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Die eigene Website und Social Media wachsen (langsam) zusammen

7 Kommentare

Manchmal werfe ich einen Blick zurück und lese mir Blogposts durch, die ich vor zwei, drei Jahren geschrieben habe. Interessant wird es vor allem dann, wenn man irgendwelche Prognosen von damals den aktuellen Entwicklungen gegenüberstellen kann. So habe ich beispielsweise vor etwas mehr als drei Jahren gemeint, die klassische Firmenwebsite hätte ausgedient und mich dabei auf Jeremiah Owyang bezogen, der von irrelevanten Corporate Websites sprach. Damals, im Mai 2007, schrieb er über die Zukunft der Firmenwebsite:

“The corporate website of the future will be a credible source of opinion and fact, authored by both the corporation and community. The result? A true first-stop community resource where information flows for better products and services.”

Owyang lag damit gar nicht so falsch, die klassische Website mit Informationen über das Unternehmen und den damit verbundenen Lobhuddeleien verliert an Bedeutung, weshalb sich viele immer mehr auf die sozialen Netzwerke konzentrieren, um dort den Kontakt zu den jeweiligen Zielgruppen herstellen zu können.

Wer aus den Entwicklungen der letzten Jahre gelernt und daraus entsprechende Konsequenzen in der Kommunikation mit den (potenziellen) Kunden gezogen hat, für den hat Jeremiah Owyang nun folgende Botschaft parat:

In seiner Präsentation prognostiziert Owyang das Zusammenwachsen der eigenen Website mit den Social Networks, am Ende steht dann etwas, was er als “social corporate website” bezeichnet. Dorthin gelangt man über acht Entwicklungsstufen, die Owyangs Ansicht zufolge so aussehen:

  • “No social integration
  • Link away with no strategy
  • Link away but encourage sharing
  • Brand integrated in social channels
  • Aggregate discussion on site
  • Users stay on site with social log-in
  • Social log-in triggers sharing
  • Seamless integration”

Unternehmen, und natürlich auch Kultureinrichtungen, die sich auf der ersten Stufe bewegen, laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Ihre Website bezeichnet Owyang auch heute noch als irrelevant (wobei wir hier nicht von denen sprechen, die im Social Web gar nicht aktiv sind).

Welche Wegstrecke haben Kultureinrichtungen hier bereits zurückgelegt? Auf der Grundlage des von der PR-Agentur conosco erstellten Twitter- und Facebook-Rankings deutschsprachiger Museen (Stand September 2010) habe ich mir die Homepages der Top Ten bei Facebook angesehen und herausgefunden: drei Museen befinden sich noch auf Stufe eins (kein Hinweis auf Social Media-Aktivitäten auf der Startseite), sechs Museen auf Stufe zwei (Icons weisen auf die Aktivitäten hin) und einzig die Schirn-Kunsthalle verwendet auf ihrer Homepage ein Facebook Social Plugin, mit dem man direkt auf der Seite ein Facebook-Fan des Museums werden kann.

Nachdem das aber die “Social Media-Elite” im deutschsprachigen Museumsbereich ist, gehe ich davon aus, dass das Ergebnis nicht als repräsentativ anzusehen ist und die Realität noch etwas anderstrüber aussieht. Das ist nicht weiter tragisch, denn vor drei Jahren brauchte es noch gar kein Ranking, weil man schon glücklich war, wenn eine Kultureinrichtung überhaupt irgendwo aktiv war.

Aber wenn sich heute Experten wie Jeremiah Owyang Gedanken über die Entwicklungsstufen sieben und acht machen, dann können wir davon ausgehen, dass wir uns in etwa zwei bis drei Jahren damit beschäftigen werden. Einen ersten Blick in die Zukunft können Sie heute schon werfen, wenn Sie sich die Folien von Jeremiah Owyang anschauen (und sich erste Gedanken darüber machen, wie Ihre nächsten Schritte aussehen werden). Und ich bin schon heute gespannt, wie mein Blogbeitrag in drei Jahren aussehen wird. ;-)

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  1. Dein Eindruck drückt Dich nicht. Ich hatte mir ja auch die Einbindung der Social-Media-Elemente auf der Homepage im Rahmen der Studie angesehen. Dabei ist rausgekommen, dass die Zahl derer, die sie einbinden seit Februar zugenommen hat. Auf die Museen bezogen waren es im Februar nur ein Drittel, im Juli bereits die Hälfte, die die Icons gut sichtbar eingebunden haben. Da ist doch ein positiver Trend zu entdecken.

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  2. @Ulrike Schmid: ja stimmt, sorry, das stand ja in Deiner Studie! :-(

    Ich sehe die Entwicklung auch absolut positiv, allerdings entwickelt sich der Bereich recht schnell, insofern darf man nicht stehenbleiben, wenn man nicht abgehängt werden will.

    Antwort

  3. Ja, es sind immer mehr Theater auf Twitter und Facebook. Dabei werden oft die Möglichkeiten abgeschaltet, was an die Pinnwand zu heften. Und so weit wie die Schirn sind die allerwenigsten. Schade, dass wir als Institution so klein und nicht vso schrecklich relevant sind. Aber unsere website marschiert den Weg konsequent in Richtung Ziel und kommt dem Punkt 8 “gefährlich” nahe … Oder?

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  4. @augustheater: auf der achten Stufe würde ich Euch noch nicht sehen, aber Ihr seid im Theaterbereich sicher die Trendsetter. :-)

    Die Feststellung, dass Ihr so klein seid, finde ich interessant. Die Frage wäre jetzt für mich aber, ob Ihr gerne größer werden wollt oder mit der derzeitigen Größe zufrieden seid? Die unterschiedlichen Ziele lassen sich durch unterschiedliche Strategien erreichen und ich kann mir gut vorstellen, dass Eure Social Media-Aktivitäten eine große Hilfe wären, wenn Ihr einen Wachstumskurs fahren würdet.

    Soll der Status Quo erhalten bleiben, dann sehen die Social Media-Aktivitäten anders aus.

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