Das Kulturmanagement Blog

Wie erlernen wir Soft Skills?

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung by Christian Henner-Fehr am April 9th, 2008

Vielleicht erinnern Sie sich noch an dieses Projektmanagement-Modell?

Im letzten Mai habe ich über eine Präsentation von Philipp Schimek berichtet, in der dieser über die Komplexität von Projekten gesprochen hat. Wer sich die Grafik anschaut, wird unschwer erkennen können, dass ich als ProjektmanagerIn nicht nur jede Menge “hard facts” kennen, sondern auch über die entsprechenden “soft skills” verfügen muss.

In einem Gespräch gestern Abend kam heraus, dass Seminare, in denen es um die “hard facts” wie zum Beispiel Projektplanung oder Sponsoring geht, in der Regel gut besucht sind. Bei Seminaren mit “soft skill”-Inhalten hingegen ist das anders. Sie erfreuen sich nicht so großer Beliebtheit.

Für mich stellt sich da die Frage: wie und wo eignen wir uns unsere Soft Skills an? Werden sie uns mit in die Wiege gegeben, eignen wir sie uns durch Nachahmung an oder erlernen wir sie in Vorträgen, Seminaren oder Workshops?

Wie ist das bei mir? Ich habe viel von anderen Menschen gelernt, also nachgeahmt. Wirklich bewusst sind mir viele Dinge aber erst im Laufe meiner Trainer-Ausbildung geworden, in der dieser Bereich logischerweise eine wichtige Rolle gespielt hat.

Jetzt würde mich interessieren, wie das bei Ihnen ist? Wo haben Sie sich Ihre soziale Kompetenz angeeignet? Sind Seminare dafür ungeeignet oder bedarf es bestimmter Rahmenbedingungen, damit Sie ein solches besuchen würden, bei dem es um all die Dinge geht, die sich in der unteren Hälfte der oben abgebildeten Grafik abspielen? Eignen Sie sich Ihr Wissen mit der Hilfe von Büchern oder dem Internet an? Oder bekommen wir die Soft Skills schon in der Schule bzw. der Ausbildung vermittelt? Haben Sie da eine Antwort darauf?

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Wenn der Begriff KulturmanagerIn einen zum Gruseln bringt

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung, Kulturmanagement by Christian Henner-Fehr am April 4th, 2008

An meinem gestrigen Beitrag “Kulturmanagement als Diskursfeld” hat sich auf Facts 2.0 eine ganz interessante Diskussion (dort einfach nach unten scrollen) entzündet. Nachdem man dort nur nach Anmeldung mitdiskutieren kann, greife ich einfach von hier aus in die Diskussion ein.

Was mir darin auffällt: Über Kulturmanagement zu diskutieren heißt eher, einen Glaubenskrieg zu führen. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass der Begriff des Kulturmanagers, der Kulturmanagerin so unscharf ist, dass sich jede/r etwas anderes darunter vorstellt? Es hat ja auch schließlich jeder so seine eigenen Erfahrungen gemacht.

Fangen wir mal mit dem Studium an. “luftlinie” spricht von einer “grotesken Situation”, was die Studienangebote im Bereich Kulturmanagement angeht:

“(…) Es ist nämlich inzwischen durchgesickert, dass längst nicht jeder (leider sehr viele) dieser Absolventen den Anforderungen im Umfeld der Kulturpolitik und deren Institutionen “aushält” und über die entsprechenden Qualifikationen (was man eigentlich erwarten dürfte nach dem Studium) verfügt. Da ist Inflation pur eingetreten (…).”

Da ist meiner Meinung nach viel Wahres dran. Die Frage ist nur, ob und wenn ja, wie sich das verhindern lässt? Schließlich ist auch nicht jeder fertig ausgebildete Medizinstudent automatisch ein guter Arzt, der BWL-Student ein guter Betriebwirt und so weiter.

Liegt es vielleicht daran, dass wir uns dem Thema Kunst und Kultur mit völlig verklärtem Blick nähern? Ist das wirklich der einzige Bereich, in dem man kreativ sein kann? Übt die Nähe zu KünstlerInnen wirklich eine solche Faszination aus, dass man da in deren Umfeld für meist wenig Geld arbeiten will? Und redet man nicht vielen dieser KünstlerInnen ein, dass sie eine Kulturmanagementausbildung benötigen? Und auch hier gilt: nach einer solchen Ausbildung bin ich noch lange keine gute ManagerIn. Aber wie gesagt: diesen Automatismus gibt es nirgends.

Das heißt aber auch, dass es um den Ruf derer, die so eine Ausbildung absolviert haben, nicht gut bestellt ist. “bugsierer” meint dazu:

“all diese studiengänge in ehren, aber oft kommen sie mir ziemlich weltfremd vor.”

Leider schreibt er nicht, warum sie ihm so weltfremd vorkommen. Schließlich ist das, was man in anderen Studienfächern lernt, auch nicht unbedingt sehr praxisnah. Aber es bleibt festzuhalten, dass viele auf der einen Seite die “Praktiker” sehen und auf der anderen Seite die Kulturmanager. Was wohl bedeuten soll, dass das alles Theoretiker sind.

“bugsierer” weiter:

“rein theoretisch agierende menschen sind mir ein wenig suspekt, es sei denn sie bewegen sich in gebieten, die per se nur theoretisch abgehandelt werden (wie z.b. die grundlagenforschung, weitgehend). klar kommt von den theoretisch orientierten kulturmanagern hin und wieder ein guter anstoss, aber der mist wird doch in der praxis geführt, oder?”

Ich weiß zwar jetzt nicht genau, wen er damit meint. Nachdem er meinen Beitrag als “theoretisches geschwurbel” abgetan hat, “das im realen leben zwischen kultur- und showbiz keinen interessiert”, fühle ich mich aber irgendwie angesprochen.

Gut, da gibt es also “bugsierer”, den Praktiker und dann die theoretisierenden Kulturmanager. Diese Haltung erinnert mich an die Skepsis früherer Zeiten, wo man der Meinung war, jemand, der studiert hat, verfügt über zwei linke Hände und ist völlig praxisuntauglich.

Die Zeiten sind vorbei, aber natürlich gibt es im Kulturmanagement wie in anderen Bereichen auf der einen Seite diejenigen, die in der Praxis arbeiten und dann gibt es die, die in Forschung und Lehre bleiben. Wenn jemandem theoretisierende Menschen “suspekt” sind, so mag das so sein, aber es zeugt von einer gewissen Arroganz, die mir wiederum suspekt ist.

“bugsierer” unterscheidet außerdem zwischen “teuer ausgebildeten kulturmanagern” und “vifen praktikern aus dem harten alltag von gastronomie und eventproduktion”. Das meinte ich mit Glaubenskrieg, denn wo ist da jetzt der Gegensatz? Und was heißt teuer ausgebildet? Teuer für wen? Für die Studierenden?

Irgendwo kann ich die Unterschiede nicht wirklich erkennen und halte es da lieber mit Hanspeter Gautschin, der in seiner Antwort auf meinen gestrigen Beitrag schreibt:

“Es braucht dazu viel Praxis und noch viel mehr… HERZBLUT und den Willen, den Besuchern (Fans) etwas Einmaliges zu bieten, die Halle zu füllen.”

Richtig, und wie ich mich bei meiner Arbeit nun nenne, ist eigentlich völlig egal. “bruder bernhard” sieht das etwas anders:

“Als kulturellen HansdampfInallenGassen erfassen mich bei Begriffen wie Kulturmanagerin, Eventmanagerin, Absolventin einer Popuniversität etc. das nackte Gruseln ….”

Super, da ist er also der Kulturmanager par excellence, wenn er sich als “HansdampfInallenGassen” bezeichnet. Andere sprechen von ihm auch als eierlegender Wollmilchsau. Aber da gibt es halt auch noch eine andere Seite, die den alten hemdsärmeligen Haudegen als Auslaufmodell sieht. Dirk Heinze schreibt in einem Foren-Beitrag auf Xing, allerdings in einem anderen Zusammenhang:

“…ansonsten bedarf es einer neuen selbstbewussten Generation, die sich durchsetzt und die alte Garde unfähiger vermeintlicher Kulturmanager hinwegfegt, bevor sie viele wichtige Kulturbetriebe kaputt machen.”

KulturmanagerIn zu sein, kann also vieles heißen: praktisch, theoretisch, hemdsärmelig, neu und selbstbewusst, etc.

Und was heißt das für mich? Ich sehe mich als Praktiker, aber auch gerne als Theoretiker, denn ich mag das Wechselspiel. Ich krempel gerne die Arme hoch, aber ich habe auch keine Probleme mit Begriffen wie Markt und Konsument. Ich glaube, wir können jeden Tag etwas neues lernen. Auf der anderen Seite ist aber auch das Erfahrungswissen ungeheuer wertvoll.

Wünschen würde ich mir eine Diskussion, in der nicht richtig und falsch aufeinanderprallen, sondern in der man ausgehend von verschiedenen Standpunkten gemeinsam etwas entwickelt. Denn alle, die ich hier zitiert habe, arbeiten im Umfeld von Kunst und Kultur und haben ausgedrückt, dass ihnen der Bereich etwas bedeutet. Und das ist doch eine mehr als gute Basis, oder?

Kulturmanagement als Diskursfeld

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung, Kulturmanagement by Christian Henner-Fehr am April 3rd, 2008

Diese Beschreibung von Kulturmanagement gefällt mir gut. Gefunden habe ich sie in einem Bericht über die erste Tagung des Fachverbandes für Kulturmanagement, der auf den Seiten des Kulturmanagement Network zu finden ist. Verfasst wurde er von Birgit Mandel, Professorin am Institut für Kulturpolitik der Stiftung Universität Hildesheim und Vorstandsmitglied im Fachverband.

Mandel schreibt darin, dass Kulturmanagement in den vergangenen Jahren vorwiegend als Unterdisziplin der Betriebswirtschaftslehre betrachtet worden sei, um mit der Hilfe von “Tools” die Kulturbetriebe zu professionalisieren. Das ist eine Sichtweise, die übrigens in den öffentlichen Kulturabteilungen immer noch oft anzutreffen ist, schließlich geht es dort darum, Mittel und Wege zu finden, mit möglichst geringem (finanziellen) Input einen maximalen (künstlerischen) Output zu erreichen.

Richtig ist auch Mandels Feststellung, dass aus dem Abwehrreflex gegen Kommerzialisierung und Professionalisierung seitens der KünstlerInnen das Kulturmanagement eine “dienende” Rolle eingenommen hat. So nach dem Motto: Den KünstlerInnen ihre Kunst, den KulturmanagerInnen ihr Management.

Wenn man das zu Ende denkt, dann sind KulturmanagerInnen dazu da, dass Kunst und Kulturpolitik bzw. -verwaltung miteinander auskommen, und sich gegenseitig erhalten. Nachdem beide Seiten aber unterschiedliche Sprachen sprechen, brauchen sie einerseits ÜbersetzerInnen und andererseits jemanden, der die Projekte für beide Seiten kompatibel gestaltet.

Darüber hinaus haben wir dann aber auch noch das Publikum, die Medien und alle anderen Stakeholder. Es ist daher kein Wunder, dass, wie Mandel feststellt, die meisten Kulturmanagement-Studiengänge einen generalistischen Ausbildungsansatz verfolgen. Die Anknüpfungspunkte sind dabei vor allem:

  • die Kulturpolitik,
  • die Betriebswirtschaftslehre,
  • die Kulturwissenschaften,
  • Kunst-Lehre/Kunstwissenschaften und
  • die Sozialwissenschaften.

Das finde ich bemerkenswert, denn ich würde erwarten, dass es da mittlerweile ganz andere Disziplinen, die für das Ausbildungsfach Kulturmanagement zumindest ebenso relevant geworden sind, zum Beispiel Marketing, PR oder, ich gehe noch einen Schritt weiter, die Neuen Medien mit dem ganzen Thema Social Web bzw. Web 2.0.

Einiges davon wird aufgefangen, wenn man sieht, in welchen Feldern die Lehrenden forschen. Mandel nennt hier:

  • “Kulturmarketing, Kulturbranding,
  • Kulturbesucherforschung und Audience Development,
  • Kulturpolitik und Kulturförderung, New Governance, Kulturentwicklungsplanung,
  • Institutionentheorie, Change Management,
  • Professionalisierung von Managementprozessen.”

Und dann kommt ein für mich entscheidender Absatz:

“Sämtliche Befragte sind der Ansicht, dass Kulturmanagement zur Zeit noch keine vollständig etablierte und anerkannte Wissenschaft ist. Als zentraler Grund dafür wird das Forschungsdefizit benannt. Zu oft werde Kulturmanagement in den Studiengängen nur als Praxeologie behandelt, es fehle der theoretische Überbau, es gäbe noch kein eigenständiges methodisches Fundament.”

Nur was heißt das jetzt? Ist das die Aufforderung, sich im Studierzimmer einzuschließen und mit der Forschung zu beginnen? Mandel berichtet vom Eröffnungsvortrag der amerikanischen Kulturmanagementwissenschaftlerin Margret Wyszomirski. Sie hat darin konstatiert, dass die Forschung erstens in der Regel nicht öffentlich gemacht werde und in den Schubladen verstaube. Und sie berichtet zweitens vom Trend in Amerika, demzufolge es nicht mehr hauptsächlich um das Institutionen bezogene Arts Management geht, sondern um gesamtgesellschaftliche Konzepte im Sinne von “Cultural Policy”.

Damit spricht sie zwei meiner Lieblingsthemen an.

Erstens: die Forschung in den Hinterstuben mag zwar für den oder die ForscherIn befriedigend sein, dem Forschungsbereich Kulturmanagement erweist man damit aber keinen guten Dienst. Er bleibt in den Hinterzimmern.

Wenn wir Kulturmanagement im Sinne Mandels als Diskursfeld verstehen wollen, müssen wir uns, bevor wir zu forschen anfangen, erst einmal darüber verständigen, worüber wir forschen. Und bevor wir das tun, werfen wir doch erst einmal einen Blick in die Welt “da draußen”. Da gibt es schon sehr vieles, von dem wir lernen können. In meinem Beitrag “Das Museum als ‘community space’” habe ich über Nina Simon berichtet, die der Frage nachgegangen ist, was Museen von den Spiele-Communities im Internet lernen können. Es gibt Fundraising-Modelle, Marketing-Ansätze, und, und, und.

Zweitens: wenn Kulturmanagement sich mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen bzw. Konzepten beschäftigen darf, dann müssen wir auch in die Gesellschaft hineinhören. Was interessiert diese Gesellschaft überhaupt? Welche Werte dominieren sie? Wenn es keine Zwangsbeglückung werden soll, dann müssen wir mit der Gesellschaft - und das sind die Menschen - ins Gespräch kommen.

Das heißt, Kulturmanagement muss vor allem kommunizieren,

  1. um sich selbst in der Gesellschaft zu verorten,
  2. um die relevanten Forschungsfelder zu entdecken,
  3. um die Forschungsergebnisse auf der ExpertInnenebene zu diskutieren und
  4. um die Ergebnisse dann wieder an die Gesellschaft “zurückzugeben” und sie mit ihr zu diskutieren.

Das ganze sehe ich nicht als schematischen Ablauf, sondern eher als einen Kreislauf, denn wenn ich bei Punkt vier gelandet bin, werde ich mit den aus der Diskussion gewonnenen Erkenntnissen wieder bei Punkt eins beginnen können.

Und ich wage die Behauptung: wenn es gelingt, Kulturmanagement als einen solchen Prozess, als Diskursfeld zu verstehen, dann wird die Nutzung des Social Web für KulturmanagerInnen ganz selbstverständlich sein. Dort geht es nämlich genau um diesen Diskurs.

Um diesen Diskurs zu führen, gibt es übrigens dieses Blog. Warum brauchen wir Kulturmanagement, was ist Kulturmanagement und wie sieht die Praxis aus? Das sind die Fragen, die es zu beantworten gilt. Wenn Sie Antworten, Anmerkungen oder auch neue Fragen dazu haben, freue ich mich über Ihre Kommentare.

Update: als Reaktion auf die auf Facts entstandene Diskussion habe ich den folgenden Beitrag geschrieben: Wenn der Begriff KulturmanagerIn einen zum Gruseln bringt

Learning, Arts and the Brain

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung, Kunst und Kultur by Christian Henner-Fehr am März 12th, 2008

Das ist der Titel einer gerade veröffentlichten Studie der Dana Foundation, die der Frage nachgeht:

Are smart people drawn to the arts or does arts training make people smarter?”

Um es vorwegzunehmen: ich habe die Studie noch nicht gelesen, sondern nur die Zusammenfassung gelesen. Aber die klingt sehr interessant. Nur: in der Studie spielen unter anderem Kognitions- und Neurowissenschaft eine Rolle und da brauche ich etwas Zeit, das ist Neuland für mich. Und da ich nicht weiß, wie lange das Neuland für mich bleibt, mache ich einfach nur auf sie aufmerksam.

Hier die Ergebnisse der verschiedenen Arbeitsgruppen, die mich neugierig gemacht haben:

  1. An interest in a performing art leads to a high state of motivation that produces the sustained attention necessary to improve performance and the training of attention that leads to improvement in other domains of cognition.
  2. Genetic studies have begun to yield candidate genes that may help explain individual differences in interest in the arts.
  3. Specific links exist between high levels of music training and the ability to manipulate information in both working and long-term memory; these links extend beyond the domain of music training.
  4. In children, there appear to be specific links between the practice of music and skills in geometrical representation, though not in other forms of numerical representation.
  5. Correlations exist between music training and both reading acquisition and sequence learning. One of the central predictors of early literacy, phonological awareness, is correlated with both music training and the development of a specific brain pathway.
  6. Training in acting appears to lead to memory improvement through the learning of general skills for manipulating semantic information.
  7. Adult self-reported interest in aesthetics is related to a temperamental factor of openness, which in turn is influenced by dopamine-related genes.
  8. Learning to dance by effective observation is closely related to learning by physical practice, both in the level of achievement and also the neural substrates that support the organization of complex actions. Effective observational learning may transfer to other cognitive skills.”

Das muss doch eine Fundgrube für alle sein, die sich mit arts education beschäftigen, oder? Wer die Studie lesen möchte, findet sie hier als PDF. Außerdem gibt es dazu noch einen Artikel auf Science Daily und vor allem einen Beitrag auf Butts in The Seats, über den ich auch auf diese Studie gestoßen bin.

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Kunstvermittlung: Das Ausbildungsangebot in Österreich

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung by Christian Henner-Fehr am Januar 24th, 2008

'Museumshalle' von hennerfehr
© viocat; Pixelio
Wenn ich einen Beitrag zu schreiben beginne, geht das immer so los: Ich ordne ihn den entsprechenden Kategorien zu. Diesen Beitrag habe ich als Anlass genommen, eine neue Kategorie Aus- und Weiterbildung einzuführen. Ich denke, das macht Sinn agesichts der Tatsache, in der nächsten Zeit das Angebot in Sachen Kulturmanagement näher anzuschauen. Ich werde aber auch versuchen, über den Tellerrand, sprich das Fach “Kulturmanagement”, hinaus zu schauen. Den Anfang mache ich gleich mit diesem Beitrag.

Worum geht es? Um Kunstvermittlung, besser gesagt, um das dazugehörige Ausbildungsangebot in Österreich. Elisabeth Ihrenberger, selbst Kunstvermittlerin, hat sich auf ihrem Blog die Frage gestellt, wie man KunstvermittlerIn wird und verweist dort auf einen von Ihr für die Zeitschrift “Neues Museum” verfassten Beitrag zum Thema “Die Ausbildung für Kunst- und Kulturvermittlung in Österreich”(Der Beitrag steht als PDF in ihrem Blogbeitrag zur Verfügung).

Wer also mit dem Gedanken spielt, sich in diesem Bereich aus- oder weiter zu bilden, findet hier eine sehr informative Zusammenstellung des aktuellen Angebots. Ich fand es eigentlich sehr vielfältig, Elisabeth ist aber anderer Meinung. Sie kritisiert, dass es in Österreich bislang relativ wenig spezifische Ausbildungen für Kunst- und Kulturvermittlung gibt. Weiter schreibt sie:

“Beim Vergleich der derzeitigen sowie in Planung befindlichen Angebote stellt man fest, dass sich diese nicht nur nach der Namensgebung in Kulturvermittlung, Cultural Communication, Kulturpädagogik oder der etwas veralteten Bezeichnung Museumspädagogik unterscheiden. Auch die Unterrichtsinhalte sind in den einzelnen Angeboten enger oder weiter gefasst und verdeutlichen die unterschiedlichen Auffassungen von dem, was unter dem Berufsfeld der Kunst- und Kulturvermittlung verstanden wird.”

Das stimmt schon. Aber ist es nicht so, dass Kunst- und Kulturvermittlung ebenso wenig greifbar ist wie Kulturmanagement? Auch dort gibt es DAS ideale Studium nicht und wird es wohl auch nie geben (können). Was ich aber vermisse, und auch da gibt es Parallelen zum Bereich Kulturmanagement, ist eine nach außen hin wahrnehmbare Diskussion über das, was Kunst- und Kulturvermittlung sein kann. Nur so lässt sich meiner Meinung das erreichen, was Elisabeth als eine der größten Herausforderungen beschreibt:

“Darüber hinaus geht es jedoch vor allem darum, innerhalb wie außerhalb der Museen das Bewusstsein und die Grundlagen für die Kunst- und Kulturvermittlung zu stärken, um die bisher etablierte Vermittlungsarbeit in Zukunft weiter zu entwickeln und eine Vermittlungsarbeit umzusetzen, die den Bedürfnissen der Museen und der BesucherInnen gerecht wird.”

Man muss ja nicht unbedingt Wikipedia zum alleinigen Gradmesser machen, aber ich finde es bezeichnend, dass die Begriffe Kunst- bzw. Kulturvermittlung dort nicht aufscheinen. Wenn es um die öffentliche Wahrnehmung geht, könnte das ein erster Schritt sein.

Auch die Website des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen im Museums- und Ausstellungswesen lässt mich ein wenig ratlos zurück. Inhaltlich bin ich dort nicht wirklich fündig geworden. Und wenn die Liste der zertifizierten MitgliederInnen nur aus sieben Personen besteht und vom März 2005 ist, dann kann man sich dazu auch seinen Teil denken.

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Kulturmanagement-Ausbildung: Was ist wichtig?

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung, Kulturmanagement by Christian Henner-Fehr am Januar 22nd, 2008

Schon vor längerer Zeit hatte ich angekündigt, mich mit dem Thema Kulturmanagement-Ausbildung zu beschäftigen. Wo kann man was studieren und wie sehen die Rahmenbedingungen aus? Darum geht es, kurz gesagt.

Das Ziel ist es, alle (?) Kulturmanagement-Angebote in deutschsprachigen Raum hier im Blog vorzustellen. Ich denke, diese Infos sind nicht nur für diejenigen von Interesse, die die Absicht haben, ein Kulturmanagement-Studium zu beginnen, sondern bieten (hoffentlich) auch Einblicke in die Inhalte der Studienangebote. Das ist wahrscheinlich deshalb interessant, weil, wie ich vermute, eine Tendenz zur Spezialisierung besteht, um sich gegenüber den anderen Angeboten abzugrenzen. Um vergleichen zu können, brauche ich einen Rahmen, sprich, ein Raster, eine Struktur, nach der alle Studienangebote vorgestellt werden.

Folgende Struktur habe ich mir überlegt:

  • Ort, Universität (oder anderer Anbieter), Institut, seit wann gibt es das Ausbildungsangebot?
  • Wie sieht das Angebot inhaltlich aus? Welche Ausrichtung hat der Lehrgang/das Studium? Welche “Fächer” werden angeboten, gibt es Wahlmöglichkeiten? Werden Praktika angeboten (Pflicht oder freiwillig)?
  • DozentInnen: Wer lehrt/unterrichtet und haben die Vortragenden einen praktischen oder theoretischen Hintergrund? Kommen z.B. viele Vortragende aus der Praxis, ist das unter Umständen ein wichtiger Punkt für jemanden, der einen Job sucht oder auf der Suche nach Kontakten in der “Szene” ist.
  • Welche Aufnahmekriterien gibt es? Wie sieht das Aufnahmeverfahren aus, so es eines gibt?
  • Was kostet das Studium/der Lehrgang?

Das wären in meinen Augen die wichtigsten “hard facts”. Außerdem würde mich noch interessieren:

  • Gibt es Statistiken darüber, was aus den AbsolventInnen geworden ist?
  • Wie sieht der Kontakt der Uni/des Anbieters zu den ehemaligen StudentInnen aus? (Alumni)
  • Gibt es Weiterbildungsangebote für ehemalige StudentInnen und AbsolventInnen?

Und im letzten Teil würde ich den oder die LeiterIn “interviewen”, mit folgenden Fragen:

  1. Wie schätzen Sie aktuell die Berufsaussichten für KulturmanagerInnen ein und ist ein abgeschlossenes Kulturmanagement-Studium die Voraussetzung dafür, einen Job zu finden?
  2. In welchen Bereiche/Sparten sehen Sie für Ihre AbsolventInnen/LehrgangsteilnehmerInnen die besten beruflichen Perspektiven?
  3. Welche drei Gründe sprechen dafür, gerade an Ihrer Universität/an Ihrem Institut Kulturmanagement zu studieren?

Die vierte und letzte Frage möchte ich gerne individuell stellen, um etwas Spielraum zu haben.

Bleibt noch das Thema Reputation: Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Aspekt greifbar machen kann? Ein Ergebnis ist, dass es wohl nicht zielführend ist, wenn ich eine Bewertung vornehme. Erstens liegt meine Zeit als Student schon einige Jahre zurück und zweitens kann ich als Einzelner wohl kaum mein Urteil als Maßstab für die Reputation einer Universität oder eines Instituts verwenden.

Zwei Möglichkeiten bieten sich meiner Meinung nach an. Alle, die diese Beiräge jeweils lesen, können Ihre Meinung in Form eines Kommentars abgeben. Und zwar bei den Studienangeboten, die sie kennen oder zu kennen glauben. Das heißt, die “Bewertung” würde dann über die Kommentare erfolgen.

Und/oder: Am Ende liste ich alle vorgestellten Studienangebote auf einer Bewertungsplattform (oder hier eingebunden) auf und wir erstellen durch Abstimmung ein Ranking. Informativer ist meiner Meinung nach die erste Variante, aber es gibt keinen Grund, das jetzt schon festzulegen.

Am Ende meine Frage: Ist diese Struktur ok, habe ich wichtige Aspekte vergessen oder soll ich etwas weglassen? Über Anmerkungen, Ergänzungen oder Kritikpunkte würde ich mich freuen, am besten gleich als Kommentar. Um die Angelegenheit nicht ausufern zu lassen, würde ich eine Deadline bis Freitag (25.01.0 8) 24 Uhr vorschlagen. Danach könnte es dann losgehen.

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Kulturmanagement-Ausbildung: Wie entscheide ich mich?

Veröffentlicht in Aus- und Weiterbildung, Kulturmanagement by Christian Henner-Fehr am September 27th, 2007

Welches Angebot ist für mich das beste? Vor dieser Frage stehen wohl viele, wenn sie sich für Kulturmanagement interessieren und eine Ausbildung anpeilen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie das bei mir war, alledings hatte ich den Vorteil, dass das Angebot noch sehr überschaubar war. Heute schaut die Sache doch wesentlich komplizierter aus. Dabei ist es nicht nur angesichts der Vielzahl von Angeboten schwierig, den Überblick zu bekommen, sondern auch zu erkennen, welche inhaltliche Ausrichtung die verschiedenen Studien- und Lehrgänge haben.

Ich habe mir vorgenommen, diesen “Markt” mal genauer anzuschauen und das mit Hilfe der Kriterien, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen (könnten). Die Frage ist nun, welche Faktoren sind dabei wichtig? Meiner Meinung nach geht es vor allem um folgende Punkte:

  • Inhalte: Welche Lerninhalte, welche “Fächer” werden angeboten? Wie groß sind die Wahlmöglichkeiten?
  • Kosten: Was kostet die Ausbildung? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten?
  • Vortragende: Welche DozentInnen erwarten mich? Handelt es sich um bekannte Persönlichkeiten aus der Kulturmanagement-”Szene” oder sind die Vortragenden völlig unbekannt?
  • Reputation: Welchen Ruf hat der Lehrgang bzw. die Universität? Ist es für den Berufseinstieg hilfreich, die Ausbildung an einer bestimmten Universität gemacht zu haben? Welche Rolle spielt das Image der Stadt, in der ich studieren möchte?

Das scheinen mir die wichtigsten Punkte zu sein. Habe ich etwas vergessen? Wenn ja, Kommentar genügt.

Anhand dieses “Rasters” möchte ich dann gerne verschiedene Angebote hier im Blog vorstellen. Natürlich werde ich nicht den gesamten Markt betrachten können, aber die wichtigsten Ausbildungsangebote werden schon dabei sein. Auch die Form muss ich mir noch überlegen. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, einen Fragebogen zu verwenden?

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