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Contentproduktion: Mit einem Redaktionskalender geht es leichter

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© JMG ; Pixelio

Die Angst vor dem weißen Blatt Papier existiert natürlich auch im Onlinebereich, nur starrt man dort dann eben kein Stück Papier an, sondern den leeren Bildschirm beziehungsweise die Eingabemaske. Während man solche Momente auf Facebook, Google+ und Twitter noch irgendwie kaschieren kann, ist das bei einem Blog nicht ganz so einfach. Mir passiert das auch immer wieder mal, meistens dann, wenn Zeit Mangelware ist und es schnell gehen sollte. Ich schaue in solchen Momenten in meinen Feedreader und finde dort dann Themen, die entweder zeitintensiv oder einfach uninteressant sind.

Während ich mir gerade in den ersten Jahren ziemlichen Druck gemacht habe, verzichte ich heute dann heute lieber auf einen Beitrag. Die Statistik zeigt, dass ich früher zwischen 20 und 30 Beiträge geschafft habe, heute sind es nur noch rund zehn. Das ist nicht weiter tragisch, denn die Suchmaschinen meinen es gut mit mir und so finden auch ohne ein tägliches Blogpost genügend BesucherInnen den Weg auf dieses Blog.

Mitte des Monats haben Beth Kanter und Debra Askanase, deren Blogs ich sehr schätze und regelmäßig lese, die Frage aufgeworfen, wie sich die Produktion der eigenen Inhalte sinnvoll organisieren lässt. Während Beth Kanter nach einen zweiwöchtigen Urlaub feststellte, dass ihre Zugriffszahlen auf Facebook zu wünschen übrig ließen, fürchtete Debra Askanase, in ein schöpferisches Loch zu fallen. Während Beth Kanter schon seit 2011 einen redaktionellen Kalender führt, wie sie in ihrem Beitrag “Content Strategy, Creation, Organization, and Measurement” schreibt, hat Debra Askanase erst jetzt mit einem “Content Calendar” begonnen.

Ich selbst habe mich bis jetzt eher schlampig organisiert. Ich habe mir für jedes Jahr immer meine Themenschwerpunkte überlegt und versucht, diese Themen im Hinblick auf zukünftige Blogbeiträge zu ordnen. Ich habe auch einen groben Plan erstellt, in welchen Monaten ich welchen Themenbereich behandeln möchte. Aber mit einem richtigen Kalender habe ich nicht gearbeitet. Das habe ich vor kurzem geändert und merke, dass es zwar einiges an Arbeit mit sich bringt, so einen Plan zu erstellen. Aber es macht zugleich auch viel Spaß.

Für die Planung nutze ich Google Kalender

Wie gehe ich dabei vor? Im ersten Schritt ging es für mich um die Frage, was ich alles planen möchte? Alles oder nur meine Beiträge für das Blog? Ich habe mich für letzteres entschieden, weil ich erstens Zweifel habe, ob ich dafür ausreichend Ressourcen habe. Und zweitens mag ich es, die Dinge auf Facebook, Google+ und Twitter zu posten, die mir gerade unterkommen oder wichtig erscheinen. Hier möchte ich gerne flexibel bleiben, zumindest im Moment. Daher habe ich für diese Plattformen keine detaillierten Pläne.

Nachdem ich diesen Punkt für mich geklärt hatte, war klar, dass ich das von Beth Kanter vorgeschlagene Template von LightBox Collaborative nicht verwende. Der Redaktionskalender ist zwar perfekt für die eigene Planung, aber für mich eine Nummer zu groß. Ich nutze nun einen Google-Kalender und glaube nach den ersten Erfahrungen, dass ich damit ganz gut fahre.

Da ich mich natürlich nicht vorab für ein Jahr festlegen möchte, habe ich mir folgendes Prinzip überlegt. Die Grobplanung läuft über zehn Monate, im Detail plane ich die nächsten eineinhalb bis zwei Monate. Da ich mein Blog auch dazu nutze, meine Inhalte weiter zu entwickeln, berücksichtige ich dabei Konferenzen, Workshops und ähnliche Anlässe, um für die jeweiligen Themen entsprechenden Raum zu haben.

Noch ist der Plan zwar nicht fertig (richtig “fertig” wird er natürlich nie sein), aber schon jetzt gefällt mir, dass ich mir vom Gefühl her mehr Raum für die Themen geschaffen habe. Ich muss mir nicht mehr auf die Schnelle überlegen, worüber ich heute blogge, sondern habe schon Themen und Quellen fixiert. Das wirkt beruhigend und bewirkt, dass einem die Arbeit schneller von der Hand geht. Von Beth Kanter habe ich den Ratschlag übernommen, möglichst frühzeitig mit einer Grobfassung zu beginnen. Damit lässt sich die eingangs beschriebene Angst vor dem leeren Blatt oder Bildschirm erfolgreich vermeiden. ;-)

Schon seit längerer Zeit habe ich außerdem, so wie von Beth Kanter empfohlen, einen Platz, wo ich meine Ideen sammle. Für mich hat sich hier Workflowy bewährt, dass ich auch noch zu anderen Zwecken sehr gerne verwende. Auf diese Weise hoffe ich, etwa 15 Beiträge pro Monat schreiben zu können, zumindest sieht das mein Plan vor. Ob und wenn ja, wie ich das geschafft habe, darüber berichte ich dann im Sommer.

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Kommunikation im Social Web: Die eigenen Inhalte sind gar nicht so wichtig.

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© Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com ; Pixelio

Einer Künstlerin oder einem Künstler zuzuhören, kann sehr spannend und lehrreich sein. Aber vermutlich geht es Ihnen wie mir: Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit spricht, dann wird das auf Dauer langweilig. Wir haben es mit einem Menschen zu tun, der viel Facetten hat und erst diese Vielfalt macht ihn interessant. Dshalb schätzen wir es, wenn das Gespräch dann auch um vielleicht belanglose Dinge geht. Sie gehören einfach dazu.

Im Social Web ist es nicht anders. Wenn jemand immer nur von seiner Arbeit erzählt, dann wird uns das irgendwann zu viel und wir wenden uns ab. In meinen Seminaren und Vorträgen spreche ich immer von der 1:3 Regel, mit der ich das Verhältnis eigener und fremder Inhalte ausdrücke. Noch einen Schritt weiter geht Hisham Dahud in seinem Blogpost “How The 80/20 Rule Applies To Your Social Media Strategy“. Er bezieht sich darin auf das Pareto-Prinzip, demzufolge 20% des Mitteleinsatzes 80% zum Ergebnis beitragen. MusikerInnen empfiehlt er daher:

“80% of what you say should be about things other than your music” und “20% (…) should be about your music”.

Fans, so schreibt Dahud, wollen nicht ständig zu lesen bekommen, wofür sie ihr Geld ausgeben sollen, sondern ihnen ist der persönliche Kontakt wichtig. Bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen bleibt dafür meist keine Zeit und wenn, dann sind es ein paar nichtssagende Worte. Im Social Web haben es die Stars viel leichter, mit ihren Fans ins Gespräch zu kommen und sich zu unterhalten, so wie wir das alle machen, wenn wir mit jemandem ein paar schnelle Worte wechseln.

Denken Sie daran, wenn Sie die nächsten Blogposts oder Postings planen. Schreiben Sie über das, was Ihnen gefällt oder was Sie gerade erlebt haben. Empfehlen Sie andere KünstlerInnen und weisen Sie auf Veranstaltungen hin, die Ihren Fans gefallen könnten. Ich bin mir sicher, sie werden es Ihnen danken. Und auch für Sie bedeutet das eine Erleichterung, denn Sie kommen auf diese Weise nicht nur leichter zu Ihren Inhalten, sondern bieten Ihren UserInnen einen echten Mehrwert.

Object Stories
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Storytelling: Nur eine einzige Geschichte ist viel zu wenig

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Object Stories

Storytelling sei der Gegenpol zur Einwegkommunikation, denn wer erzähle, spreche damit auch eine Einladung aus, sich zu beteiligen und mitzuerzählen, schreiben Karolina Frenzel, Michael Müller und Hermann Sottong in ihrem Buch Storytelling (Affiliate Link), denn “(w)er mit Geschichten kommuniziert, ‘öffnet’ den kommunikativen und sozialen Raum ebenso wie den Raum des Denkens” (S.5). Bei diesen Sätzen wird schnell klar, warum Storytelling so wichtig für die Kommunikation im Social Web ist. Dort wünschen wir uns nichts sehnlicher als mit den UserInnen ins Gespräch zu kommen beziehungsweise zu interagieren.

Storytelling als Lösung des Problems, dass wir nun zwar auf Facebook und anderen Netzwerken vertreten sind, aber Kommunikation und Interaktion nicht so funktionieren, wie wir uns das vorgestellt haben? Wie haben wir es uns denn überhaupt vorgestellt? Ich glaube, viele haben sich das noch gar nicht so genau überlegt, greifen aber das Thema Storytelling begierig auf, weil ihnen nun von allen Seiten eingeflüstert wird, dass man mit tollen Geschichten die UserInnen begeistern könne und die dann schon Produkte kaufen und Dinstleistungen in Anspruch nehmen würden.

Seitdem glaubt man in den sozialen Netzwerken den Rauch von Lagerfeuern förmlich riechen zu können. Fehlt nur noch die geeignete Geschichte. Das Portland Art Museum scheint so eine Geschichte gefunden zu haben, aber sie sieht ganz anders aus als wohl die meisten erwarten würden. Mike Murawski, Director of Education and Public Programs, erzählt sie in einem Blogpost über “Object Stories“, ein vor drei Jahren begonnenes Projekt. Murawski erzählt vom TED-Vortrag der nigerianischen Autorin Chimamanda Adichie, die darin vor der Gefahr einer einzelnen Geschichte warnt. Adichie berichtet darin unter anderem von ihren Erfahrungen, die sie während ihres Studiums in den USA gemacht hat. In einem Studentenwohnheim wurde sie von ihrer Zimmerkollegin ganz erstaunt gefragt, warum sie so gut Englisch könne und ob sie in der Lage sei, einen Herd zu bedienen? Der Grund: Die meisten von uns kennen nur eine einzige Geschichte dieses Kontinents.

“a single story of catastrophe. In this single story there was no possibility of Africans being similar to her in any way, no possibility of feelings more complex than pity, no possibility of a connection as human equals,”

wie Adichie es formuliert. Das heißt, eine einzelne Geschichte wird der Sache meistens nicht gerecht, sie simplifiziert und genau das war der Ausgangspunkt für das Portland Art Museum, als man sich dort, so Murawski, die Frage stellte, mit welchen Strategien man den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen könne und welche Beziehung man zum Publikum anstrebe?

User generated Content statt Berieselung

“Wir hinterfragten die Rolle unserer BesucherInnen, die wir ausschließlich als KonsumentInnen von Informationen sahen,” blickt Murawski zurück und resümiert: “In doing so, we uncovered that both the Museum and the public needed a catalyst for active participation, personal reflection, and meaningful ways to rediscover works of art in the collection.” So entstand “Object Stories”, ein Projekt, bei dem die BesucherInnen dazu eingeladen werden, die Geschichte von Gegenständen zu erzählen, die ihnen wichtig sind. Das Ziel sei es gewesen, “to demystify the Museum, making it more accessible, welcoming, and meaningful to a greater diversity of communities – while continuing to highlight the inherent relationship between people and things,” fährt Murawski in seinem Blogpost fort. Fast 1.000 Storys wurden mittlerweile produziert, die BesucherInnen werden eingeladen, vor Ort in einem kleinen Aufnahmeraum ihre Geschichte zu erzählen.

Das Projekt habe aber nicht nur zu einem neuen Umgang mit den BesucherInnen geführt, auch die Organisationskultur habe sich verändert, gibt sich Murawski überzeugt.

“The internal process of developing and implementing Object Stories has encouraged the dissolution of long-established departmental silos, the growth of new partnerships with community organizations, and the confidence to experiment with a formative approach to programming that incorporates audience feedback,”

fasst er die Entwicklungen zusammen. Aber auch für die Menschen außerhalb des Museums habe sich etwas verändert, denn viele Menschen sehen das Museum nun als einen Ort, “that invites the voices and stories of its community and welcomes the public in this act of co-creating content”. Coca Cola hat diesen Ansatz mit seiner Content Strategie 2020 weiterentwickelt und setzt auch auf seiner Website konsequent auf user generated Content. Mit Lagerfeuerromantik und Geschichten von früher hat das alles wenig zu tun. Wir stehen vor gewaltigen Herausforderungen, nicht nur im Kunst- und Kulturbereich.

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Meine Themen für 2013: Contentstrategien, Storytelling und Gamification

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© S. Hofschlaeger ; Pixelio

Das “Web 2.0 gibt es schon lange“, schrieb ich vor fast sechs Jahren und bezog mich dabei auf den von Wolf Lotter in brand eins veröffentlichten Artikel “Elementarteilchen“. Heute gibt es das Web 2.0 schon so lange, dass man gar nicht mehr Web 2.0 dazu sagt. Viele Kultureinrichtungen und KünstlerInnen sind mittlerweile im Social Web angekommen, wie es heute meist genannt wird. Obwohl sich das mit dem “social” vermutlich auch bald erledigt haben wird und wir dann wie früher einfach nur noch vom Web sprechen werden.

Aber irgendwie funktioniert dieses (Social) Web nicht ganz so, wie wir uns das vorgestellt haben. Was bringt uns Social Media denn wirklich? Rechnen sich die Kosten dafür? Connie Bensen hat schon das Jahr 2010 als “The Year of Social Media ROI” angekündigt. Zumindest bei uns ist das Thema noch nicht ganz angekommen. Hinzu kommt die steigende Zahl an Netzwerken. Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing und nun auch Google+, wer hat genügend Ressourcen, um für alle diese Kanäle die geeigneten Informationen zu erstellen, wobei die Frage offen bleibt, wie diese Inhalte denn auszusehen haben?

Auf allen Plattformen gibt es immer wieder Änderungen, die einen dazu zwingen, sich mit ihnen zu beschäftigen. Und wer dann einen klugen Rat sucht, sieht sich einer Masse an Social Media-BeraterInnen gegenüber, aus der heraus man dann den oder die Richtige finden muss, ohne genau zu wissen, nach welchen Kriterien man eigentlich aussuchen soll. Wenn dann noch Bücher auftauchen wie etwa “Social Media is Bullshit“, dann können schon Zweifel auftauchen, ob das wirklich so eine gute Idee war, auf Social Media zu  setzen.

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Social Media wichtig ist für den gesamten Kunst- und Kulturbereich. In den letzten Jahren ging es vor allem darum, den Weg dorthin zu finden und sich im Social Web einzurichten. Viele haben sich auf den verschiedenen Plattformen niedergelassen und zu experimentieren begonnen. Aber wie geht es jetzt weiter? Wie sieht der nächste Schritt aus?

Es geht darum, so denke ich, die Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die Inhalte zu lenken. Gelingen kann das mit Hilfe von Contentstrategien, ein Thema, mit dem sich in den USA die ExpertInnen schon eine ganze Weile beschäftigen. Kristina Halvorson, die mit “Content Strategy for the Web” (Print, eBook; Affiliate Link) die Bibel für diesen Ansatz verfasst hat, definiert Content Strategy als “the practice of planning for the creation, delivery and governance of useful, usable content”. Das klingt sehr einfach, ist es aber nicht, denn es geht hier nicht nur um editorische und kuratorische Aufgaben, sondern auch um die Beschäftigung mit Themen wie SEO, Informationsarchitektur oder die Frage, über welche Kanäle die Inhalte verbreitet werden sollen? Contentstrategien werden für mich eines von drei Themen sein, mit denen ich mich in diesem Jahr intensiv beschäftigen möchte.

Thema Nummer zwei ist und bleibt das Storytelling. Schon in den letzten beiden Jahren stand es auf meiner Agenda, ich werde weiterhin dranbleiben, denn Geschichten wie beispielsweise “Snow Fall: The Avalanche at Tunnel Creek” zeigen, welches Potenzial in ihnen steckt. Storytelling wird nicht nur hier im Blog ein wichtiges Thema sein, sondern mich auch in anderen Formaten beschäftigen. In Kulturkonzepte 2.0 ist Storytelling das Thema des Monats Januar und auch auf der stART13 wird es eine wichtige Rolle spielen (aber dazu in den nächsten Tagen mehr).

Und noch ein drittes Thema liegt mir am Herzen: Gamification. Gamification ist viel mehr als ein Spiel, habe ich vor wenigen Tagen ein Blogpost überschrieben und darauf hingewiesen, dass es gar nicht so einfach ist, die Menschen intrinsisch zu motivieren, sich mit Kunst oder Kultur zu beschäftigen. Der Einsatz spieltypischer Elemente und Prozesse kann hier eine große Hilfe sein. Wie das konkret aussehen kann, werde ich hoffentlich in den nächsten zwölf Monaten herausfinden und hier beschreiben.

Für mich besteht eine sehr enge Verbindung zwischen diesen Themenbereichen, die aber alle drei nur dann eine Erfolgschance haben, wenn eines nicht fehlt: Social Media. Aber es geht nicht mehr so sehr darum, wie Social Media funktionieren, sondern mit Hilfe welcher Mechanismen sie sich erfolgreich nutzen lassen. Womit wir dann auch wieder beim Thema ROI wären. ;-)

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Sind Twitter und Facebook erstrebenswerte Traffic-Lieferanten?

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© GG-Berlin ; Pixelio

Ich habe mir gerade die Folien von Annette Schwindt angeschaut, die sie für ihre Präsentation auf dem Theatercamp in Hamburg zusammengestellt hat. Sie beschäftigt sich darin mit der strategischen Nutzung von Facebook und liefert einen hilfreichen Überblick, wie sich das Social Network nicht nur von Theatern einsetzen lässt.

Auf Folie drei listet sie die Gründe auf, warum man Facebook überhaupt nutzen sollte und meint dort unter anderem, dass Facebook ein Traffic-Lieferant für das Blog oder die eigene Seite sei. Das ist auch richtig, wie schnell sich Links auf Facebook oder auch Twitter verbreiten, können wir immer wieder erleben. Ich möchte aber die Frage aufwerfen, ob das wirklich so erstrebenswert ist, vor allem dann, wenn die eigene Arbeitszeit knapp bemessen ist und ich für Social Media nicht viel Zeit habe?

Ich behaupte, dass vor allem in der Startphase einer Website oder eines Blogs Twitter und Facebook unverzichtbar sind, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erzielen. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, sich möglichst schnell aus dieser “Abhängigkeit” zu lösen. Der Grund: ich muss auf Facebook und Twitter das Aktivitätslevel konstant sehr hoch halten, um die entsprechende Sichtbarkeit zu erzielen. Ich habe vor gut einem Jahr über eine Untersuchung berichtet, die gezeigt hat, dass die Hälfte der Klicks, die ein via Twitter oder Facebook veröffentlichter Link (z.B. auf das eigene Blogpost) auslöst, innerhalb der ersten drei Stunden  getätigt wird. Die Lebensdauer eines solchen Links lässt sich zwar nicht genau bestimmen, aber nach sechs Stunden ist das entsprechende Posting wohl bei den meisten aus dem Newsfeed verschwunden. Spätestens jetzt muss ich ein weiteres Posting nachschieben, um wieder auf mein Blogpost aufmerksam zu machen. Diese Vorgehensweise kostet relativ viel Zeit, lässt sich aber wie gesagt, vor allem anfangs nicht umgehen.

Das langfristige Ziel sollte es aber sein, die Abhängigkeit von Facebook und Twitter zu verringern und auf die Suchmaschinen zu setzen. Wer sich dort etabliert, muss nicht mehr kurzfristig denken und handeln, sondern kann sich auch Auszeiten auf Twitter und Facebook gönnen, weil er weiß, dass die eigenen Inhalte über die Suchmaschinen gefunden werden. Ich habe schon vor einiger Zeit an Hand eines einzelnen Blogposts gezeigt, wie so eine Entwicklung aussehen kann. Die Voraussetzung dafür ist wertvoller Content, der über die Suchmaschinen nachgefragt wird. Und das immer wieder. Damit wird aber auch klar, dass das für die kurzfristige Ankündigung von Veranstaltungen nicht gilt, diese sollten weiterhin über Facebook und Twitter beworben werden, ein Blogbeitrag zwei Wochen vor dem Event ist aber ein guter Auftakt.

Ich glaube, je mehr Ihre Blog- und Websiteinhalte über die Suchmaschinen gefunden werden, desto mehr können Sie ihre Aktivitäten auf Twitter und Facebook reduzieren bzw. sich dort um die Kommunikation mit den UserInnen kümmern. Die Zeit ist knapp, das hat auch Christoph Deeg vor kurzem in einem Blogpost festgestellt. Wie gehen Sie mit der knappen Zeit um? Setzen Sie voll auf Facebook bzw. Twitter oder sehen Sie es als zielführend an, eher auf die Suchmaschinen zu setzen?

Blyss Chocolate
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Haben Kunst und Schokolade etwas gemeinsam?

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Letzte Woche fand erstmals ein stARTcamp in Frankfurt statt und das zu einem Thema, das vermutlich bei vielen Kultureinrichtungen noch nicht ganz oben auf der Tagesordnung steht: Kundenservice und Social Media. Ich habe sehr viel neue Ideen und Anregungen mitgenommen und viele nette und interessante Menschen getroffen bzw. kennengelernt. Deshalb möchte ich mich auch an dieser Stelle noch einmal bei Sascha Hüsing bedanken, der die Premiere in Frankfurt fast im Alleingang organisiert hat. Es war sehr hilfreich zu erfahren, wie Unternehmen Social Media mittlerweile für ihren Kundenservice einsetzen

Besonders spannend war aber für mich die Session von Alyssa Jade McDonald, die als Geschäftsführerin von Blyss Schokolade verkauft. Das klingt sehr nüchtern, aber hinter dieser vor zwei Jahren gegründeten GmbH verbirgt sich eine gut hundert Jahre alte Geschichte, die in Papua-Neuguinea ihren Ausgangspunkt nimmt, wo ihre Großeltern damit begannen, auf einer Plantage Kakao anzubauen. Den Weg von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade erzähle ich hier jetzt nicht, aber um es kurz zu machen: Das Ergebnis schmeckt, denn Alyssa Jade McDonald brachte eine Kostprobe in Form eines recht großen Glases mit, wie die Aufnahme des Currywurstmuseums zeigt:

Interessant war die Frage, welche Kakaobohne wir denn kennen würden? Beim Wein fällt vielen vermutlich die eine oder andere Traube ein, aber bei der Schokolade musste nicht nur ich passen. Auch den anderen TeilnehmerInnen des stARTcamps ging es ebenso. Wenn McDonald von einer “low-educated consumer group” spricht, liegt sie damit also vermutlich richtig.

Wie aber schafft es ein kleines Unternehmen, sich in einem Markt durchzusetzen, der zu 90% von drei großen Organisationen dominiert wird? Über die Qualität, so McDonald, aber die hat auch ihren Preis. Wie aber bringe ich Menschen dazu, viel Geld für Schokolade auszugeben? McDonald brachte an dieser Stelle den Begriff Connoisseurship ins Spiel und stellte die These auf, dass Connoisseure die Voraussetzung dafür seien, hochwertige Produkte in einem Markt zu etablieren.

Connoisseurship basiert für McDonald auf “elegance” und “rituals”. Hinter dem Begriff der Erlesenheit verbirgt sich vor allem die Bereitschaft, Zeit in etwas zu investieren, was man liebt und über das man mehr erfahren möchte. Wo wird die Kakaobohne angebaut? Wie wird die Schokolade produziert? Wie entfaltet sie ihr volles Aroma? All das sind Fragen, die Alyssa Jade McDonald beantwortet, um aus Konsumenten Connoisseure zu machen. Das heißt, auch sie investiert jede Menge Zeit, damit ihre Gesprächspartner beginnen, die Qualität von Schokolade zu schätzen.

Wer gerne Wein trinkt, weiß, dass man den Wein erst einmal riecht, ihn sich im Glas entfalten lässt, um ihn dann nach einer gewissen Zeit genießen zu können. Haben wir ähnliche Rituale, wenn wir Schokolade essen, war die vermutlich rhetorisch gestellte  Frage McDonalds beim stARTcamp in Frankfurt.

Connoisseure sind für die Produktentwicklung wichtig, denn sie fordern nicht nur, was sie lieben, sondern sie kritisieren auch, wenn sie es nicht bekommen oder die Qualität nicht stimmt. Und sie sind Multiplikatoren, wenn sie anderen von ihrer Leidenschaft erzählen, denn sie kaufen etwas nicht, weil es verfügbar ist, sondern es ihre Leidenschaft ist.

Bei Blyss setzt Alyssa Jade McDonald auf die Snobs, wie sie sagt. Sie kooperiert mit Hotels, Restaurants oder Anbietern von Luxusprodukten und holt ihre Connoisseure dort ab, wo sie am ehesten zu finden sind. In dem folgenden Video erklärt sie ihre Philosophie und stellt gegen Ende ihres Vortrags die Frage: “How can you make the snob in your world?”

Ich habe während dieses Vortrags oft an den Kunst- und Kulturbereich denken müssen und stelle mir die Frage, ob sich dieser Ansatz nicht auch für Theater, Museen, etc. eignet? Aus Besuchern Connoisseure zu machen, Menschen dazu zu bringen, Kunst zu schätzen, zu lieben und zu genießen. Ist das nicht genau das, was wir von den Menschen erwarten, die zu uns kommen (sollen)?

Mir gefällt dieser Ansatz, aber es stellt sich natürlich sofort die Frage, wie ich aus jemandem einen Connoisseur mache? Blyss arbeitet mit ganz unterschiedlichen Formaten, zum Beispiel Foodcamps oder Webinaren. Im Vordergrund steht aber nicht der Verkauf der Schokolade, sondern die Idee von Connoisseurship. Wie müsste das im Kunst- und Kulturbereich aussehen?

Kommunikation
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Österreichischer Museumstag: Die Angst vor dem Social Web

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© Gerd Altmann ; Pixelio

Während es in den USA schon um die Frage geht, auf welche Weise die Museen mobile Technologien für die Kommunikation mit ihren BesucherInnen einsetzen und welche Perspektiven sich daraus ergeben, sind wir hier im deutschsprachigen Raum noch nicht ganz so weit. Am zweiten Tag des 23. Österreichischen Museumstags im niederösterreichischen St. Pölten stand vielmehr die Frage im Vordergrund, ob der Social Media-Einsatz für ein Museum sinnvoll ist oder nicht? So stand die Podiumsdiskussion, zu der ich am zweiten Tag der Veranstaltung eingeladen war, nicht ganz überraschend unter der Überschrift “Pro und Contra Web 2.0″. In ihrem Impulsreferat kritisierte Melanie Mühl, Feuilleton-Redakteurin der FAZ, dass wir als BesucherInnen in den Museen immer häufiger unseren “Denk- und Phantasieapparat” an der Garderobe abgeben müssten und das Museum kein Ort des Staunens mehr sei. Sie selbst, so klang es durch, bevorzugt wohl den simplen Schaukasten, auch wenn sie Multimedia nicht ganz verteufeln wollte.

Nicht nur sie, sondern auch andere Stimmen wiesen immer wieder darauf hin, dass es die Aura der Objekte sei, die die BesucherInnen in Erstaunen versetze und das Museum zu einem ganz speziellen Ort mache. Spätestens an diesem Punkt hatte ich ein kleines Problem, denn es gibt ja niemanden, der ernsthaft behauptet, die digitale Welt könne (und wolle) ein Museum ersetzen. Das Internet als Erweiterung des Museums wollen (oder können) sich viele noch nicht vorstellen. Dabei zeigt die 2010 vom “National Endowment for the Arts” veröffentlichte Studie “Audience 2.0: How Technology Influences Arts Participation“, dass Menschen, die Kunst mit Hilfe diverser Medien konsumieren, öfter reale Angebote nutzen als die Gruppe derer, die die medialen Kunstangebote nicht in Anspruch nehmen (siehe dazu mein Blogpost: “Audience 2.0″: ersetzt der mediale Kunstgenuss das reale Kunsterlebnis?).

Immer wieder wurde auf den Unterschied zwischen der realen und der virtuellen Welt hingewiesen, wobei meist die Einschätzung mitschwang, die reale Welt verkörpere das Gute, die virtuelle das Böse. Dabei wurde aber außer Acht gelassen, dass sich immer mehr Menschen online informieren und auf diesem Weg von den Aktivitäten eines Museums erfahren. Ich habe den Eindruck, dass viele Museen die Konkurrenzsituation, in der sie sich untereinander befinden, nicht erkennen wollen. Natürlich steht es jedem Kulturbetrieb frei, auf Social Media zu verzichten. Aber alle Kultureinrichtungen kämpfen um die Aufmerksamkeit derer, die für einen Besuch in Frage kommen und nur über begrenzte Zeitressourcen verfügen. Konkret heißt das: wenn ich heute zwei Stunden in Museum A gehe, bedeutet das gleichzeitig, dass ich Museum B nicht besuche. Die Konsequenzen kann sich jeder selbst ausmalen.

Den “Kleinen” fehlt es an Ressourcen für Social Media

Und noch eine Fehleinschätzung tauchte im Verlaufe der Diskussion auf, nämlich die Behauptung, Social Media seien nur etwas für die großen Häuser. Natürlich verfügen die in der Regel über mehr Ressourcen, allerdings müssen die häufig dafür verwendet werden, der Bürokratie Genüge zu leisten. Wer alleine oder zu zweit ein Museum betreibt, kennt das Problem, ob ein Posting auf Facebook über die Museumsseite oder das persönliche Profil erscheint, nicht. Er muss sich auch nicht jeden Tweet von drei Leuten genehmigen lassen und mit dem Rest der Mannschaft in stundenlangen Meetings über eine eventuelle Strategie debattieren. Wer alleine agiert, ist vermutlich viel eher dazu bereit sich auf Experimente einzulassen, wie jemand, der dann den Zorn seiner Vorgesetzten zu spüren bekommt. Und auch der Zeitfaktor spielt den großen Häusern nicht unbedingt in die Hände, denn hier geht viel Zeit für die interne Kommunikation drauf, Zeit, die ein kleines Haus sehr viel produktiver nutzen kann. Wir könnten daher jetzt über die Frage streiten, ob die kleinen Museen in Sachen Social Media nicht sogar einen Vorteil haben, aber vielleicht einigen wir uns darauf, dass hier zumindest Chancengleichheit herrscht. Und das lässt sich von den meisten anderen Bereichen nicht unbedingt sagen. ;-)

Am Nachmittag standen dann noch Workshops rund um das Thema Social Media auf dem Programm. Da jeder seinen Workshop zweimal hielt, gab es leider keine Möglichkeit, bei den anderen reinzuschauen. Dabei hätte mich die Verbindung Web 2.0 und Neuromarketing sehr interessiert und auch Karin Schmollgruber hätte ich gerne einmal live erlebt, schließlich war ihr Blog eines der ersten in meinem Feedreader.

Unter der Überschrift “Die Social Media-Falle” ging es mir darum, Social Media aus einer strategischen Perspektive zu betrachten, da das ständige Veröffentlichen von Veranstaltungsankündigungen wenig zielführend ist und die UserInnen bzw. Fans schnell langweilt. Im Social Web lassen sich ganz unterschiedliche Ziele verfolgen, es muss nicht immer darum gehen, neue InteressentInnen zu finden, sondern auch der Kontakt zu schon bestehenden Fans – Stichwort Community – kann sehr sinnvoll sein. Wichtig ist es aber in meinen Augen, all diese Aktivitäten dem Unternehmensziel unterzuordnen und in die – hoffentlich vorhandenen – Strategien einzubauen. Social Media als reiner Selbstzweck und isoliert von den restlichen Aktivitäten bringt nicht viel und kostet nicht nur Zeit, Geld und Nerven, sondern nimmt einem das, was auch ganz wichtig ist für den Erfolg: Der Spaß, im Social Web mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und das Gespräch mit ihnen zu suchen. Das ist vermutlich auch das beste Rezept gegen die Angst davor.

Hier sind noch meine Folien:

Teamwork
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Die Idee von Kulturkonzepte 2.0

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© Juergen Jotzo / Pixelio

Schon seit vielen Jahren bin ich ein Fan von Chris Brogan. Er gehörte zu denen, die mich für das Thema Web 2.0 begeisterten und deren Blogposts mich dazu animierten, selbst mit dem Bloggen zu beginnen. Ich habe mir immer sehr genau angeschaut, was er macht und vor allem, wie er die Dinge angeht. Anfang 2010 war es, als er mit Third Tribe ein interessantes Angebot in Form einer “paid online community” schnürte.

Die von Sonia Simone, Chris Brogan, Brian Clark und Darren Rowse ins Leben gerufene Plattform verfolgt seit gut zwei Jahren das Ziel, die Community beim Entwickeln und Umsetzen ihrer Internet Marketing-Aktivitäten zu unterstützen bzw. die Vernetzung so voranzutreiben, dass die Mitglieder der Community auch voneinander profitieren. Die Idee gefiel mir, aber ich fühlte mich noch nicht dazu in der Lage, ein solches Angebot auf den Markt zu bringen, denn weder ich noch der deutschsprachige Markt waren soweit, so meine damalige Überzeugung.

Aber die Idee habe ich nie aus den Augen verloren, erinnerte sie mich doch an ein ähnliches Format, das ich vor Jahren gemeinsam mit KollegInnen entwickelt hatte. Die Zielgruppe waren damals ProjektmanagerInnen und nachdem das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, handelte es sich um Veranstaltungen im Offline Modus. ;-) Die Rückmeldungen zeigten, dass vor allem zwei Dinge dieses Format interessant machten: Einerseits die Information über neue Entwicklungen, andererseits aber das Networking. Auch wenn wir mittlerweile gut vernetzt sind, fehlt uns doch häufig jemand, den wir schnell was fragen oder um eine Einschätzung bitten können. Ich denke, auch Third Tribe zeichnet sich durch diese beiden Angebote aus und so entstand aus der vagen Idee ein ziemlich konkretes Angebot.

Im letzten Jahr war es dann soweit, mit dem Institut für Kulturkonzepte hatte ich einen Partner gefunden, der einem solchen Format offen stand und mit dem sich die notwendigen Schritte entwickeln ließen. Als wir im Oktober 2011 mit unserem Projekt “Kulturkonzepte 2.0” starteten, hatten wir eine Idee und eine Facebook-Gruppe. Dazu gekommen ist mittlerweile ein monatliches Hangout zu einem konkreten Thema sowie, und das ist der große Unterschied zu Third Tribe, ein zweitägiger Workshop in Wien. Worum es dabei geht, bestimmen die TeilnehmerInnen selbst.

In diesem Jahr findet der Workshop am 28./29. September statt und wir werden uns dabei mit der Frage beschäftigen, wie sich Social Media zur Erreichung unternehmerischer Ziele einsetzen lassen und wie ich den Erfolg meiner Aktivitäten messen kann? Sie merken schon, da geht es um Unternehmensziele, Strategien und sinnvolle Kennzahlen, also all die Dinge, mit denen ich mich in den letzten Monaten in zahlreichen Blogbeiträgen beschäftigt habe. Alle diese Elemente fließen in diesen Workshop ein und sollen dazu beitragen, dass wir am Ende einen Fahrplan für unsere Social Media-Aktivitäten haben, die Teil einer übergeordneten Strategie sind. Für mich ist die Integration von Social Media in die verschiedenen Funktionsbereiche und die Ausrichtung an den Unternehmenszielen ein entscheidender Punkt, der über Erfolg und Misserfolg meines Tuns entscheidet. Die Social Media-Aktivitäten vieler Kultureinrichtungen stehen für sich alleine und haben, so denke ich, gar keine Chance, zu deren Erfolgen beizutragen.

Wenn Sie abklären wollen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind oder wissen wollen, wie dieser Weg für Sie aussieht, dann lade ich Sie ganz herzlich zu Kulturkonzepte 2.0 ein. Die Teilnahme an den Online-Aktivitäten kostet aktuell 12 Euro pro Monat, das Jahrespaket inklusive der Facebook-Gruppe, der monatlichen Hangouts und des zweitägigen Workshops 410 Euro. Fragen dazu beantworten Ihnen gerne Daniela Unterholzner vom Institut für Kulturkonzepte und natürlich auch ich.

Schirn Magazin
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Blogger Relations für Kulturbetriebe

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Eigentlich wäre ich ja am letzten Donnerstag gerne der Einladung der Schirn Kunsthalle zum ersten Bloggertreffen nach Frankfurt gefolgt. Am Ende hat es dann aber leider nicht geklappt und so hoffe ich auf möglichst viele Blogbeiträge, denn Twitter hat mich zwischendurch im Stich gelassen und über einen längeren Zeitraum seinen Geist aufgegeben. Aber zurück zum Thema: Die aktuelle Doppelausstellung „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor“ hat die Schirn Kunsthalle zum Anlass genommen, um BloggerInnen unter dem Motto “Meet up, Tweet up. Koon up” zu sich einzuladen und mit ihnen über die Frage zu diskutieren, welche Bedeutung Blogs im Kunst- und Kulturbereich haben und welche Relevanz sie für den Kunst- und Kulturbereich besitzen?

Ich finde es gut, dass die Schirn Kunsthalle dieses Thema aufgreift und damit so etwas wie ein Signal gibt. Fragt man Kultureinrichtungen nach ihrem Umgang mit BloggerInnen, merkt man nämlich schnell, dass die Blogger Relations noch in den Kinderschuhen stecken. “Blogger Relations sind wie guter Wein. Aus etwas Kleinem kann mit Geduld und Pflege etwas Phantastisches werden”, mit diesem schönen Satz beginnt Daniel Rehn seine Präsentation über Blogger Relations & Social Media Kultur. Wer es also schafft, Beziehungen zu BloggerInnen aufzubauen und diese dann auch aufrecht zu erhalten, kann etwas “Phantastisches” schaffen. Hier beginnen meist schon die Probleme, denn im Miteinander von Kultureinrichtung und BloggerIn gehen die Vorstellungen von dem, was als “phantastisch” bezeichnet werden kann, vermutlich recht schnell auseinander. Der Kultureinrichtung geht es vielleicht um die Bewerbung der nächsten Veranstaltung, der BloggerIn um Stoff für den nächsten Beitrag. Schön, wenn sich in der Kooperation beide Ziele abdecken lassen, aber oftmals klappt das nicht unbedingt auf Anhieb. Womit wir schon bei der Frage wären, wie eine Kultureinrichtung das Thema Blogger Relations angehen soll? In den Presseverteiler aufnehmen, eine Email schicken oder vielleicht anrufen?

Thomas Pleil, der an der Hochschule in Darmstadt Public Relations lehrt, rät in einem Interview für das Zimpel Blog den PR-Verantwortlichen, erst einmal selbst mit dem Bloggen zu beginnen. “Vernetzen statt Pitchen” formuliert Pleil es und ist der Ansicht, dass man dabei nicht wie der Blumenverkäufer in der Kneipe vorgehen sollte. Vernetzen statt Pitchen, genau diesen Weg ist nun die Schirn Kunsthalle gegangen, in dem sie BloggerInnen zu sich nach Frankfurt eingeladen hat. Dieser Einladung vorausgegangen sind vermutlich Überlegungen, was ich als Kultureinrichtung von der Blogosphäre überhaupt erwarte. Erst mit diesem Wissen  ist zielorientiertes Handeln möglich.

Wie kann ich grundsätzlich an das Thema Blogger Relations herangehen? Wer im Internet nach Informationen sucht, wird schnell fündig. Deidre Breakenridge hat schon vor vier Jahren ihr Blogpost Blogger Relations verfasst und schlägt darin folgende Herangehensweise vor:

  1. “Develop your strategy”
  2. “Identify of your Influencers”
  3. “Listen and monitor”
  4. “Participate”
  5. “Engage with your influencers”

Anika Geisel hat vor einigen Wochen unter der Überschrift “Blogger Relations – neue Kommunikationsdisziplin oder Business as usual?” ein ähnliches Modell vorgestellt, das aus folgenden Bausteinen besteht:

  1. “Konzeption”
  2. “Identifikation”
  3. “Aufbau von Markenbotschafter”
  4. “Beziehungsaufbau und -pflege”

In der Kombination beider Ansätze ergiebt sich dann für mich folgendes Modell:

In meinen Augen ist es wichtig, Ziele und Strategien immer wieder zu hinterfragen, da sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit verändern werden. Deshalb das Kreismodell.

Blogger Relations: die einzelnen Schritte

  • Mit der Blogosphäre vernetzen: Wer auf Blogger Relations setzen möchte, sollte die Blogosphäre aus eigener Erfahrung kennen und wissen, wie BloggerInnen denken und was ihnen wichtig ist. Ein eigenes Blog leistet dabei wertvolle Dienste und sorgt schon vorab für Vernetzung. Die ergibt sich dann, wenn ich mit meinem Blog Themenfelder besetze und  die Inhalte anderer Blogs aufgreife bzw. mich mit ihnen auseinandersetze.
  • Ziele definieren: Was erwarte ich mir eigentlich von den vielen Blogs und ihren BetreiberInnen? Geht es nur um die Ankündigung der nächsten Veranstaltung, bin ich vermutlich bei den klassischen Medien besser aufgehoben, denn die wenigsten BloggerInnen haben Spaß daran, Pressemeldungen zu übernehmen. Und vermutlich geht es den BlogleserInnen ähnlich. Aber es muss ja nicht immer nur um das nächste Event gehen. Der Bekanntheitsgrad der eigenen Marke lässt sich steigern, das Image kann verbessert oder verändert werden oder Ihnen geht es darum, die Themenfelder zu besetzen, mit denen Sie sich in den nächsten Monaten und Jahren beschäftigen werden. Ziele gibt es also genug, die Herausforderung besteht darin, sie erst einmal festzulegen.
  • Strategie entwickeln: Was aber macht Blogs überhaupt aus? BlogbetreiberInnen zeichnen sich häufig durch großes Engagement und eine entsprechende Begeisterungsfähigkeit aus. Die Begeisterung bezieht sich aber in der Regel nicht auf ein spezielles Event, sondern auf Inhalte. Entwickeln Sie Themenfelder und vernetzen Sie sich mit den für diese Themen relevanten Blogs, um selbst Sichtbarkeit zu erlangen. Je besser Ihre Inhalte sind, desto leichter wird Ihnen die Vernetzung fallen. Und vermutlich wird man in Ihrem Netzwerk von ganz alleine auf Ihre Veranstaltungen aufmerksam werden.
    Auf welche Weise Sie mit BloggerInnen ins Gespräch kommen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Ob das ein Kommentar auf einem fremden Blog ist oder spezielle Veranstaltungen, hängt von Ihren Ressourcen ab, zeitlich und finanziell.
  • Influencer identifizieren: Wenn Sie sich bereits im Vorfeld mit der Blogosphäre beschäftigt haben und über Ihr eigenes Blog erste Kontakte geknüpft haben, fällt Ihnen dieser Schritt vermutlich nicht mehr schwer.  Ansonsten müssen Sie sich jetzt auf die Suche nach den richtigen Blogs machen. Suchmaschinen, aber auch Blogrolls (hier rechts von Ihnen) helfen Ihnen bei der Suche.
  • Zuhören & Monitoring betreiben: Wie im richtigen Leben fällt man auch in diesem Fall besser nicht mit der Tür ins Haus. Behalten Sie die Blogs, die Sie als für Sie relevant identifizert haben im Auge und beobachten Sie, wie dort z.B. Themen angegangen werden. Auf welchen Blogs werden welche Themen behandelt und gibt es Reaktionen darauf? Wie ist z.B. die Vernetzung der verschiedenen Blogs untereinander? Geht man auf fremde Beiträge ein oder schreiben alle vor sich hin? Wie werden die Themen ausgewählt, wird etwa auf aktuelle Ereignisse Bezug genommen? Solche Informationen helfen Ihnen dabei, den verschiedenen Blogs unterschiedliche Inhalte zur Verfügung stellen zu können. Auf welchen Blogs finden sich z. B. Interviews? Wie wäre es, wenn Sie der BlogbetreiberIn ein Interview mit einer der KünstlerInnen anbieten?
  • Beziehungen aufbauen & pflegen: Auf diese Weise entsteht um Sie herum im Laufe der Zeit ein Netzwerk, dessen Nutzen für Sie maximal so groß sein wird wie Ihr Investment bwz. Ihr Engagement. Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen andere einen Gefallen tun und über Sie berichten, sondern informieren Sie selbst über das, was andere tun. Nicht nur die LeserInnen Ihres eigenen Blogs werden es Ihnen danken.

Beziehungen zu BloggerInnen aufzubauen ist keine leichte Sache, denn jeder hat seine eigenen Gründe, ein Blog zu betreiben. Ob das nun die große Zahl an LeserInnen ist oder die Freude, sich mit interessanten Inhalten zu beschäftigen, in jedem Fall liegt es an Ihnen, das im Vorfeld herauszufinden und dann die passenden Inhalte zur Verfügung zu stellen. Damit am Ende etwas Phantastisches entsteht, was für beide Seiten den gleichen Wert besitzt.

Mirror ceiling
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Social Media: Warum wir Follower oder Fans werden

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Mirror ceiling“; By Richard Masoner (CC BY-SA 2.0)

Kultureinrichtungen, die im Social Web aktiv sind, bemühen sich, so wie alle anderen, um eine möglichst große Aufmerksamkeit. Meist machen wir den Erfolg an der Zahl der BlogleserInnen, der Fans oder der Follower fest, was natürlich auch nicht ganz falsch ist. Die Strategien, die dabei entwickelt werden, sind höchst unterschiedlich. Während die einen sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, um in den Suchmaschinen gefunden zu werden, entwickeln andere Contentstrategien oder nutzen Tools, mit denen sie leichter UserInnen identifizieren können, die ihren Kriterien entsprechen.

Aber lassen Sie uns mal die Seite wechseln. Was bringt uns eigentlich dazu, Fan einer Seite oder Follower eines Twitteraccounts zu werden? Natürlich wirken Gewinnspiele verlockend und bringen uns unter Umständen dazu, den Button anzuklicken. Aber was treibt uns an?

Ron Evans hat sich in seinem Blogpost “Thoughts on the psychology of social media” mit diesem Thema beschäftigt und fragt sich, was eigentlich in unserem Gehirn vorgeht, wenn wir interagieren und Fan oder Follower werden? Evans ist dabei auf die folgenden fünf Gründe gestoßen:

  • wir wollen eine gute Sache unterstützen,
  • uns werden interessante oder nützliche Dinge angeboten,
  • wir werden gut unterhalten,
  • wir erwarten uns einen finanziellen Vorteil oder
  • wir wollen unseren Freunden zeigen, dass wir uns mit jemandem vernetzen.

Evans konstatiert, dass das alles Gründe sind, die auch bei realen Freundschaften relevant sind und wir wohl kaum gute Freunde haben, wo nicht mindestens einer dieser Gründe zutreffend ist. Und so wie wir unsere Freundschaften nicht auf Werbung aufbauen, sollten wir das, so Evans, auch im Social Web nicht tun. Den Kontakt zu anderen Menschen stellen wir nicht mit der Holzhammermethode her, sondern wir kommen mit ihnen langsam ins Gespräch, ob das im Fahrstuhl oder auf einer Party ist. Genau aus diesem Grund ist es auch unsinnig, gibt sich Evans überzeugt, als Kultureinrichtung schon im zweiten Satz Tickets verkaufen zu wollen, ob auf Facebook oder sonst wo.

Beziehungen haben wir nur zu Menschen, nicht zu Unternehmen

Abgesehen davon hält er nicht viel davon, wenn Kultureinrichtungen unpersönlich kommunizieren, denn “People don’t have relationships with organizations on social media, they have relationships with people”. Nun ist es natürlich nicht verboten, die eigenen Tickets anzupreisen, ganz im Gegenteil. Aber auch das kann auf eine sehr persönliche Art und Weise geschehen, schreibt Evans. Aus “Come to our opening night performance of Romeo and Juliet this Saturday. Tickets are on sale now: 800-555-1212″ wird bei ihm:

“I can’t believe opening night is three days away. Everyone here is so excited; there is this feeling in the air. We’ve never done Romeo and Juliet before, and I’ve avoided the rehearsal so I can be surprised on opening night! If you still need a ticket, call me at 800-555-1212 and I’ll see what I can do to help you. Can’t wait! -Ron”

Mir gefällt dieser Ansatz. Ich bin heute auf ein Blogpost von Anna Ermann aufmerksam gemacht worden. In “Warum es Facebook an sozialer Intelligenz mangelt” kritisiert sie die Entwicklungen auf Facebook und spricht von einem Rückschritt ins “Zeitalter der Litfaßsäulen”. Ich bin mit der Umstellung auf die neue Chronik auch nicht glücklich und habe mein persönliches Profil bis heute nicht umgestellt. Aber diese Chronik mit ihren Nachteilen erhöht den Druck auf die Unternehmen, sich andere Wege der Kommunikation zu überlegen und zum Beispiel Facebookgruppen zu starten. Dort muss ich die Frage, ob man dort persönlich kommunizieren soll oder nicht, gar nicht mehr beantworten, denn ich kann dort nur mit einem persönlichen Profil dabei sein.

Und hier in diesen Gruppen habe ich auf Facebook die Chance, die UserInnen persönlich anzusprechen und sie für die Arbeit der Kultureinrichtung zu begeistern. So, wie auch wir uns in solchen Gruppen begeistern lassen, um dann im nächsten Schritt einer Kultureinrichtung auch als Fan oder Follower zu folgen. Vorausgesetzt eines der von Ron Evans genannten Kriterien trifft zu. Darum muss sich eine Kultureinrichtung bemühen, denn die Begeisterung entsteht nicht durch den Einsatz von Social Media. Social Media ist nur das Mittel zum Zweck, nicht mehr und nicht weniger.