Das Kulturmanagement Blog

Online-Fundraising: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am Juli 14th, 2008

Wenn man wie ich zwei Wochen ohne Internetzugang auskommen musstedurfte, dann merkt man recht schnell, was einem auf der einen Seite an Infos entgeht. So habe ich beispielsweise erst jetzt am Wochenende vom Ende der österreichischen Regierung erfahren, denn in den Abruzzen gibt es nicht nur keine Internet-Cafes, sondern auch keine deutschsprachigen Zeitungen. :-(

Auf der anderen Seite kann man aber erkennen, wie viele Menschen eigentlich noch ohne das Internet auskommen und ich glaube nicht, dass sie im Bewusstsein leben, ihnen würde etwas abgehen.

Vor diesem Hintergrund ist mir eine Pressemeldung aufgefallen, in der festgestellt wird, dass die Bereitschaft zur Online-Spende im deutschsprachigen Raum zwar zunimmt. Der Ausgangspunkt scheint aber noch kaum wahrnehmbar zu sein. Bei aller Begeisterung für das Internet und die zahllosen Tools ist es, denke ich, wichtig, sich immer wieder vor Augen zu halten, wie klein die Zahl derer ist, die sich völlig selbstverständlich im Internet bewegen und sich dort nicht nur informieren, sondern auch mit anderen kommunizieren oder zusammen arbeiten.

Das heißt nun nicht, dass ich zukünftig nicht mehr über das Online-Fundraising schreibe, sondern mich dem guten alten Brief widme. Nein, aber der “guter alte Spendenbrief” hat immer noch seine Bedeutung.

Leider geizt die Pressemeldung mit Zahlen, aber wenn Ärzte ohne Grenzen in Deutschland seit knapp zehn Jahren das Online-Spenden anbietet und über diese Schiene zwischen zwei und fünf Prozent des gesamten Spendenaufkommens hereinkommen, dann ist das wahrscheinlich schon ein Spitzenwert im Nonprofit-Bereich. Von den Kunst- und Kultureinrichtungen will ich gar nicht reden.

Aber ich denke, es lohnt sich, am Thema dranzubleiben und mit solchen Angeboten zu experimentieren. Denn ich bin zuversichtlich, dass es irgendwann losgeht und dann ist es gut, wenn man zu den ersten gehört. Freuen wir uns also über den Aufwärtstrend und bleiben wir weiter am Ball.

via BFS Fundraising Weblog

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Crowdfunding und SellaBand sind eines der Themen beim nächsten Web Montag in Salzburg

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am Juni 26th, 2008

Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Beitrag über die Musikplattform SellaBand, auf der es die Salzburger Band ConFused5 geschafft hat, 50.000 USD für ihre erste CD-Produktion einzusammeln. Beim nächsten Web Montag am 30. Juni in Salzburg wird die Band darüber berichten, wie sie das geschafft hat.

Der Web Montag, von David Röthler organisiert, beschäftigt sich diesmal mit den Themen Crowdsourcing & Open Innovation und Sie können sowohl vor Ort in Salzburg als auch online daran teilnehmen. Wie funktioniert der Web Montag? David Röthler schreibt dazu:

“Der Web Montag ist ein dezentral organisiertes, partizipatives, offenes und informelles Treffen zum Thema Web 2.0, für AnwenderInnen, EntwicklerInnen, GründerInnen, UnternehmerInnen, ForscherInnen, Web-PionierInnen, BloggerInnen, PodcasterInnen, DesignerInnen und sonstige InteressentInnen.”

Das heißt, Sie müssen nicht nur einfach zuhören, sondern können sich, so Sie wollen, auch mit einer eigenen Präsentation beteiligen. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie hier.

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Die Allianz Kulturstiftung: Unterstützung für multinationale und interdisziplinäre Kooperationsprojekte in den Bereichen Bildung und Kunst

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am Juni 9th, 2008

Häufig haben wir zwar gute Ideen, scheitern dann aber bei der Realisierung des Vorhabens, weil es am Geld fehlt. Wer international arbeitet, kann neben den Förderungen auf der nationalen Ebene auch versuchen, Mittel aus den EU-Fördertöpfen zu erhalten. Aber das ist nicht die einzige Möglichkeit, denn es gibt einige Stiftungen, die sich in der Unterstützung von Kunst und Kultur genau auf diese internationale Ebene konzentrieren.

Zu diesen gehört auch die Allianz Kulturstiftung, die vor 8 Jahren vom Allianz Versicherungskonzern ins Leben gerufen worden ist und das Ziel verfolgt, grenzüberschreitende Bildungs- und Kulturprojekte zu unterstützen,

“die dem europäischen Integrationsprozess und der Herausbildung einer europäischen Identität förderlich sind.”

Die wohl wichtigste Zielgruppe stellt der akademische und künstlerische Nachwuchs dar, für den man, so heißt es auf der Website, eigene Austausch- und Begegnungsprojekte entwickele.

Die Stiftung sieht ihre Aufgabe also nicht nur darin, Projekte zu fördern, sondern ist selbst operativ tätig.

“Einerseits nimmt die Stiftung Anregungen von außen auf, die als Förderanträge eingehen und dem Stiftungsziel entsprechen; andererseits setzt die Stiftung selbst Impulse und initiiert Projekte, die in Zusammenarbeit mit internationalen Partnereinrichtungen weiterentwickelt und realisiert werden.”

Die Bereiche ihrer Tätigkeit sind:

  • europäische Bildungsarbeit
  • Literatur und Übersetzung
  • Neue Musik
  • Zeitgenössische Kunst

In der Imagebroschüre, die einen sehr umfassenden Überblick über die Aktivitäten der Stiftung liefert und auch zeigt, was für Projekte in der Vergangenheit gefördert wurden, werden die Voraussetzungen für zu unterstützende Projekte noch etwas präzisiert. Dort heißt es:

“Der Förderschwerpunkt liegt auf gattungs- bzw. medienübergreifenden, zeitgenössischen Konzepten und Initiativen. Besonderes Augenmerk verwendet die Allianz Kulturstiftung dabei auf die Unterstützung von Projekten, die innovativ in Inhalt oder Methode sind und die neue Ansätze in Kunst, Kultur und Bildung im Moment ihrer Entstehung aufnehmen. Die Projekte der Allianz Kulturstiftung haben daher oftmals Werkstattcharakter. Aktive Wissensproduktion und Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Professionalisierung stehen dabei im Vordergrund. Die geförderten Projekte sollen dazu geeignet sein, langfristige Breitenwirkung zu erzielen.”

Wichtige Kriterien, um eine Unterstützung zu erhalten, sind als der innovative und der nachhaltige Charakter des Vorhabens.

Wie wichtig für die Allianz Kulturstiftung das nachhaltige Arbeiten ist, kommt auch in ihrer Idee eines Alumni-Netzwerks zum Ausdruck, das aus den ehemaligen Projektpartern besteht und auf der Website als “Invisible College” bezeichnet wird. Immer wieder werden für diesen Kreis dann Seminare oder andere Veranstaltungen angeboten. Das scheint mir ein sehr guter Ansatz zu sein, denn in der Regel ist der Kontakt zu einem (öffentlichen oder privaten) Geldgeber mit der Abrechnung des Projektes beendet. Mit ihrem Alumni Netzwerk bietet die Stiftung einen Rahmen, mit den Projektpartnern und -trägern in Kontakt zu bleiben. Außerdem besteht so natürlich auch die Möglichkeit, dass sich die KünstlerInnen untereinander austauschen und vernetzen.

Wie gehen Sie vor, um an eine solche Förderung zu kommen? Die Projektanträge müssen jeweils bis zum 30. April für das Folgejahr gestellt werden. Das heißt, der nächste Einreichtermin ist der 30. April 2009. Ihr Projekt müsste dann 2010 stattfinden.

Ein standardisiertes Verfahren oder ein Formblatt gibt es nicht, die einzige Vorgabe besteht in der Beschränkung auf eine fünfseitige Darstellung Ihres Projektvorhabens. Gefordert wird außerdem ein Budgetplan, aus dem die konkrete Summe hervorgeht, die bei der Allianz Kulturstiftung beantragt wird.

Wichtig zu wissen: die Stiftung finanziert Projekte nicht aus, das heißt, es handelt sich nur um eine Teilfinanzierung. Über die Höhe der Summen, die dort vergeben werden, finden sich auf der Website leider keine Informationen. Am Telefon wurde mir aber gesagt, dass ein Projekt mit einem Gesamtbudget von 30.000 Euro schon eher die Ausnahme ist. Mit einem Budget von insgesamt 10.000 bis 20.000 Euro hat man also wahrscheinlich größere Chancen, wenn wir mal die Qualität des Vorhabens nicht berücksichtigen.

Offen ist auch, wie hoch die Unterstützung der Stiftung sein darf oder kann. Ein Verhältnis 80:20 ist theoretisch ebenso möglich wie 50:50 oder 20:80.

Ihren Antrag schicken Sie dann sowohl per Email als auch per Post nach München zur Allianz Kulturstiftung. Knapp 11 Monate haben Sie nun Zeit bis zum nächsten Stichtag. Auf der Website finden Sie eine Vielzahl von Projekten, die von der Kulturstiftung in der Vergangenheit unterstützt worden sind. Vielleicht bringt Sie das ja auf eine Idee, so Sie nicht eh schon eine haben.

Wie

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Kulturförderung: an die Zukunft denken

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am Mai 29th, 2008

So etwas würde ich mir auch wünschen: “The Foundation for the Culture of the Future“. Ihr Anspruch:

“The purpose of the Foundation, which will exist for at least ten years, is to financially support long-term and innovative cultural projects, thus stimulating regional culture in a wide sense. One of the underlying aims of this is to encourage economic growth and development in the regions.”

Schade, dass die Stiftung ihren Sitz in Schweden hat.

Via Social & Cultural Entrepreneur

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Kulturfinanzierung: wer zahlt, schafft an

Veröffentlicht in Fundraising, Kulturpolitik by Christian Henner-Fehr am Mai 29th, 2008

Die Frage, wie Kunst und Kultur zu finanzieren sind, ob mit öffentlichen und/oder privaten Mitteln, taucht immer wieder auf. Antworten darauf fallen höchst unterschiedlich aus, je nachdem, wer die Antwort gibt und woher dieser Antwortgeber kommt. Oft werden in einem solchen Fall die höchst unterschiedlichen Fördersysteme Deutschlands und der USA gegenübergestellt.

Wie der Zufall es so will, wurden in den letzten Tagen zwei Artikel veröffentlicht, die sich jeweils mit einem der beiden Länder beschäftigen. Die Netzeitung hat sich für das Kultursponsoring in den USA interessiert und einen Beitrag über “Die eigenwillige Welt der Mäzene” veröffentlicht. Zwei Zahlen gilt es dabei herauszustreichen. 2006 haben die AmerikanerInnen 295 Mrd. USD gespendet, davon gingen 12,5 Mrd. in den Kulturbereich. Dem stehen 145 Mio. USD aus dem Förderprogramm “National Endowment for the Arts” gegenüber.

Klar ist, dass die Summen, die da in den Kunst- und Kulturbereich, und nicht nur dorthin, fließen, nicht ganz uneigennützig “gespendet” werden. So erhielt die New York Public Library, wie die Netzeitung berichtet, von Stephen Schwarzman, Chef der Investmentfirma Blackstone, 100 Mio. USD für den Ausbau ihrer Räumlichkeiten. Schwarzman wünscht sich dafür als Gegenleistung, dass das Gebäude zukünftig seinen Namen trägt.

Und wie sieht es in Deutschland aus, wo das Verhältnis staatliche Unterstützung und private Mittel eher umgekehrt ist? Die Frankfurter Rundschau berichtet in ihrem Artikel “Neue Gewaltenteilung in der Kulturförderung” von der Tendenz, die staatliche Kulturförderung vermehrt in Stiftungen auszulagern.

“Gefragt sind Kulturprojekte, die eine möglichst schnelle und publikumswirksame Umsetzung gestatten, Unikate, nicht jährlich wiederkehrende institutionelle Projekte.”

Erreicht wird das durch

“Initiativprojekte, große Namen und einen relativ kurzen Förderhorizont mit absehbaren Ergebnissen und Evaluierungen.”

Ohne die Qualität der Ergebnisse anzweifeln zu wollen, bleibe, so Autor Lars Henrik Gass, ein Unbehagen über eine Verschiebung in der Gewaltenteilung zwischen denen, die Kultur fördern, und denen, die Kultur machen, zurück:

“Es bleibt ein Unbehagen über eine Konzentration und Alleinstellung von Fördermitteln -, nicht selten in der Hand einer Person, die teilweise ohne Gremien über große Fördersummen entscheiden kann, von denen eine große Anzahl von potentiellen Förderempfängern direkt oder indirekt abhängig ist.”

Diese Person wird, so Gass, zum “Förderintendanten”, für den aber natürlich ganz andere Erfolgskriterien gelten als für die für die Mittelvergabe verantwortlichen KulturpolitikerInnen. Und so nähern wir uns dem amerikanischen System an, wenn Gass daraus schlussfolgert:

“Der Förderintendant wird wieder zum Mäzen, der um seine öffentliche Darstellung und seinen Einfluss bemüht sein muss. Kein Foto, keine Jury ohne den Förderintendanten.”

So geht also auch in diesem System der Anspruch verloren, Kunst und Kultur in ihrer gesamten Pluralität und Heterogenität zu fördern. Ob das Geld nun hauptsächlich von privaten Mäzenen oder von staatlichen Stellen kommt, es gilt immer: wer zahlt, schafft an.

Via BFS Fundraising und Facts

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My Million Dollar Movie: ein weiteres Beispiel für Crowdfunding

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am Mai 13th, 2008

My Million Dollar Movie ist das Projekt des kanadischen Filmemachers Casey Walker. Eine Mio. kanadische Dollar benötigt er für seinen nächsten Film und dieses Geld möchte er mittels Crowdfunding zusammen bekommen. Mit zehn Dollar wird man zum Investor und trägt dazu bei, dass Walker seinen Film produzieren kann. Vier Monate hat er sich Zeit gegeben, um das Geld einzusammeln.

Am Ende bekommen die Investoren, so Walker, nicht nur ihr Investment zurück, sondern partizipieren anteilmäßig an den Gewinnen. Interessant, dass dieses Geschäftsmodell in jeweils leicht abgeänderten Varianten immer häufiger anzutreffen ist. Allerdings scheint es sich auf den Film- und Musikbereich zu beschränken, aus anderen Sparten sind mir bis jetzt noch keine Beispiele bekannt.

Ich frage mich, ob die Investoren ihr Geld in solche Projekte stecken, um Geld zu verdienen? Ich vermute, dass es derzeit noch eher der Reiz des Neuen ist. Wenn es aber nicht primär oder ausschließlich darum geht, sein Geld zu vermehren, dann wäre dieser Ansatz doch eigentlich auch etwas für andere Kunstsparten wie beispielsweise das Theater? Ein Beispiel fällt mir dazu ein, das MS Supamira. Das Schiff bzw. Projekt sollte durch die Herausgabe von 10.000 Aktien zum Preis von 99.99 Euro finanziert werden. Die Website lässt vermuten, dass das eher nicht geklappt hat. Vielleicht war es aber einfach zu früh für diese Idee?

Wahrscheinlich müsste man sich überlegen, welche Anreize sich schaffen lassen, um “Investoren” zu gewinnen. Wie könnten diese aussehen? Eine schwierige Frage, aber vielleicht haben Sie eine Antwort? Was würde Sie dazu bewegen, zum Beispiel zehn Euro in ein Theaterprojekt zu “investieren” und wie sollte Ihr “Gewinn” aussehen?

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Zwei Blogs zu Kulturmarketing und Sponsoring

Veröffentlicht in Fundraising, Marketing by Christian Henner-Fehr am April 24th, 2008

Vor zwei Wochen hat die Marketingberaterin Karin Janner ein Blog zum Thema Kulturmarketing aufgesetzt. Das Kulturmarketing Blog ist bereits ihr zweites Blog, sie betreibt nämlich schon seit einiger Zeit das NewMarketing Blog. Damit wird eine große Lücke geschlossen, denn die Suche nach Blogs, die sich mit dem Thema Kulturmarketing beschäftigen, führte bis jetzt immer zu eher unbefriedigenden Ergebnissen. Worum es in ihrem Blog gehen wird, darüber schreibt Karin in ihrem letzten Post “Warum ein Kulturmarketing Blog?“.

Schon etwas länger gibt es sponsoring-blog.de, das von Karsten R. Schäfer geführt wird und sich hauptsächlich auf die Musikbranche konzentriert.

“Der sponsoring-blog.de bietet und sucht Lösungswege zu Sponsoring-Partnerschaften für Musiker und Bands, die dauerhaft sowohl für Sponsoringgeber als auch den Sponsoringnehmern Nutzen bringen”,

schreibt Karsten selbst über sein Blog. Wer wissen will, wie seine zehn Schritte für die erfolgreiche Akquise von Sponsoren aussehen, sollte sich seinen Beitrag “Konzeption zur Sponsorensuche - oder - Aller Anfang ist schwer” durchlesen.

Cool, wieder zwei Blogs aus dem Bereich Kulturmanagement. :-)

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elargio: eine neue Spendenplattform

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am April 22nd, 2008

Nun scheinen sie auch im deutschsprachigen Raum anzukommen, die Plattformen, die mit der Hilfe von Web2.0-Tools Spendengeber und -empfänger zusammenbringen wollen. Über betterplace habe ich ja schon vor einiger Zeit berichtet, nun geht elargio an den Start.

Zwei Punkte sind mir aufgefallen: erstens wird klar kommuniziert, dass von jeder Spende, die über elargio läuft, 3,4%, jedoch höchstens 6,80 Euro zur Kostendeckung der Plattform verwendet werden. Bei betterplace fällt keine Gebühr an, weil man dort auf ehrenamtliche Tätigkeit setzt und gleichzeitig Ausschüttungen der betterplace Solutions GmbH erhält. Aber solange das Thema transparent abgehandelt wird, sehe ich da keine Probleme, denn ich bin mir der Tatsache bewusst, dass ein solches “Geschäft” auch Geld kostet.

Zweitens scheint die Bandbreite der Vorhaben, die auf elargio vorgestellt werden, relativ breit angelegt zu sein. Hier kann man auch für die eigene Hochzeit um Unterstützung bitten, Kunst und Kultur sollten dort also auch unterkommen. Nachdem die Plattform aber neu ist, fehlt es natürlich noch an Projekten.

Entscheidend wird sein, dass es diesen Plattformen nun gelingt, nicht nur aufzuzeigen, wie leicht es ist, für etwas zu spenden, sondern dass sie vor allem das entsprechende Umfeld dafür schaffen. Sonst haben wir Plattformen, auf denen sich unzählige Projekte vorstellen, die um Geld bitten, aber keine SpenderInnen.

Gefunden auf BFS Fundraising Weblog

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Eine Studie untersucht Kultursponsoring in Oberösterreich

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am April 14th, 2008

Oft ist es doch so, dass man sich bei einer Tätigkeit viel leichter tut, wenn man weiß, wie andere das machen. Natürlich ist das auch beim Thema Kultursponsoring so. Nehmen wir nur zwei Beispiele: Angenommen Sie sind auf der Suche nach Sponsoren für Ihr neuestes Projekt. Sie haben auch bereits erste Kontakte geknüpft und sind nun am Überlegen, wie viel Geld Sie realistischerweise von einem Sponsor verlangen können. Sind es 500, 5.000 oder 20.000 Euro? In so einer Situation ist es doch sehr hilfreich, wenn man weiß, was Unternehmen bei ihren Sponsoringaktivitäten auszugeben bereit sind, oder?

Und ist die Information, was sich die Unternehmen von der Zusammenarbeit mit einer Kultureinrichtung erwarten, nicht auch extrem wichtig, wenn Sie gerade dabei sind, Ihre Sponsoringangebote zu entwickeln?

Anhaltspunkte liefert in dieser Hinsicht eine Studie, die das market Institut im Auftrag des Bundeslandes Oberösterreich im November 2007 veröffentlicht hat. Befragt wurden 402 Unternehmen mit Sitz in Oberösterreich, die mehr als 20 MitarbeiterInnen haben.

Das Ausmaß der Sponsoringaktivitäten hängt von der Unternehmensgröße ab

Von diesen betreiben fast zwei Drittel Sponsoring. Ob es Sponsoringaktivitäten gibt, hängt auch von der Größe des Unternehmens ab. Liegt der Prozentsatz bei Unternehmen mit 21-50 MitarbeiterInnen bei 49%, so steigt er bei Firmen mit mehr als 100 MitarbeiterInnen auf 60%.

Kultureinrichtungen, die sich auf die Suche nach Sponsoren machen, sollten wissen, dass es vor allem Banken, Versicherungen, der Handel, Gewerbe, Handwerk und Industrie sind, die dafür zu gewinnen sind.

Unternehmen, die Sponsoring betreiben, engagieren sich am ehesten im Sport- (73%) oder im Sozialbereich (18%). Erst dann folgen mit je 10% Kultur, Schulen und Universitäten und Vereine. Auf die Frage, welche Bereiche im Hinblick auf Sponsoringaktivitäten für das Unternehmen interessant seien, ergab sich folgende Reihenfolge:

  • Sport (53%)
  • Soziale Einrichtungen (27%)
  • Jugend (18%)
  • Gesundheit (14%)
  • Kultur (14%)
  • Forschung (7%)

Sowohl die Sponsoringaktivitäten im Kunst-und Kulturbereich als auch das Interesse daran halten sich also bei den Unternehmen in Oberösterreich in Grenzen. Die größten Konkurrenten sind der Sport- und der Sozialbereich.

Knapp 75% der Sponsoringbudgets liegen unter 10.000 Euro

Wie viele Unternehmen planen überhaupt Geld für solche Maßnahmen ein? Auf die Frage nach dem Sponsoringbudget gaben 44% der Befragten an, über ein solches zu verfügen. 45% meinten, dass könne man nicht abschätzen und 4% haben derzeit kein Geld für solche Maßnahmen eingeplant.

Ein Blick auf die Höhe des Budgets (von denen, die eines haben) zeigt, dass es eher um kleine Summen geht. In 31% der Fälle liegt es unterhalb von 2.500 Euro, ein Viertel der Budgets liegt zwischen 2.500 und 5.000 Euro, 20% der Unternehmen mit einem Sponsoringbudget geben bis zu 10.000 Euro aus und immerhin 24% mehr als 10.000 Euro. Diese Zahlen beweisen aber, dass es meist unrealistisch ist, sich von Unternehmen Beträge von mehreren zehntausend Euros zu erwarten.

Am liebsten sponsern die Unternehmen Musik

Welche Kunstsparten bevorzugen oberösterreichische Unternehmen, so sie Kultursponsoring betreiben? Klarer Favorit, nicht nur in dieser Befragung, ist die Musik mit 48%, gefolgt von der Darstellenden Kunst mit 42%. Die weitere Reihenfolge: Bildende Kunst (36%), Festivals (27%), Volkskultur (21%), Literatur und Museen (12%).

Wenn ein Unternehmen als Sponsor auftritt, dann geschieht das in der Mehrzahl der Fälle projektbezogen (61%). Nur in 14% der Fälle wird eine (längerfristige) Sponsoringpartnerschaft mit einer Kultureinrichtung eingegangen. Ein Viertel der Befragten hält sich beide Optionen offen. Es scheint also leichter zu sein, so die Studie, Sponsoren für einzelne Projekte zu suchen. Aber man sollte die Möglichkeit einer längerfristigen Zusammenarbeit und damit eines institutionbezogenen Sponsorings nicht ganz außer acht lassen.

Unternehmen, die in dieser Form mit einer Kultureinrichtung zusammenarbeiten, berücksichtigen vor allem diese Kriterien:

  • die Kultureinrichtung muss sympathisch sein (49%)
  • sie muss einen guten Ruf, ein gutes Image besitzen (44%)
  • die Zusammenarbeit muss gut funktionieren (44%)
  • die Kultureinrichtung muss zum Unternehmen passen (41%)

Auffällig ist, dass Kriterien wie ein hoher Bekanntheitsgrad (29%) oder ein großes Publikum (25%) nicht so wichtig zu sein scheinen.

Wer Sponsoren sucht, muss selbst aktiv werden

Wie kommen nun Sponsorgeber und Sponsornehmer zusammen? Die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet von den Kultureinrichtungen, dass diese auf sie zukommen, ein Fünftel wird selbst aktiv. Immerhin 10% der befragten Unternehmen fragen bei der öffentlichen Kulturverwaltung, bei der Kulturplattform, bei anderen Sponsoren nach oder recherchieren im Internet. Die Botschaft ist in diesem Fall sehr klar: Kultureinrichtungen, die Sponsoren suchen, können nicht damit rechnen, gefunden zu werden.

Ein gutes Image und ein hoher Bekanntheitsgrad als meistgenannte Sponsoringziele

Ist der Kontakt zustande gekommen, dann ist es hilfreich zu wissen, was ein Unternehmen von mir als Kultureinrichtung überhaupt erwartet? Die Reihung der Antworten ist keine große Überraschung:

  • eine positive Imagewirkung (78%)
  • Steigerung der Bekanntheit (71%)
  • engere Kundenbindung (33%)
  • hohe Medienwirkung (31%)
  • mehr soziale Kompentenz (31%)
  • preisgünstige Werbeaktivitäten (29%)
  • Erhalt und Förderung der kulturellen Landschaft in Oberösterreich (22%)

Auch die Frage, wie die Unternehmen die Kultureinrichtungen unterstützen, wird beantwortet. Am ehesten geschieht das mit Geld, 88% können sich finanzielle Unterstützung sehr gut oder gut vorstellen. Mit einigem Abstand folgt dann das Sachsponsoring und die Unterstützung in Sachen PR und Öffentlichkeitsarbeit.

Für Kultureinrichtungen, die gerade dabei sind, das Thema Kultursponsoring anzugehen bzw. ihre bisherige Strategie überprüfen wollen, ist diese Studie eine wertvolle Hilfe. Anlässlich einer Pressekonferenz veröffentlichte das Land Oberösterreich eine sechzehnseitige Information, in der nicht nur die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst sind, sondern diese auch grafisch aufbereitet worden sind. Es lohnt sich also, dieses Paper abzuspeichern und für die eigene Sponsoringarbeit zu nutzen.

Kultursponsoring in der (deutschen) Hauptstadt

Veröffentlicht in Fundraising by Christian Henner-Fehr am April 7th, 2008

So wichtig Studien und Reports auch sein mögen, das Salz in der Suppe sind doch immer die praktischen Beispiele. Jennifer Hoffmann, die in ihrem gleichnamigen Blog Betrachtungen zum Kulturmarketing in Berlin anstellt, hat sich in ihrem Beitrag “Sternstunden des Kultursponsorings” die Zusammenarbeit von Berlinale und L’Oréal angeschaut.

Ihren Recherchen zufolge ist die Berlinale beim Akquirieren von Sponsoren sehr erfolgreich, denn gut ein Viertel des Budgets wird von Sponsoringpartnern abgedeckt. Was hat L’Oréal für sein Geld bekommen und welche “flankierenden Maßnahmen” hat das Unternehmen durchgeführt? Die Infos dazu gibt es im Blogeintrag bei Jennifer Hoffmann.