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Sind Twitter und Facebook erstrebenswerte Traffic-Lieferanten?

9 Kommentare


© GG-Berlin ; Pixelio

Ich habe mir gerade die Folien von Annette Schwindt angeschaut, die sie für ihre Präsentation auf dem Theatercamp in Hamburg zusammengestellt hat. Sie beschäftigt sich darin mit der strategischen Nutzung von Facebook und liefert einen hilfreichen Überblick, wie sich das Social Network nicht nur von Theatern einsetzen lässt.

Auf Folie drei listet sie die Gründe auf, warum man Facebook überhaupt nutzen sollte und meint dort unter anderem, dass Facebook ein Traffic-Lieferant für das Blog oder die eigene Seite sei. Das ist auch richtig, wie schnell sich Links auf Facebook oder auch Twitter verbreiten, können wir immer wieder erleben. Ich möchte aber die Frage aufwerfen, ob das wirklich so erstrebenswert ist, vor allem dann, wenn die eigene Arbeitszeit knapp bemessen ist und ich für Social Media nicht viel Zeit habe?

Ich behaupte, dass vor allem in der Startphase einer Website oder eines Blogs Twitter und Facebook unverzichtbar sind, um die entsprechende Aufmerksamkeit zu erzielen. Ich glaube aber auch, dass es wichtig ist, sich möglichst schnell aus dieser “Abhängigkeit” zu lösen. Der Grund: ich muss auf Facebook und Twitter das Aktivitätslevel konstant sehr hoch halten, um die entsprechende Sichtbarkeit zu erzielen. Ich habe vor gut einem Jahr über eine Untersuchung berichtet, die gezeigt hat, dass die Hälfte der Klicks, die ein via Twitter oder Facebook veröffentlichter Link (z.B. auf das eigene Blogpost) auslöst, innerhalb der ersten drei Stunden  getätigt wird. Die Lebensdauer eines solchen Links lässt sich zwar nicht genau bestimmen, aber nach sechs Stunden ist das entsprechende Posting wohl bei den meisten aus dem Newsfeed verschwunden. Spätestens jetzt muss ich ein weiteres Posting nachschieben, um wieder auf mein Blogpost aufmerksam zu machen. Diese Vorgehensweise kostet relativ viel Zeit, lässt sich aber wie gesagt, vor allem anfangs nicht umgehen.

Das langfristige Ziel sollte es aber sein, die Abhängigkeit von Facebook und Twitter zu verringern und auf die Suchmaschinen zu setzen. Wer sich dort etabliert, muss nicht mehr kurzfristig denken und handeln, sondern kann sich auch Auszeiten auf Twitter und Facebook gönnen, weil er weiß, dass die eigenen Inhalte über die Suchmaschinen gefunden werden. Ich habe schon vor einiger Zeit an Hand eines einzelnen Blogposts gezeigt, wie so eine Entwicklung aussehen kann. Die Voraussetzung dafür ist wertvoller Content, der über die Suchmaschinen nachgefragt wird. Und das immer wieder. Damit wird aber auch klar, dass das für die kurzfristige Ankündigung von Veranstaltungen nicht gilt, diese sollten weiterhin über Facebook und Twitter beworben werden, ein Blogbeitrag zwei Wochen vor dem Event ist aber ein guter Auftakt.

Ich glaube, je mehr Ihre Blog- und Websiteinhalte über die Suchmaschinen gefunden werden, desto mehr können Sie ihre Aktivitäten auf Twitter und Facebook reduzieren bzw. sich dort um die Kommunikation mit den UserInnen kümmern. Die Zeit ist knapp, das hat auch Christoph Deeg vor kurzem in einem Blogpost festgestellt. Wie gehen Sie mit der knappen Zeit um? Setzen Sie voll auf Facebook bzw. Twitter oder sehen Sie es als zielführend an, eher auf die Suchmaschinen zu setzen?

9 Comments Join the Conversation

  1. Kurzfrist und Suchmaschinenoptimierung sind eh kaum zu vereinbaren – es sei denn, man heißt http://www.bild.de. ;-) Twitter und Facebook sind zum einen, wie Du sagst, Kommunikationskanäle, zum anderen aber natürlich auch Image-Kanäle. Eine hohe Frequenz sorgt für Relevanz der jeweiligen SoMe-Präsenz in Suchmaschinen im Kontext der Suche nach einem bestimmten Betrieb und einer Marke. Optimal wäre also – ein bisschen vereinfacht dargestellt: Google Rang 1: http://www.theater-musterstadt.de + Sitelinks, Rang 2: http://www.facebook.com/theatermusterstadt, Rang 3: http://www.wikipedia.de/theatermusterstadt, usw.

    Als Traffic-Lieferant seh ich beide Plattformen aber auch nur beschränkt (höchstens noch Twitter), schließlich wollen viele “Facebooker” mit der Website Ihres Favoriten gar nicht direkt etwas zu tun haben und betrachten Facebook vielmehr als perfektes Substitut für die Informationsbeschaffung.

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  2. Danke für das Aufgreifen meiner Folien! :-)

    Eine Sache hast Du nicht erwähnt und die wird gerade für DIE Suchmaschine immer relevanter werden: Google+! ;-)

    Meines Wissens ist statistisch gesehen Facebook nach wie vor Weitersageinstrument Nr.1 ist (ebenfalls Folie 3). Leider habe ich keine aktuellen Zahlen, aber die letzten, die ich hatte lagen über 50%! Und wenn es so kommt wie von Andreas Bersch gemutmaßt http://de.scribd.com/doc/113371495/7-Thesen-zur-Zukunft-von-Social-Media könnte der Anteil noch größer werden.

    Wer genug Bildmaterial hat, könnte auch Pinterest etc. nutzen. Bilder ziehen aber auch in anderen Netzwerken gut, z.B: Google+ – womit wir wieder am Beginn meines Kommentars wären.

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  3. Die genannte Drei-Stunden-Regel kann ich von meiner Warte aus nur bestätigen! Wenn man im Hinblick darauf auch noch den “Biorhythmus” des typischen Facebook-Users berücksichtigen möchte um möglichst viele Klicks zu generieren, geht die Aufwand-Nutzen-Rechnung ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nicht mehr auf.

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  4. Hallo Christian,
    Erfolg im Web und keine Zeit dafür haben, passt nicht zusammen, es sei denn man sehr, sehr gefragt oder kauft sich die Leistungen über einen Dienstleiter.
    Aber in Deiner Frage geht es nach meinem Verständnis um etwas anderes. Wie kann man effektiv, mit minimalen Zeitaufwand erfolgreich im Web sein. Oder?
    Social Networking ist heute ein wesentlicher Teil von SEO !!!!
    ***********************************************************************
    Es ist aus meiner Sicht nicht trennbar, es sei denn wir reden von einer statischen WEB Seite. Google & Co. legen in Bezug auf Ihr Ranking immer wert auf die Signale von Twitter, Facebook und Google+.
    http://pinterest.com/pin/199354720975486692/ Dazu kommt noch, Bing wertet klout aus ;-) Hier kann ich Annette Schwindt nur Recht geben. Aber klar gibt es auch andere starke Faktoren im Bereich SEO, wie Linkbuilding, guten Content, Trust,…. Aber auch Linkbuilding, guter Content, und das Aufbauen von Trust kosten viel Zeit, wenn man es alleine macht.
    Mir gelingt es nur schlecht mit Menschen über meine Malerei und Ausstellungen über Twitter zu kommunizieren. Dieses Themen sind auf Twitter oft nicht gefragt. Also ist SEO ist ein wesentlicher Grund, meine Aquarelle auf Twitter zu zeigen ;-) http://frankkoebsch.wordpress.com/2012/09/18/meine-aquarelle-auf-twitter/

    Bei Facebook und Google+ läuft für mich die Kommunikation erfolgreicher. Wobei ich ganz konsequent Inhalte meines Blogs poste. Aber es ist schon, so wie Du schreibst und wir in der Vergangenheit diskutiert haben

    http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/11/09/warum-sie-nicht-nur-auf-facebook-setzen-sollten/

    http://frankkoebsch.wordpress.com/2010/11/22/reicht-facebook-fur-die-kommunikation/

    Facebook reicht alleine für eine erfolgreich Kommunikation nicht aus. Mit meinen Blog über Aquarellmalerei habe ich mich Stück für Stück entwickelt http://labs.ebuzzing.de/top-blogs/source/frankkoebsch.wordpress.com-a4nn
    Aber nur zusammen mit Social Networking und den anderen ;-) Faktoren von SEO. Auf meinen Blog kommen 80% der Zugriffe über Suchmaschinen, 10% über Facebook, 0,5% über Twitter, die restlichen ca. 10% über andere Blog, Foren, Web Seiten,… Ich finde ein gute Mischung. Social Networking ist wichtig, aber die Menschen finden meinen Blog auch wenn ich unterwegs bin und FB mal ein paar Tage nicht nutze. Meine Empfehlung ist es, eine solchen Mix anzustreben. Aber es kostet Zeit oder Geld !!!!

    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
    Frank
    P.S.: Christian und Anette, was mich interessieren würde, wäre eine Übersicht, oder Beispiele für erfolgreiche Pinterest Stories im deutschsprachigen Raum. Incl. einer Diskussion oder Beschreibung was den Erfolg ausmacht. Klar wenn es geht im Bereich Kultur oder auch im Rest der Welt ;-)
    Habt Ihr hierfür Quellen oder habt Ihr mal Lust dieses gemeinsam mit mir zu diskutieren ?

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  5. @Theater2Null: Gut auf den Punkt gebracht, danke! :-) Für das Ranking in Google wäre dann, Annette Schwindt hat es in ihrem Kommentar erwähnt, Google+ das richtige Netzwerk.
    @Annette Schwindt: Ich kenne keine allgemeingültigen Statistiken, aber wenn ich meine Statistiken und die von @Frank8233 anschaue, dann sind wir von den 50%, die Facebook zur Informationsverbreitung beiträgt, weit entfernt. Ich glaube auch nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Ich vermute, mit wenig Content, also in der Startphase eines Blogs, ist man stärker von Facebook abhängig als später, wenn das Blog mal ein paar hundert Beiträge hat. Wie ist das denn bei Dir, Annette? Wie hoch ist der Anteil derer, die über Facebook auf Dein Blog kommen?

    Ich bin mir auch nicht sicher, ob FB wirklich das zukünftige “Betriebssystem des Social Web” sein wird. Ich möchte mich nicht in Prophezeiungen ergehen, aber zumindest wünsche ich mir diese Entwicklung nicht. ;-)

    Recht hast Du natürlich mit Deinem Hinweis auf Google+. Das ist zumindest für Google wichtig, bei den anderen Suchmaschinenanbietern zählt es logischerweise weniger, aber nachdem das eine ganz kleine MInderheit ist, würde ich auch auf alle Fälle auf Google+ setzen.

    Was Pinterest angeht, würde ich die Frage von Frank gerne aufgreifen. Es gibt zwar Beispiele aus den USA, vor allem aus dem Shopbereich, wo Pinterest viele Zugriffe bringt. Aber in unseren Breitengraden ist mir bis jetzt kein Beispiel bekannt, vor allem aus dem Kulturbereich nicht.

    @Frank8233: Danke für Deine Zahlen, die für mich sehr aufschlussreich sind. Du hast erwähnt, dass Du auch Google+ nutzt. Kommen von dort auch Zugriffe, die sich sich statistisch nachweisen lassen oder sind es zu wenige? Das würde bedeuten, dass Google+ derzeit wirklich nur für die Suchmaschine interessant ist und man dort nicht sehr viel Wert auf Interaktion legen muss.

    Vermutlich würde dort dann aber auch das gelten, was @Carolina Hubelnig geschrieben hat: für die Interaktion wäre der Aufwand zu groß. Aber es reicht ja, wenn man dort auf seine Postings verlinkt.

    Die Frage, wie man seine Website und sein Blog vernetzt und über welche Plattformen man auf die einzelnen Beiträge verweist, ist auf alle Fälle gar nicht so einfach zu beantworten. Klar ist auch, dass man bei einer so kurzen Zeitspanne, in der die Postings auf Twitter, Facebook und vermutlich auch auf Google+ zu sehen sind, darauf verzichten sollte, den HInweis auf das aktuelle Blogpost auf allen Plattformen gleichzeitig zu posten. Es spricht also viel gegen das automatisierte Posten, wobei das bei Google+ ja zumindest derzeit auf den Profilen auch gar nicht geht.

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  6. Hallo Christian,
    Die Kommunikation auf Google+ unterscheidet sich schon von Facebook. Nun erst einmal fehlen Gruppen, um einfach Themen bezogen auszutauschen, damit ist die Anzahl der Zugriffe schon geringer, denn man muss alles aus dem Stream herausfiltern…. dann sind weniger Teilnehmer auf G+ und damit sind die Zugriffszahlen auf meinen Blog viel geringer als über FB. Ich mache es mit, um es auszuprobieren, andere Menschen als auf FB zu erreichen und in der Hoffnung, dass die Auswirkungen in Bezug auf SEO den Aufwand rechtfertigen.
    Also stimmt Deine Schlussfolgerung ;-)
    FRank
    P.S. Ich “kommuniziere” auf allen “Kanälen” und auch auf allen Gruppen auf FB fast nur die aktuellen Post meines Blogs, in der Hoffnung ich erreiche verschiedene Menschen zum gleichen Thema und dass wenn es Feedback gibt, die Diskussionen vielfältiger und interessanter sind und es einen größeren Effekt in Bezug auf die SEO hat.

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  7. Danke Frank! Zum Filtern auf Google+: Du veröffentlichst Deine Postings zwar ohne jede Einschränkung, aber ich als User habe schon die Möglichkeit, mit Hilfe von Kreisen ganz bestimmte Informationen zu filtern. Ich selbst nutze diese Möglichkeit schon, denn der Stream alleine überfordert einen, wie Du richtig schreibst.

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  8. Pingback: Entwicklung meines Blogs in den letzten 12 Monaten « Bilder, Aquarelle vom Meer & mehr – von Frank Koebsch

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