Blogparade als Marketinginstrument im Bereich der Kunst
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Gastbeitrag von Frank Koebsch: Blogparaden als Marketinginstrument für die Bildende Kunst

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Wenn vor ein paar Tagen das Jüdische Museum in Berlin eine Social-Media-ManagerIn für das eigene Haus gesucht hat, dann ist das ein eindeutiger Hinweis für die zunehmende Bedeutung des Social Web. Während große Häuser die Möglichkeit haben, dafür die entsprechenden Stellen zu schaffen, ist es für einzelne KünstlerInnen sehr viel schwieriger, sich im Social Web bemerkbar zu machen, schließlich hat der Tag nur 24 Stunden und selbst die sind meist schon verplant.

Während viele KünstlerInnen deshalb auf Social-Media-Aktivitäten verzichten, gehört Frank Koebsch zu denen, die mit den verschiedenen Social-Media-Kanälen experimentieren und sich immer wieder neue Dinge einfallen lassen, z.B. der Versuch, die eigenen Kunstwerke in ein Video zu verpacken und auf YouTube zur Verfügung zu stellen.

Eine neue Idee ist die Blogparade, die Frank Koebsch gemeinsam mit anderen Bildenden KünstlerInnen initiiert und morgen beginnen wird. Warum eine Blogparade auch für den Kunst- und Kulturbereich ein interessantes Marketinginstrument sein kann, beschreibt Frank Koebsch in diesem Beitrag, für den ich mich ganz herzlich bei ihm bedanke.

Blogparaden als Marketinginstrument für unsere Kunst

Bildende Künstler haben es eigentlich einfach, sich im Netz zu präsentieren. Bilder und Videos sagen mehr als 1.000 Worte und werden von den Suchmaschinen geliebt. Aber trotzdem sind Themen wie Aquarelle, Acrylbilder, Drucke, Gemälde, Collagen oder Zeichnungen Nischenthemen im Netz. Viele Künstler  nutzen neben dem Ausstellungsbetrieb und den klassischen Webseiten seit Jahren das  Web 2.0, um neue Interessenten, Fans, Freunde, Follower und Kontakte im Netz zu gewinnen. Diese Menschen für die Kunst zu interessieren und dann vielleicht irgendwann im realen Leben persönlich kennen zu lernen, sei es zum Beispiel bei einer Ausstellung oder einem Atelierbesuch, das ist das Ziel für das Agieren der Künstler.

Es gibt einige gute Beispiele für eine solche Vorgehensweise. Bildende Kunst  produziert in der Regel keine Gegenstände, die Menschen täglich nutzen und die sich bei der Nutzung verbrauchen, wie z.B. ein Stück Seife. Der Genuss von Bildender Kunst ist auch nicht vergleichbar mit „anderen“ Genussmitteln. Ein wunderbares Glas Rotwein, das wir genießen, ist irgendwann leer. An einem Abend mit Freunden auch schon mal die eine oder andere Flasche. Bildende Kunst verbraucht sich bei Genuss nicht. Also benötigen Künstler immer neue Interessenten, Fans, Freunde, Follower, Kontakte und letztendlich Käufer, wenn sie nicht von den großen Galerien und Sammlern belagert werden.

Diese Marketingaufgabe haben Susanne Haun und ich in den vergangenen Wochen diskutiert. Die Aufgabe hieß „neue“ Interessenten im Web zu finden und für unsere Kunst zu begeistern. Uns war schnell klar, dass jeder von uns sein Netzwerk pflegt, es aber kaum zu einem Austausch zwischen diesen Netzwerken kommt. Am besten wäre es, unsere Netzwerke mit anderen Künstlern zusammen zu bringen und davon  gemeinsam zu partizipieren.

Blogparaden im Kunst- und Kulturbereich gibt es noch nicht

Eine der Überlegungen war die  alte, klassische Blogparade.  In dem Artikel Kennen Sie noch die gute „alte“ Blogparade?  habe ich einige aktuelle Beispiele von Blogparaden aufgelistet. Wenn man sich diese Beispiele anschaut, kommt man schnell zum Schluss, dass Blogparaden keine typischen Instrumente im Bereich von Kunst und Kultur sind, denn wir haben kein aktuelles Beispiel aus dem Bereich der Kunst gefunden.

Blogparaden werden oft im Bereich netzaffiner Themen eingesetzt, Themen wie Suchmaschinenoptimierung (SEO), Social Networking aber auch jede Menge lustiger Themen findet man in diesen Netzaktionen. Was sollte einen Künstler daran hindern, eine Blogparade zu starten? Eine mögliche Antwort ist die schnell abnehmende Affinität für die Themen der Künstler. Einige Gedanken dieser Diskussion finden Sie  unter der Überschrift  Hängt der Erfolg einer Blogparade von der Affinität zu dem Thema ab? auf meinem Blog.

Das Ergebnis unserer Überlegungen war folgende Vision:

Über eine konzertierte Aktion von Blogparaden mehrerer Künstler können mehr interessierte Menschen für die beteiligten Blogs und die gezeigte Kunst gewonnen werden.


Warum eine Blogparade?

Es ist einfacher, Leser eines Kunstblogs auf einen anderen Blog zu den Themen Malerei, Zeichnungen, Grafiken, Fotografie aufmerksam zu machen, als zu versuchen über die eigenen Kontakte meiner Kontakte zu agieren, wenn diese nur eine geringe Affinität zum Thema Kunst haben. Ein Mensch, der sich für einen Kunstblog interessiert, egal ob er regelmäßiger Besucher dieses Blogs ist oder ob er den Blog über eine Suchmaschine gefunden hat, besitzt sicher eine wesentlich höhere Affinität zum Thema Kunst. Damit sind alle Voraussetzungen gegeben, die bestehenden Mechanismen einer Blogparade im Bereich SEO zu nutzen und durch die konzertierte Aktion mit einem wesentlich größeren Grad an Vernetzung  wirksamer neue Leser, Kontakte und interessierte Menschen mit einem hohen Interesse an Kunst zu gewinnen.

Eine klassische WIN WIN Situation die beteiligten Künstler – hier das Ergebnis der Überlegungen:

Über einen Zeitraum von 12 Wochen realisieren 10 unterschiedliche Künstler jeweils montags 10 Blogparaden, unter der Überschrift:  10 Fragen zur Kunst. Begleitet werden diese Blogparaden durch die Kommunikation auf anderen Blogs, in Facebook, Twitter, Xing…. und der Fa. Hahnemühle als Sponsor der Aktion.

Die konkrete Ankündigung der konzertierten Aktion von 10 Blogparaden finden Sie auf den beteiligten Blogs. Stöbern Sie ruhig einmal in den Blogs der beteiligten Künstler. Wenn Ihnen die Aktion der Künstler und die Blogs gefallen, beteiligen Sie sich an der Diskussion zu Fragen der Kunst und erzählen Sie es weiter ;-). Es lohnt sich, denn es werden  jede Woche Kunstwerke der beteiligten Künstler und ein Preis der Hahnemühle FineArt GmbH

Hier finden Sie die Ankündigung auf den Blogs von

Was diese Gruppe von Künstlern in der Aktion zusammen geführt hat, ist das Interesse, ihre Kunst im Bereich Social Media besser zu promoten. Die meisten der Künstler kennen sich nur aus dem Web und haben ganz unterschiedliche Vorstellungen von Kunst und verschiedene Erfahrungen zum Agieren im Netz.
Ich bin gespannt auf das Gesamtergebnis, denn ich bin davon überzeugt, dass solche Initiativen und konzertierte Aktionen im Bereich von regionalen Marketing oder dem Marketing von Wertschöpfungsketten oder Erzeugergruppen einsetzbar sind. Ich werde nach Abschluss der gesamten Aktion über die Ergebnisse berichten. Für uns ein spannendes Vorhaben, wenn Sie Interesse an ähnlichen Projekten haben, profitieren Sie von unseren Erfahrungen und sprechen uns an. Zum Ende der Aktion planen wir eine Analyse, was uns die Aktion gebracht hat.

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