Blick auf den Großglockner
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Social Media: Der Gipfel ist das Ziel

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Blick auf den Großglockner
© Rosemarie Doll ; Pixelio

Angenommen, Sie möchten auf den Großglockner steigen und verfügen über keinerlei Bergerfahrung. Würden Sie sich einfach ein Seil kaufen, an den Fuß des Berges fahren, sich anseilen und Richtung Gipfel marschieren? Vermutlich nicht. Sie werden erst einmal in Erfahrung bringen, ob der Großglockner für Sie ein realistisches Ziel darstellt. Sie werden sich beraten lassen, welches Seil Sie überhaupt benötigen, Sie werden trainieren, damit Sie eine Chance haben, den Gipfel zu erreichen. Und Sie werden sich einen Bergführer nehmen, der Sie auf dem Weg dorthin unterstützt. Das alles ist nicht neu und viele sind auf diese Weise auf den Großglockner oder irgendeinen anderen Berg gekommen.

Alles, was sie tun ist darauf ausgerichtet, am Ende oben auf dem Gipfel zu stehen. Sie kennen Ihr Ziel und Sie überlegen sich genau, was Sie tun müssen, um da hinauf zu kommen. Schritt für Schritt.

Im Social Web vermisse ich diese Vorgehensweise häufig. Dort kauft man sich ein Seil und wundert sich, dass man nicht innerhalb kürzester Zeit auf dem Gipfel steht. Oder noch schlimmer: Sie kaufen sich ein Seil und bringen es mit dem Wunsch, den Gipfel zu erreichen, gar nicht in Verbindung. Irgendwann wird es achtlos in der Ecke liegen und als sinnlose Anschaffung betrachtet werden.

Ich gestehe, ich habe mir – sprichwörtlich gesehen – vor Jahren auch so ein Seil gekauft. Als ich mit diesem Blog begann. Mein Ziel war klar: Kunden bzw. Aufträge gewinnen. Und nun war da dieses Blog und ich hatte anfangs keine Ahnung, wie es mich beim Erreichen meines Zieles unterstützen kann. Nur eines wusste ich: Das Blog selbst wird mir kein Geld einbringen. Das hieß: Ich musste mir den Weg zum Ziel erst bauen, ohne ihn genau zu kennen.

Auf zwei wichtige Punkte bin ich relativ schnell gestoßen. Erstens war ich anfangs noch nicht so gut in den Suchmaschinen zu finden. Daher waren mir Mundpropaganda und der Multiplikatoreffekt wichtig. Der konnte aber nur funktionieren, wenn ich etwas anbiete, was andere brauchen. Da ich das anfangs nicht wusste, musste ich es ausprobieren und habe in den ersten Jahren fast täglich ein Blogpost geschrieben. Und um den Multiplikatoreffekt zu unterstützen, habe ich – damals waren Facebook und Twitter noch kein Thema – fleißig auf anderen Blogs kommentiert, um auf mich aufmerksam zu machen. Es mag etwas blöd klingen, aber ich habe mir damals vorgenommen, jeden Tag auf drei bis fünf verschiedenen Blogs zu kommentieren. Das war einer meiner ersten Leistungsindikatoren oder wie es neudeutsch heißt, ein Key Performance Indicator (KPI).

Ein weiteres Kriterium ist es für mich, die Hürde, mich anzusprechen, möglichst niedrig zu halten. Die Möglichkeit, mich über das in das Blog eingebaute Chatmodul anonym ansprechen zu können, ist da ein wichtiger Baustein, obwohl ich das erst im Nachhinein herausgefunden habe. Eingebaut habe ich das Chatmodul nur um herauszufinden, ob es auch wirklich funktioniert. Nicht immer ist es strategisches Vorgehen, das einen weiter bringt. ;-)

In der Kommunikation muss es auch überhaupt nicht um Aufträge gehen, ganz und gar nicht. Ob es eine belanglose Unterhaltung, eine kurze Frage oder ein Hinweis ist, spielt keine Rolle, Fakt ist, dass diese Gespräche rückblickend gesehen in meinen Augen Teil eines Puzzles sind, an dessen Ende ein Auftrag steht. Diese Erkenntnis beruht auf der Tatsache, dass ich nur sehr selten Aufträge bekomme, bei dem mir der Auftraggeber völlig unbekannt ist. Und wenn wir uns nicht kennen, dann kommt der Kontakt meist auf Empfehlung zustande.

Das sind, in aller Kürze, meine Indikatoren, um mit Hilfe des Social Web weiter zu kommen. Gut, ich bin nicht traurig darüber, wenn die Zahl der BlogleserInnen oder Follower kontinuierlich steigt und natürlich stellen solche Zahlen eine Art Referenz dar. Aber nur im Kontext, denn wenn nur die Quantität zählen würde, könnte ich ja auch sehr viel engagierter daran arbeiten, diese Zahlen zu erhöhen. Mir ist aber die persönliche Kommunikation sehr viel wichtiger ist und deshalb achte ich darauf, ohne mir jetzt vorzuschreiben, wie viele Gespräche ich täglich führen “muss”.

Das alles macht aber nur Sinn, weil ich mein Ziel kenne und im Laufe der Jahre die Wege identifiziert habe, die – zumindest bis heute – zu diesem Ziel führen.

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