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So bekommen Ihre Blogbeiträge mehr Klicks

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Vermutlich geht es mir wie allen, die ein Blog betreiben oder auf eine andere Art und Weise eigene Inhalte veröffentlichen: Ich investiere in meine Beiträge einiges an Zeit und habe deshalb den Wunsch, dass sie dann möglichst oft gelesen werden. Dafür setze ich natürlich auch auf die sozialen Netzwerke und poste dort den entsprechenden Hinweis. Da ich weiß, dass die Postings nach wenigen Stunden praktisch verschwunden sind und keine Links mehr generieren, habe ich versucht, den Hinweis nicht auf allen Netzwerken gleichzeitig zu veröffentlichen, sondern zeitlich gestaffelt. Erst auf Facebook, ungefähr zwei Stunden später auf Twitter und irgendwann auf Google+. Mehr als einmal habe ich gewöhnlich nicht auf meine Blogbeiträge hingewiesen, um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen, ich würde spammen.

Vor einiger Zeit bin ich auf KissMetrics auf einen Beitrag von Garrett Moon gestoßen. In “How to Easily Double Your Traffic from Social Media” zeigt er einen Weg auf, wie die eigenen Blogbeiträge mehr Klicks erhalten. Anhand eines (hypothetischen) Beispiels macht er folgende Rechnung auf:

Quelle: KISSMetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Quelle: KISSMetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

 

Diese Grafik hat mir zu denken gegeben und mich dazu gebracht, das Thema der Bewerbung des eigenen Blogs etwas genauer zu betrachten. Erstens habe ich natürlich ein Interesse daran, meine Zugriffszahlen zu erhöhen und zweitens bin ich schon seit längerer Zeit dabei, meine mittlerweile knapp 1.800 Beiträge auf diesem Blog zu erfassen, um sie besser zu verwerten. Ob auf Twitter oder in den verschiedenen Facebookgruppen, immer wieder passen alte Blogbeiträge ganz gut zu einem Thema. Aber ich muss wissen, dass es sie gibt und ich muss sie finden. Deshalb erstelle ich gerade eine Liste, um einen Überblick zu erhalten. Aber die alten Beiträge sind ein eigenes Thema, mir geht es primär um die aktuellen Postings.

Die Grafik zeigt, dass sich in diesem Fall die Klickzahlen mehr als verdoppeln würden, weil der Hinweis auf ein Blogpost insgesamt dreimal über die Netzwerke verbreitet wird. Natürlich kann man jetzt auch die Unterschiede der Netzwerke berücksichtigen und unterschiedliche Frequenzen wählen, Moon zeigt in einer weiteren Grafik, wie das aussehen könnte. Da mir mehrere Accounts auf Twitter, Facebook und Google+ zur Verfügung stehen, habe ich viel mehr Gestaltungsspielraum als mit jeweils nur einem Account. Trotzdem würde ich mich unwohl fühlen, permanent den gleichen Inhalt zu verbreiten.

Spannend finde ich daher den Ansatz, ein Blogpost unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten zu bewerben. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Moon anhand eines seiner Blogposts, auf das er via Twitter insgesamt fünf Mal hinweist:

Quelle: KISSmetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Quelle: KISSmetrics Blog: http://bit.ly/1sI9dry

Während er beim ersten Tweet nur den Titel des Postings nennt, stellt er bei der zweiten Verlinkung  eine Frage und sucht sich für das dritte Mal eine interessante Zahl, auf die er hinweist. Beim vierten Mal verwendet er ein Zitat und beim fünften Mal wählt er einen besonders bemerkenswerten Umstand aus, den er als Aufhänger verwendet. Ich muss gestehen, dieser Ansatz gefällt mir, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob er überhaupt funktioniert.

Ich habe mir deshalb vorgenommen, das einfach mal auszuprobieren und zu schauen, ob sich die Klickzahlen erhöhen oder nicht. Für diesen und die folgenden Beiträge bin ich gerade dabei, ein “System” zu entwickeln, das ich bei den nächsten Blogbeiträgen anwenden werde. In etwa vier Monaten werde ich eine Auswertung vornehmen und dann darüber berichten. Bis dahin zähle ich Klicks. ;-)

Was mich interessieren würde: Wie oft weisen Sie auf Ihre Blogbeiträge hin und gehen Si dabei systematisch vor oder überlassen Sie es dem Zufall?

The Future is here
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Marketing im digitalen Raum: Fünf Punkte, auf die wir achten müssen

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Bild: The Future is Here“; von Alisa Perne (CC BY-SA 2.0) auf Flickr

Frank Tentler hat gestern in seinem Blogpost “Social Web 2.0. Oder: Neue Grundlagen für Kommunikation und Marketing.” beschrieben, wie er die zukünftige Entwicklung des digitalen Raumes sieht und sich dabei auf ein Modell von Robert Scoble und Shel Israel bezogen. In ihm spielen die 5 “Mächte” Mobil, Social Media, Big Data, Sensoren und die Location Based Technology eine wesentliche Rolle. Was früher einfach nur Social Media hieß und sich für viele auch heute noch auf Facebook reduzieren lässt, erfährt also eine gewaltige Erweiterung, Ob wir nun wie Frank Tentler von den Smartplaces sprechen oder wie ich vom digitalen Erlebnisraum, spielt keine große Rolle, denn die Entwicklungslinien sind die gleichen.

Was aber bedeutet das eigentlich für uns und unsere Social Media-Aktivitäten? Worauf müssen wir achten, wenn wir weiter das Web für unsere Marketingaktivitäten nutzen wollen? Ein kurzer Blogbeitrag von Rob Bibelhauser auf dem Edelman-Blog spricht da ein paar – in meinen Augen – wichtige Punkte an. In “Five Realities of Modern Digital Marketing” berichtet er vom Besuch einer Konferenz in Seattle und listet darin auf, was er für sich an Erkenntnissen mitgenommen hat:

1. “The Internet of Places”

Bibelhauser spricht von Apps, die es den UserInnen ermöglichen, vor Ort auf bestimmte Informationen zuzugreifen, die sich entweder auf diesen Ort oder das dort stattfindende Event beziehen. Universitäten, Museen oder Konferenzen hätten, so schreibt er, eine neue Plattform, um ihre Geschichte zu erzählen. Was ihm aber noch wichtiger erscheint:

“… brands that lack a physical retail space will find that events can serve as location-based distribution outlets.”

Orte erfahren dadurch eine enorme Aufwertung, was natürlich auch damit zu tun hat, dass wir es schon fast als selbstverständlich ansehen, vor Ort auf online zur Verfügung stehende Informationen oder Inhalte zugreifen zu können. Das heißt aber auch: Mit einer Website alleine ist es nicht mehr getan. Die Menschen vor Ort erwarten erstens, dass sie dort ohne Probleme online gehen können und zweitens, etwa mit Hilfe von iBeacon mit für sie relevanten Inhalten versorgt werden.

2. “Content is No Longer King”

Bibelhauser meint damit nicht, dass Inhalte nicht mehr wichtig sind, nein. Aber es gibt immer mehr Content, während die Zeit derer, für die er bestimmt ist, auf maximal 24 Stunden pro Tag beschränkt bleibt. Wir erleben es ja auf Facebook, wo wir Opfer unseres eigenen Erfolgs geworden sind und nun um die Aufmerksamkeit der UserInnen kämpfen müssen. Gute Inhalte sind zwar wichtig, aber wenn sie niemanden erreichen, war die ganze Mühe umsonst. Während Derek Halpern sein Augenmerk auf die Distribution legt und in seinem Blogbeitrag “The 80/20 Rule for Building a Blog Audience” fordert:

“(C)reate content 20% of the time. Spend the other 80% of the time promoting what you created”,

schreibt Colleen Dilenschneider in “Six Reasons why Content Is No Longer King“: “Content isn’t dead, but connectivity assuredly is king.” Wo auch immer wir den Schwerpunkt ansetzen, klar ist, dass es nicht reicht, Inhalte zu produzieren und darauf zu warten, dass sie konsumiert werden.

3. “Paying to Reach the Right Audience”

Ein Weg, die eigenen Inhalte sichtbarer zu machen, ist es, Geld in die Hand zu nehmen, damit die entsprechenden Zielgruppen auch wirklich erreicht werden.

“Without paid promotion, the value of your content is diminished from the start”,

meint Bibelhauser und ist davon überzeugt, dass wir auch die Daten, die wir auf diese Weise erhalten, dringend benötigen, um herauszufinden, ob wir für jede Zielgruppe die richtige Geschichte gefunden haben. Waren es früher nur die großen Unternehmen, die sich für die Daten der UserInnen interessiert haben, sind heute auch die “Kleinen” froh über die Daten, die sie so erhalten. Die Antwort, ob das Sammeln von Daten denn nötig sei, fällt bei Bibelhauser eindeutig aus: “The answer is yes.”

4. “Video Now the Dominant Player in Mobile”

Das ist der Punkt, an dem ich am meisten schlucken musste, dachte ich doch immer, Videos seien vor allem für die Smartphones eher uninteressant. Aber wenn es stimmt, dass die Hälfte des Traffics über die mobilen Geräte durch das Abspielen von Videos verursacht wird, dann muss ich mich wohl viel intensiver mit dem Thema Video beschäftigen.

5. “Authenticity is Evergreen”

Authentizität ist und bleibt wohl einer der wichtigsten Erfolgskriterien im digitalen Raum. Und was nach Bibelhauser noch dazu kommt:

“Brand trust flows from places that reflect reality and real life — things aren’t always perfect, and the brand promise must match the brand reality.”

In meinen Augen ist das ein ganz wichtiger Punkt, denn viele Kultureinrichtungen streben im Social Web danach, möglichst fehlerlos, möglichst perfekt dazustehen. Ich denke, so etwas kommt gar nicht so gut an, schließlich wissen wir, dass jede/r von uns mal Fehler macht und wir alle nicht perfekt sind.

Manche dieser Punkte sind recht neu, manche kennen wir schon lange. Aber mich hat beim Durchlesen des Beitrags von Rob Bibelhauser erstaunt, wie gut er den Beitrag von Frank Tentler ergänzt. Der Rahmen für unsere Aktivitäten erweitert sich ständig, das Social Web ist nur noch ein Teil davon. Denken wir hier weiter, können wir schon jetzt erahnen, dass der Begriff “social” irgendwann verschwinden wird, denn am Ende ist alles “social”. Das ist dann der Moment, wo der Begriff als Attribut überflüssig wird und wir uns sicher sein können, dass das Social Web bei uns angekommen ist. Aber bis dahin dauert es wohl noch eine Weile. ;-)

#scvie
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stARTcamp Wien: “Social Media and the Death of Passion?”

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Eigentlich wollte ich diesen Beitrag über das stARTcamp Wien schon vor Tagen geschrieben haben, aber ich wusste nicht so recht, was ich schreiben sollte. Was daran lag, dass ich mir schwer tat, das stARTcamp einzuschätzen. Irgendetwas hat mir gefehlt und ich wusste nicht so recht, was es eigentlich war. Monika Meurer hat in ihrem Blogbeitrag “Das stARTcamp Vienna 2014” die Frage gestellt, ob es sich dabei überhaupt um ein Barcamp handelt? Listet man die Kriterien auf, die ein Barcamp ausmacht, dann kommt man nicht umhin, die Veranstaltung als solche zu bezeichnen, daran führt kein Weg vorbei.

Aber ihre Kritikpunkte, etwa, dass es keine Tweets über die Inhalte der einzelnen Sessions gab oder statt des Austauschs von Wissen, sprich Diskussionen, vor allem Frontalvorträge angeboten wurden, sind nicht ganz unberechtigt. Auf der anderen Seite möchte ich niemandem vorschreiben, wie er oder sie die Session gestaltet, insofern tue ich mir mit der Kritik auch wieder schwer. Auch was den Kritikpunkt betrifft, Barcamps sollten grundsätzlich kostenlos sein. Natürlich ist es toll, wenn ich etwas kostenlos anbieten kann. Auf der anderen Seite ist es aber leider auch so, dass Dinge, die kostenlos abgegeben werden, nicht die Wertschätzung erfahren, die sie eigentlich verdient hätten.

Aufgegangen ist mir der Knopf beim Lesen eines Artikels von Shellie Karabell. In “Big Data And The End of Passion” beschäftigt sie sich mit der Frage, was uns in unserer Arbeit eigentlich antreibt? Immer größere werdende Datenmengen, aus denen wir dann die hoffentlich richtigen Rückschlüsse ziehen, oder die Leidenschaft, ein Ziel erreichen zu wollen?

Leidenschaft? Vielleicht ist es das? Es herrschte keine Aufbruchstimmung beim stARTcamp, sondern eine eher sachlich-nüchterne Atmosphäre. Was aber auch verständlich ist. Wir müssen uns nicht mehr voller Leidenschaft in den Kampf werfen, um den Sinn und Zweck von Social Media zu erklären. Es gibt mittlerweile in (fast) allen mittleren und größeren Kulturbetrieben MitarbeiterInnen, die sich damit beschäftigen, fast alle haben zumindest eine Facebookseite. Social Media ist im Kunst- und Kulturbereich angekommen, jetzt geht es um die Frage, welche Ziele wir damit erreichen wollen und welche Wege wir dabei wählen.

#scvie

Aber nicht nur die Frage nach dem richtigen Weg blenden wir gerne aus, oft fehlt es auch an den Zielen. Ziele, Strategien, da geht es meist um Zahlen und um Daten, aus denen wir Rückschlüsse ziehen können, um uns dann über die passenden Instrumente zu unterhalten. Auf dem stARTcamp ging es oft um diese Instrumente, um Apps oder iBeacons, aber eben auch um die Frage, wie Kultureinrichtungen Twitter nutzen können oder um die richtige Social Media-Strategie. An dieser Stelle hätte ich jetzt gerne auf entsprechende Blogbeiträge oder Folien verlinkt, aber die gab es dieses Jahr nur ganz vereinzelt. Auch da kann ich mich an der eigenen Nase fassen, denn ich hatte keine Folien. Eigentlich, um den gefürchteten Frontalvortrag zu vermeiden, aber so ohne Folie ist es auch nicht optimal. Für das nächste Mal gelobe ich Besserung.

Wäre er nicht verhindert gewesen, hätte uns Wolfgang Gumpelmaier im Essl-Museum eine schöne Geschichte erzählen können über das, was auf Barcamps alles möglich ist. Während er beim letzten stARTcamp Wien eine Session über Crowdfunding hielt, erzählte Teglasy Gergely in einer anderen Session über Zwirbler, den ersten Facebookroman der Welt.  Die beiden kamen ins Gespräch und herausgekommen ist eine gerade erfolgreich abgeschlossene Crowdfundingkampagne, um Zwirbler auch in Buchform und als Klopapier anbieten zu können. In dieser Kampagne steckte genau die Leidenschaft, die ich letzte Woche vermisst habe.

Natürlich sind die Daten wichtig, um sich weiter entwickeln zu können, um feststellen zu können, ob etwas funktioniert oder nicht. Um herauszufinden, wer sich wofür interessiert und dann die passenden Angebote zu entwickeln. Social Media braucht beides, Daten und Leidenschaft. Das eine ohne das andere, das wird nicht funktionieren. Vielleicht ist uns die Leidenschaft auf dem Weg zum Erfolg im Social Web etwas abhanden gekommen? Vielleicht ging es beim stARTcamp zu sehr um Daten und nicht um die Leidenschaft?

Vielleicht müssen wir die Leidenschaft wieder mehr in den Vordergrund stellen. Eine Strategie kann noch so gut und ausgetüftelt sein. Wenn es an Leidenschaft und am Spaß an der Kommunikation fehlt, dann ist der Erfolg in Gefahr. Und damit das nicht verloren geht, notiere ich mir das gleich als das Motto für das nächste stARTcamp Wien: “Social Media: mit Spaß und Leidenschaft” ;-)

 

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Vier Fragen – Influencer Marketing im Kunst- und Kulturbereich

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Wenn ein Theater ein neues Stück inszeniert oder die Werke einer KünstlerIn demnächst in einer Galerie zu sehen sind, dann werden sowohl die Inszenierung als auch die Ausstellung beworben und all die Menschen, mit denen man irgendwie in Kontakt steht, darüber informiert und eingeladen, sich Stück oder Ausstellung anzusehen. Allerdings ist der Kreis derer, die man dabei erreicht, beschränkt, egal, ob über die Website, die Facebookpräsenz oder den Newsletter. Aber es gibt natürlich auch Kanäle, über die ich Menschen erreiche, mit denen ich bis jetzt nicht in Verbindung stand, die gar nicht wissen, dass es mich und meine Arbeit gibt. Redaktionelle Beiträge sind da eine hervorragende Möglichkeit, oder auch Werbung.

Aber ich kann meine Zielgruppen natürlich auch über Dritte ansprechen. Es ist nicht wirklich neu, dass jemand anderen etwas empfiehlt, ob es sich dabei um ein Waschmittel oder eben auch um ein Kulturangebot handelt. Empfehlungen gab es schon immer, aber mit dem Aufkommen des Social Web wuchs das Interesse an denen, die einen hohen Bekanntheitsgrad genießen und denen viele Menschen vertrauen. Die Influencer haben sich zu einem wichtigen Marketinginstrument entwickelt, über das es mittlerweile auch unterschiedliche Theorien gibt.

Geoff Livingston: "The State of Influencer Theory" auf Flickr http://bit.ly/1pfXXId (CC BY-SA 2.0)

Geoff Livingston: “The State of Influencer Theory” auf Flickr http://bit.ly/1pfXXId (CC BY-SA 2.0)

Geoff Livingston hat diese Theorien schon vor drei Jahren zusammengefasst, herausgekommen ist nicht nur diese Grafik, sondern auch der Blogbeitrag “The state of influencer theory on the social Web“, in dem er die verschiedenen Modelle der letzten Jahre kurz auflistet. Er unterscheidet dabei zwischen zwei verschiedenen Ansätzen. Da sind auf der einen Seite

“a select few types of people who can move networks and organizations toward action”.

Also Menschen, die Malcom Gladwell in seinem 2000 erschienen Buch Tipping Point (Affiliate Link) den drei Typen Experte, Vermittler und Verkäufer zuordnet. Das andere Modell, für das vor allem Duncan Watts steht, behauptet,

“that viral events are the result of individuals within a community, those who rise up at the right moment or on the right topic”,

wie Livingston schreibt. Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass Tools wie Klout oder Kred zwar eine Hilfe sein können, aber es nicht damit getan ist, lediglich die UserInnen mit einem hohen Faktor herauszufiltern. Die Frage, welcher der beiden Theorieansätze der richtige ist, lässt sich nicht so leicht beantworten, denn für alle diese Ansätze gibt es empirisches Datenmaterial, die die Richtigkeit des jeweiligen Modells untermauern.

Vier Fragen, bevor Sie mit dem Influencer Marketing beginnen

An so einem Punkt geben viele wahrscheinlich auf und verlassen sich dann eben doch auf die oben genannten Tools. Aber es macht schon Sinn, dass sich Kultureinrichtungen und auch KünstlerInnen darüber Gedanken machen, wer für sie als Influencer in Frage kommt. Sie sind es, die mir dabei helfen, das Potenzial des Social Web voll auszuschöpfen. Daher macht es Sinn, sich irgendwann einmal die Zeit zu nehmen und mit dem Thema Influencer (Marketing) zu beschäftigen. Oft fehlen die Ressourcen, weshalb viele dann die Kurzform wählen. Man bittet die, die in den verschiedenen Netzwerken Sichtbarkeit haben darum, den Hinweis auf die Veranstaltung zu posten. Dass dabei nicht besonders viel herauskommt, wissen wir vermutlich alle oder ahnen es zumindest.

Wie kann ich das Thema aber sinnvoll angehen? Folgende Fragen sollten Sie beantworten, bevor Sie mit dem Influencer Marketing beginnen:

  1. Legen Sie fest, was Sie von “Ihren” Influencern eigentlich erwarten, welche Ziele erreicht werden sollen? Lebt jemand am anderen Ende der Welt, ist er eher keine große Hilfe, um den Ticketverkauf für die morgige Veranstaltung anzukurbeln. Aber vielleicht können Sie mit ihm oder mit ihr ein Interview führen, um überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen? Oder Sie schaffen es, jemanden für einen Gastbeitrag zu gewinnen, um die Zahl der Abonnenten des gewählten Formats zu erhöhen (z.B. Newsletter oder Blog). Vielleicht streben Sie aber auch eine Zusammenarbeit an, die dann schon in der Konzeptionsphase beginnen muss und so eng ist, dass der Influencer sehr wohl die Veranstaltung bewerben kann, weil es ja auch seine eigene ist.
  2. Influencer ist nicht gleich Influencer: Sie ahnen es schon, dass Sie nicht alle Influencer gleich behandeln können, da es gewaltige Unterschiede gibt. Wir können etwa zwischen Prominenten, Publishern, Fans und Freunden unterscheiden. Je prominenter jemand ist, desto größer ist seine/ihre Reichweite. Ob die breite Streuung Ihnen aber hilft und Sie damit Ihr Ziel erreichen, müssen Sie erst einmal herausfinden. Das ist bei den Fans und Freunden sicher anders. Sie verfügen meist nicht über eine große Reichweite, aber sie identifizieren sich mit Ihrem Angebot und wirken deshalb oft sehr viel überzeugender als irgendeine prominente Persönlichkeit.
    Für die PR und das Marketing am interessantesten sind die Publisher, bei denen es sich im Kunst- und Kulturbereich meist um BloggerInnen handelt, oder auch um Personen, die erfolgreich einen YouTube-Channel betreiben.
  3. Welche Inhalte bieten Sie Ihren Influencern an? Wer einfach nur einen Pressetext verschickt, hat ziemlich sicher schlechte Karten. Schicken Sie spezielles Infomaterial, laden Sie zu einem Google-Hangout ein, nutzen Sie Twitter für den Erstkontakt beziehungsweise später für ein Twitter-Interview oder laden Sie die Influencer zu einer Präsentation (oder, um bei unseren beiden Beispielen zu bleiben, in eine Probe oder zu einer eigenen Führung) ein.
  4. Oft steht dann am Ende die Suche nach den Influencern, denn nun haben Sie bereits die wichtigsten Fragen beantwortet, nämlich was Sie überhaupt erreichen möchten, wen Sie dafür ansprechen wollen und welche Inhalte und Formate Ihnen dafür zur Verfügung stehen? Nun beginnt die schwierige Suche nach den “Richtigen”. Sie können mit Schlagworten arbeiten, Blogverzeichnisse (z.B. Icerocket) durchforsten, auf Twitter nach Empfehlungen fragen und vieles mehr. Aber eine Liste für den Branchenüberblick gibt es leider nicht. Sehen Sie es als Vorteil: Gäbe es eine Liste, würden sie alle nutzen. So sind Sie (fast) alleine.
    Vielleicht kennen Sie aber Ihre Influencer schon, dann bleibt Ihnen mühsame Suche erspart. Aber vielleicht werfen Sie trotzdem einen Blick ins Social Web und schauen, ob es nicht weitere beziehungsweise neue Influencer gibt, die Sie kontaktieren können. Auch hier gilt: Die Arbeit ist nie zu Ende, hier schließt sich nur der Kreis, bevor es weiter geht.

Sie sehen schon, der Aufwand ist beträchtlich. Aber wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben, stehen die Chancen gut, dass Sie das Interesse der Influencer wecken können und sich daraus eine nachhaltige Zusammenarbeit entwickelt.

Weiter Blogposts:

 

 

 

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Das Essl Museum als Gastgeber des stARTcamp Wien: Immer offen für Experimente

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Ich habe lange überlegt, ob diese Überschrift auch wirklich für dieses Blogpost geeignet ist, denn sie könnte ja auch suggerieren, dass das stARTcamp ein Experiment ist. Im ersten Moment habe ich das verneint, aber es ist noch lange nicht selbstverständlich, dass Kultureinrichtungen Gastgeber eines stARTcamps sind und deshalb lasse ich erstens die Überschrift so stehen und bedanke mich zweitens noch einmal beim Essl Museum für die Einladung.

Auf die Überschrift bin ich aber eigentlich durch die Idee des Museums gekommen, eine Ausstellung mit Hilfe ihrer Facebookfans zu gestalten. Ein spannender Ansatz und deshalb freue ich mich natürlich besonders, dass das stARTcamp Wien dieses Jahr im Essl Museum vor den Toren Wiens stattfindet. Warum das Haus dieses Jahr Gastgeber des stARTcamps ist und welche Erwartungen damit verbunden sind, das habe ich Barbara Royc, die Marketingleiterin gefragt.

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Christian Henner-Fehr: Morgen ist es soweit, wir sprechen einen ganzen Tag lang über Social Media im Kunst- und Kulturbereich. Nutzt Du selbst eigentlich auch Facebook, Twitter und all die anderen Netzwerke und Plattformen? Oder reicht es Dir, Dich beruflich damit zu beschäftigen?

Barbara Royc: Ich nutze eigentlich seit Jahren verschiedenste Social Media-Kanäle und Blogs, interessanterweise bin ich aber gerade auf Facebook und Twitter vorwiegend beruflich unterwegs, obwohl ich dort private Accounts habe. Man darf nur leider nicht erwarten, dass ich dort viel von mir preisgebe, das erlaubt meine Zeit einfach nicht. Privat nutze ich derzeit eigentlich vorwiegend Social Bookmarking Tools, ich mag auch zum Beispiel Pinterest ganz gerne, um dort Ideen zu sammeln und zu verwalten. Ich probiere ständig verschiedenste Plattformen aus, weil mich interessiert wie sie funktionieren und was sie bieten können, aber bleibe privat selten wo hängen.

Christian Henner-Fehr: Sehr häufig wird im Zusammenhang mit Social Media vom Wunsch nach Vernetzung gesprochen. Ihr seid noch einen Schritt weiter gegangen und habt Eure Facebook-Fans eine ganze Ausstellung mitkuratieren lassen. Ist das die Richtung, die Kultureinrichtungen gehen müssen, wenn sie Erfolg haben möchten?

Barbara Royc: Ich denke, dass es zukünftig für Kultureinrichtungen noch wichtiger sein wird, ihre Besucher bzw. ihr Publikum zur Partizipation einzuladen. Ob dies nun über Social Media oder auf anderen Wegen passiert, ist glaube ich nicht so relevant. Tatsache ist, dass man über Social Media unkompliziert und rasch eine bestimme Zielgruppe erreicht. Social Media ist hier ein Kanal unter vielen, als Kultureinrichtungen gilt es den richtigen Kanal zu wählen. Am wichtigsten wird wohl aber sein, sich als Kultureinrichtung zu überlegen, auf welche Inhalte die Besucher einwirken können.

Christian Henner-Fehr: Beim stARTcamp werden Apps ein Thema sein. Welche Bedeutung misst Du ihnen im Kulturbereich bei? Brauchen wir sie wirklich oder kommen wir auch ohne sie aus?

Barbara Royc: Ich habe mich sehr lange mit dem Thema Apps für Museen beschäftigt, es war auch immer wieder im Gespräch für das Essl Museum. Schlußendlich haben wir uns aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Ich denke aber, dass Apps im Kulturbereich schon wieder von interessanteren Möglichkeiten abgelöst werden – für den Nutzer hat eine App wesentlich mehr Hürden, als wenn die Kulturbetriebe den Nutzer gleich dort abholen, wo er sich aufhält.

Christian Henner-Fehr: Ein stARTcamp lebt von den Ideen und dem Input der TeilnehmerInnen. Welche Session wünschst Du Dir morgen?

Barbara Royc: Ein spannendes, praxisnahes Thema für mich ist, wie man in einem Kulturbetrieb eine Art „Content-Kultur“ etablieren kann. Nur wenn man aus den einzelnen Abteilungen auch die relevanten Inhalte bekommt, kann man als Social Media Redaktion gut agieren. In vielen Unternehmen muß erstmal ein Bewusstsein dafür geschaffen werden. Wir haben zum Beispiel bereits 2 Mal ein offenes Social Media Workshop für Mitarbeiter durchgeführt, bei dem wir unsere Aktivitäten vorgestellt haben. Oft muß man hier Basisarbeit leisten, also „Was ist Twitter überhaupt?“ Mich würde interessieren, wie es anderen Kultureinrichtungen damit geht und was sie so aus der Praxis erzählen können.

Christian Henner-Fehr: Diese Frage habe ich auch schon Michael Wuerges im letzten Jahr gestellt: Morgen geht es um das Thema Social Media. Angesprochen haben wir vor allem die Menschen, die sich damit im Bereich von Kunst und Kultur beschäftigen. Kannst Du Dir vorstellen, dieses Format auch auf Eure inhaltliche Arbeit zu übertragen und auf diese Weise Euer Publikum anzusprechen? Das könnte beispielsweise bei Eurer aktuellen Ausstellung über die Zukunft der Malerei eine ganz spannende Sache werden?

Alfons Pressnitz, Stranded, 2014, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 140 cm, Foto & © Alfons Pressnitz

Alfons Pressnitz, Stranded, 2014, Öl auf Leinwand / Oil on canvas, 150 x 140 cm, Foto & © Alfons Pressnitz

Barbara Royc: Ein Barcamp für eine Ausstellung? Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, aber ich könnte mir das durchaus als Alternative zu einem Symposium bei einem sehr offenen Thema (wie es die Ausstellung Die Zukunft der Malerei aufwirft) vorstellen. Ich werde unserem Kurator Andreas Hoffer von dieser Idee erzählen…

Christian Henner-Fehr: Danke, dass wir dieses Jahr bei Euch zu Gast sein dürfen und danke natürlich auch für Deine Antworten. Ich freue mich auf ein stARTcamp mit vielen spannenden Themen an einem tollen Ort und wünsche Dir morgen viel Spaß.

Barbara Royc: Danke, Christian. Wir freuen uns sehr, Gastgeber des stARTcamps zu sein und ich hoffe natürlich, dass die Teilnehmer mit vielen neuen Ideen wieder nach Hause gehen.

Multimediaführer Jüdisches Museum Wien
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App oder nicht App, das ist hier die Frage

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Es muss ja nicht immer die ganz große Nummer sein und trotzdem kann eine App ihren Zweck erfüllen. Das Jüdische Museum Wien zum Beispiel nennt seine App gar nicht App, sondern Multimediaführer (siehe Bild oben). Verwendet werden dafür Tablet-PCs, die sich die BesucherInnen an der Kasse ausleihen können. Um Informationen zu den einzelnen Ausstellungsobjekten zu erhalten, sind keinerlei Vorkenntnisse nötig und wer sich nicht sicher ist, lässt sich die Funktionsweise einfach erklären. Mir gefällt diese eigentlich unspektakuläre Art, mobile Endgeräte zu nutzen. zeigt sie doch, dass es nicht immer das große Rad sein muss, an dem man dreht.

Viele Kultureinrichtungen beschäftigen sich derzeit mit der Frage, ob sie eine App entwickeln sollen oder nicht. Eine für alle gültige Antwort gibt es leider nicht, jede Kultureinrichtung muss für sich abwägen, ob eine App für sie in Frage kommt und wenn ja, welche. Schon im letzten Jahr habe ich mich in meinem Beitrag “Lohnt sich eine App für Kultureinrichtungen” mit der Frage beschäftigt, ob nicht eine Website im Responsive Design oder eine mobile Website ausreichend sind? Betrachten wir einfach unser eigenes Verhalten? Wenn ich mich selbst beobachte, stelle ich fest, dass ich auf Smartphone und Tablet-PC meistens Apps nutze, den Browser hingegen eher selten. Eine App läuft in der Regel schneller und ist leichter zu bedienen. Was für die UserInnen ein Nachteil ist, nämlich die Gier der App-Anbieter nach Daten, ist für die andere Seite ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Vieles lässt sich tracken und so ist es nicht schwer, das Userverhalten zu analysieren und dementsprechende Rückschlüsse daraus zu ziehen. Das heißt, eine App erfüllt eigentlich zwei Aufgaben. Einerseits erfährt der App-Anbieter viel über die UserInnen, andererseits muss die App natürlich den Bedürfnissen der NutzerInnen gerecht werden, sonst verschwindet sie recht schnell wieder von den Geräten.

Fakt ist aber, dass wir immer häufiger mobile Endgeräte nutzen, um auf das Internet zuzugreifen. In diesem Artikel ist von 4,4 Mia. Nutzern mobiler Apps im Jahr 2017 die Rede. Eigentlich kommen wir also um das Thema Apps nicht mehr herum. Trotzdem würde ich nicht so einfach sagen, eine App muss sein, denn wir sollten uns sehr genau anschauen, wer Apps wie nutzt. Apps waren früher etwas besonderes und alleine deshalb wurden sie wahrgenommen und auch auf den eigenen Geräten installiert. Heute ist eine App ganz selbstverständlich und dementsprechend schwer ist es, seine Zielgruppen dazu zu bringen, sie überhaupt auf ihren Geräten zu installieren.

Angenommen, ich reise für ein Wochenende nach Wien oder London. Ich gestehe,  ich würde mir nicht die Mühe machen, erst einmal zu recherchieren, welches Museum eine App hat und mir dann alle Apps auf mein Smartphones zu laden. Und weil ich in der Stadt natürlich auch essen gehen möchte, außerdem ein paar nette Geschäfte suche und dabei die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen werde, kommen am Ende einige Apps zusammen, die ich für meinen Städtetrip brauchen könnte.

Wäre es da nicht viel besser, es gäbe eine App, die alle wichtigen Informationen für meinen Kurzurlaub enthält und damit meine gesamte Customer Journey abdeckt? Vorausgesetzt wir können unser Konzept umsetzen, dann würden wir in Bregenz auf diese Weise vorgehen. Eine App für die ganze Stadt und nicht für jede einzelne Kultureinrichtung. Natürlich könnte sich theoretisch jedes Museum, jedes Opernhaus oder Theater genau anschauen, wie die Customer Journey ihres Publikums aussieht und in die App alle notwendigen Informationen einbauen. Aber die meisten Kultureinrichtungen können sich das finanziell gar nicht leisten und hätten vermutlich auch gar nicht die Kapazitäten für ein solches Vorhaben. Deshalb macht es in meinen Augen durchaus Sinn, sich auf einer übergeordneten Ebene mit diesem Thema zu beschäftigen, um einerseits den Wünschen und Bedürfnissen der UserInnen zu entsprechen und andererseits Kosten zu sparen.

Das heißt jetzt nicht, dass Apps für Kultureinrichtungen unsinnig sind. Vor allem wenn ein bestimmtes Thema, bestimmte Inhalte im Vordergrund stehen, macht es durchaus Sinn wie im Fall der MAK-App, die sich mit Wien 1900 beschäftigt. Ich durfte das Museum bei der Konzeption beraten und nach vielen Diskussionen kamen wir zu dem Entschluss, eine App für Tablet-PCs zu entwickeln.

Warum eine App für Tablet-PCs? Bei einer öffentlichen Diskussion wurden wir gefragt, warum wir nicht auf Smartphones gesetzt hätten, die doch viel verbreiteter seien?

Präsentation der MAKApp

© Katja Schröckenstein

Stimmt, Smartphones gibt es vielmehr, aber wir wollten die UserInnen in einer ganz bestimmten Situation erreichen und zwar nicht früh am Morgen in der Phase, wo alles möglichst schnell gehen muss und wir unser Smartphone dazu nutzen, rasch die wichtigsten Informationen zu lesen. Sondern am frühen Abend, wenn wir mit unserem Tablet-PC auf dem Sofa sitzen und viel weniger Zeitdruck haben als morgens.  Deshalb enthält die App auch schöne, große Bilder und wird alle drei Monate mit Comics internationaler ZeichnerInnen ergänzt (siehe dazu: “APP-STORIES #2: EINTAUCHEN IN DIE MAK-APP UND IHRE FEATURES“). Auch Literatur zum Thema “Wien 1900″ ist geplant, ein weiterer Punkt, der für eine Tablet-Version spricht, denn wer liest schon gerne längere Texte oder gar ein ganzes Buch auf dem Smartphone?

Es war also nicht die Arroganz gegenüber den normalsterblichen Smartphone-Usern, wie der Vorwurf lautete, sondern der Versuch, eine ganz bestimmte Zielgruppe in einer Situation zu erreichen, in der die UserInnen nicht schnell weiterklicken, sondern bereit sind, sich auf etwas einzulassen, sich Zeit zu nehmen. Ob das gelingt, wird die Zukunft zeigen.

Beate Lex, die seitens des MAK die Projektleitung in Händen hielt, wird übrigens beim stARTcamp Wien in zwei Tagen eine Session zu diesem Thema halten. Für Kultureinrichtungen, die gerade über eine App nachdenken, ist das vielleicht eine ganz gute Gelegenheit, sich auszutauschen beziehungsweise Fragen zu stellen.

stARTcamp Wien
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Nur noch vier Tage bis zum stARTcamp Wien

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Die letzten zwei Tage war ich auf der vlow!-Konferenz in Bregenz und habe dort festgestellt, dass die Barcamp-Idee mittlerweile auch auf klassischen Konferenzen Anklang findet. Natürlich ist es nicht so ganz einfach, plötzlich das Format zu wechseln und Freiwillige zu finden, die eine Session/einen Workshop anbieten. Aber letzten Endes hat es doch sehr gut geklappt und herausgekommen ist eine ganze Reihe von – in diesem Falle -Workshops, die von den TeilnehmerInnen gehalten wurden und sich einer ganzen Palette spannender Themen widmeten.

Was in Bregenz nur ein Baustein war, ist das Grundprinzip aller stARTcamps und damit auch des #scvie, so der Hashtag für das stARTcamp Wien, das strenggenommen gar nicht in Wien, sondern im Essl Museum in Klosterneuburg stattfindet. Und zwar am 23. Oktober, das ist der nächste Donnerstag, von 9 Uhr (Einlass) bis 17:30. Aktuell gibt es noch 26 Tickets, wer eines davon erwerben möchte, kann das hier online erledigen (Ticketpreis: 25 Euro). Bleiben wir noch bei den praktischen Dingen: Wer aus Wien anreist, kann ganz bequem den Bus nehmen, den das Essl Museum uns netterweise für An- und Abreise zur Verfügung stellt. Er fährt um 9 Uhr vor der Albertina los und bringt uns um 18 Uhr wieder dorthin zurück. Meine letzte Fahrt hinaus hat rund 20 Minuten gedauert, bei der Rückfahrt war es ähnlich. Damit das Museum weiß, wie groß der Bus sein muss, bitte ich alle, die ihn nutzen möchten, sich unter der Nummer +43 (0)2243 37050150 anzumelden. Alternativ können Sie mir auch eine Mail schicken, ich leite das dann weiter.

Bleiben wir noch bei den ganz praktischen Dingen. Falls jemand noch kurz entschlossen aus Deutschland kommen möchte, die Bahn wird laut Gewerkschaft in der kommenden Woche nicht bestreikt, da sollte es also keine Probleme geben. Hotels gibt es in Wien natürlich viele, ich empfehle häufig dieses hier. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, frage bei Frank Tentler nach. Zimmer gibt es noch, ich habe gerade auf der Website nachgeschaut.

Ein Barcamp lebt von den Sessionsvorschlägen

Warum ein stARTcamp besuchen? Einerseits ist es eine gute Gelegenheit, um alte Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. Andererseits gibt es die Möglichkeit, sich mit den Themen auseinanderzusetzen, die den Kunst- und Kulturbereich oder einen selbst gerade beschäftigen. Sie können entweder darauf hoffen, dass jemand “Ihr” Thema für eine Session wählt. Oder Sie schlagen Ihr Thema vor und setzen darauf, dass sich jemand dafür findet. Der richtige Ort dafür ist die Liste mit den Sessionsvorschlägen. Dort tragen Sie das Thema ein, geben unter “vorgeschlagen von” bitte Ihren Namen an und dann findet sich entweder jemand wie im Fall von “iBacons in der Kunstvermittlung” oder wir fragen direkt zu Beginn des stARTcamps noch einmal nach. Erst dann wird gemeinsam die endgültige Sessionsliste und damit das Programm erstellt. Ich denke, man kann es nicht oft genug sagen: Bitte trauen Sie sich und schlagen Sie das vor, was Sie interessiert, es hat noch nie jemand bereut, ganz im Gegenteil. Je mehr Vorschläge von Ihnen kommen, desto näher ist das stARTcamp an dem, was Sie wirklich interessiert. Und nachdem die Teilnehmerinnen des stARTcamp Wien im letzten Jahr selbstkritisch festgestellt haben, dass es sehr wenige Frauen waren, die eine Session gehalten haben, würde nicht nur ich mich freuen, wenn das dieses Jahr anders ist. Und wer sich nicht alleine traut, kann sich ja eine Mitstreiterin oder einen Mitstreiter suchen. ;-)

Inhaltlich dominieren im Moment Themen rund um die App (hier noch einmal der Link zur Liste mit den Sessionsvorschlägen), wenn Sie sich etwa für Content Marketing, die Frage nach den richtigen Kanälen oder der richtigen Strategie interessieren, schlagen Sie einfach selbst eine Session vor. Oder noch besser: Sie halten eine zu diesen (oder auch anderen) Themen.

Wenn ich jetzt Ihre Frage nicht beantwortet habe, dann schreiben Sie bitte einfach einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag. Oder schicken Sie mir eine Mail. Ich freue mich auf Sie und ein spannendes stARTcamp im Essl Museum.

PS: Das stARTcamp gibt es auch auf Twitter (Hashtag #scvie) und als Facebook-Event.

PPS: siehe auch den Blogbeitrag: “Am 23. Oktober findet im Essl Museum das zweite stARTcamp Wien statt