sehr ausführlich informieren kann.

Nur: besonders einladend wirken die diversen Folder und PDF nicht unbedingt. Hat man Fragen, wird zwar meist eine Ansprechperson genannt, aber wenn einem die eigene Frage zu banal erscheint, dann lässt man es lieber bleiben. Für den Anbieter dieses Lehrgangs ist das ungünstig, denn unter Umständen geht ihm so eine TeilnehmerIn verloren.

Das Problem ist also die Hemmschwelle, eine Frage zu stellen, und mag sie noch so banal erscheinen. Um diese Hürde möglichst niedrig zu halten und mit potenziellen StudentInnen ins Gespräch zu kommen, hat das Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg einen guten Weg gewählt. Es hat für diejenigen, die sich für das berufsbegleitende Masterstudium interessieren ein eigenes Weblog eingerichtet.

blogludwigsburg

Was mir gut daran gefällt. Im Blog wird nicht nur einfach wiederholt, was auf der Website eh schon steht, sondern man versucht, das Studium aus verschiedenen Perspektiven und mit Hilfe verschiedener Medien zu beschreiben. Den Anfang macht der Leiter des Studiengangs, Armin Klein, mit einem Grußwort, gefolgt von einem YouTube-Video, in dem das Bewerbungsprozedere erklärt wird.

Eine gute Idee ist es auch, ehemalige Studenten zu Wort kommen zu lassen. Das macht das Blog sehr lebendig und zeigt, was einen in Ludwigsburg aus der Sicht der AbsolventInnen erwartet.

Wäre ich auf der Suche nach einem Lehrgang, dann würde ich mir wünschen, dass das Blog personifizierter geführt wird. Oder dass zumindest das Blogteam vorgestellt wird. Im Impressum steht zwar, wer da alles dabei ist. Aber wenn ich über das Blog z.B. StudentInnen direkt ansprechen kann, dann ist das ein riesiger Gewinn, denn deren Meinungen zählen mit am meisten.