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Der beleidigte Internet-Marketer oder schon wieder ein Twitter-Experiment

15 Kommentare

Als Mario Schneider vor einigen Wochen sein “Twitter-Experiment” startete, fand ich seine Idee nicht so wirklich überzeugend, aber gut, jeder kann tun und lassen, was er will. Kurz gesagt folgte er auf Twitter drei Wochen lang niemandem und nur wer ihm trotzdem weiter folgte, in dieser Zeit ein paar Tweets verschickte und das in deutscher Sprache, dem folgte Mario Schneider wieder.

Warum ich solche Aktionen für höchst unsinnig halte, habe ich bereits in einem eigenen Blogpost (Twitterexperiment oder Marketingcoup?) ausführlich begründet. So, nun kommt also der nächste und startet ein Twitter-Experiment:

“Ich habe aktuell bei Twitter über 10.000 deutschsprachige Follower und folge selber etwa genauso vielen bei Twitter. Der Aufbau dieser großen Followerzahl hat eine Menge Arbeit gemacht und bringt auch einiges an Traffic in diesen Blog. Trotzdem habe ich zunehmend den Eindruck, dass meine Tweets nicht ausreichend von Menschen aus meiner Zielgruppe wahrgenommen werden,”

schreibt Jürgen Schnick auf seinem Blog. Das klingt jetzt etwas wehleidig für jemanden, der sich in seinem Twitter-Profil als Internet Marketer bezeichnet. Von sich selbst zu behaupten, wie wichtig einem der Kontakt zu denen sei, die sich für seine (!) Themen interessieren und anderen vorwerfen, sie würden Twitter als Werbeschleuder missverstehen, das finde ich sehr gewagt.

“Am Anfang war es wirklich so, dass mir die Tweets meiner Follower wertvolle Informationen, Linktipps und interessante Neuigkeiten rund um mein Thema, das Bloggen, gebracht haben. Heute beschränkt sich das auf einige wenige Direkt-Nachrichten, den ganzen Rest mit mehreren Hundert Nachrichten pro Tag schaue ich mir kaum noch an.”

Sehr geehrter Herr Schnick, das klingt nicht nur ziemlich überheblich, sondern darüber hinaus auch ein klein wenig unverschämt. Einerseits vermissen Sie in den Tweets Ihrer Follower die Qualität, andererseits beschweren Sie sich über die fehlende Wertschätzung, was impliziert, dass bei Ihnen die Qualität noch stimmt. Und weil Ihnen Qualität so wichtig ist, stellen Sie Ihren Followern auch gleich die Rute ins Fenster, damit sie darauf hoffen dürfen, wieder von Ihnen verfolgt zu werden (nur verfolgt, nicht gelesen, denn Sie lesen die Tweets ja gar nicht). Sie folgen nur denen, die Ihnen in den vier Wochen die Treue halten. Darüber hinaus schreiben Sie:

“Ebenso folge ich dann in vier Wochen nur denen zurück, die in den Letzten vier Wochen mindestens zwei Tweets gepostet haben. So möchte ich erreichen, dass meine Follower interessiert und aktiv sind. Ich denke alles das zusammen sind die bestenVoraussetzung für eine gute Beziehung zu meinenFollowern.”

Lauter Qualitätskriterien, meine Hochachtung. Und noch etwas stört mich: es gibt recht hilfreiche Programme, die einem zeigen, wie das in der Vergangenheit war mit follow, unfollow, konkret, wie oft Sie mir gefolgt sind, bzw. es dann wieder haben bleiben lassen. Auffällig ist, dass Sie genau einen Tag warten, ob Ihnen jemand zurückfolgt (was ich unter anderem am 22. 12.2009 nicht getan habe). Andernfalls verabschieden Sie sich auch sofort wieder. Ich dachte, es geht Ihnen um Qualität? Da spielt es doch gar keine Rolle, ob der andere Ihnen folgt, oder?

Ihre Vorgehensweise erinnert mich etwas an die LehrerInnen meiner Schulzeit. Dass solche Methoden heute noch im Marketing funktionieren, erstaunt mich, aber man lernt ja nie aus. So, nun wünsche ich Ihnen weiter viel Spaß mit Ihrem Twitter-Experiment. Ich folge Ihnen übrigens nicht mehr, weil ich keine Lust habe, mir von Ihnen fehlende Qualität vorwerfen zu lassen und Hausaufgaben machen mag ich auch nicht. Hat mich sehr gefreut…

15 Comments Join the Conversation

  1. Die Bedeutung einer Seite sollte sich nicht an der Zahl der Follower festmachen, sondern an dem Inhalt. Was das Berufsbild eines Internet-Marketinglers ist, habe ich auch noch nicht begriffen (so sehr interessiert hat es mich dann auch nicht). Wenn Internet-Marketing allerdings im Follower-Hording besteht und dann mangelnde Qualität beklagt wird (was auch nicht erstaunlich ist, da man bestimmt andere, followersammelnde Internetmarketinglers um sich geschart hat), dann hat irgendjemand irgendetwas nicht begriffen.

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  2. Haha, diese Experimente immer. Der Grundgedanke, nämlich involvierte Followers zu identifizieren, beschäftigt mich auch seit einiger Zeit. Aber wie Christian schon richtig erwähnt hat, dafür gibt es zahlreiche Tools, etwa zu finden auf http://oneforty.com/

    Mit TweetEffect (http://www.tweeteffect.com) kann man außerdem herausfinden, welcher Tweet sich wie auf das Follower-Verhalten ausgewirkt hat :-) Recht spannende Sache, wenn auch nicht ganz glaubhaft.

    Den Faktor “wer folgt mir aus meiner Zielgruppe” kann man zwar schwer beeinflussen, aber mit ein paar netten #ff oder ähnlichen Aktionen an die relevante Person oder Zielgruppe lässt sich schon mal einiges erreichen.

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  3. Hallo Christian,

    erst einmal herzlichen Dank, dass Ihnen mein “Experiment” einen eigenen Post wert ist, mit so viel Aufmerksamkeit hätte ich gar nicht gerechnet. Ich habe zwar in meinem Blog die Hintergründe dieser Aktion schon versucht, etwas zu erhellen, aber so ganz scheint mir das nicht gelungen zu sein. Daher hier ein neuer Erklärungsversuch:

    Ich bin seit einem 3/4 Jahr bei Twitter und war in der ersten Zeit immer zutiefst davon überzeugt, dass bei Twitter “Viel viel hilft”. Daher habe ich (mit viel händischer Arbeit übrigens) versucht, möglichst viele deutschsprachige Follower zu bekommen. Unterstützt wurde dieses Bestreben durch den Fakt, dass zunehmend mehr Besucher aus meiner Zielgruppe über Twitter den Weg in mein Blog fanden, was mir eine willkommene (weil kostenfreie) Methode zur Trafficerzeugung schien.

    Aber man lernt ja nie aus und inzwischen habe ich mich doch ein wenig intensiver mit den Möglichkeiten des Web 2.0 und Twitter im Speziellen auseinander gesetzt und fühlte mich vom teilweise unerträglichen Spam bei Twitter genervt.

    Daher jetzt dieser Schritt und der Neuansatz, in Zukunft nur noch Menschen zu folgen, mit denen ich mich über die Themen austauschen kann, die ich in meinem Blog bringe. Ob dieses “Experiment” der richtige Weg dahin ist, darüber kann man sicher lange diskutieren.

    Herzliche Grüße Jürgen Schnick

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  4. @Jürgen Schnick: nein sorry, das ist doch alles Mumpitz. Sich über fehlende Qualität beklagen und dann als Qualitätsnachweis zwei Tweets innerhalb von vier Wochen verlangen, das meinen Sie doch nicht im Ernst, oder?

    Dieses Experiment ist kein Experiment, sondern Sie setzen darauf, dass ein hoher Prozentsatz Ihrer Follower gar nicht merkt, dass Sie Ihnen nicht mehr folgen. Unter Umständen bleiben Ihnen nach vier Wochen 5.000 Follower und Sie machen weiter wie bisher. Sie klicken die Leute an und wer Ihnen dann folgt, dem bleiben Sie weiter verbunden. Das heißt, bei Ihnen erhöhen sich Follower und die, denen Sie folgen im Verhältnis 1:1. Allerdings fangen Sie bei den Followern mit 5.000 an, ein “Vorsprung”, der Ihnen bleibt. Nach einer gewissen Zeit wiederholen Sie die Aktion und fangen dann, sagen wir, bei 10.000 an.

    Um die Qualität der empfangenen Tweets zu verbessern, müssten Sie nur denen, deren Tweets Ihnen nicht gefallen, nicht mehr folgen. Das kann man still und leise machen, wozu ein “Experiment”? Damit Sie Aufsehen erregen und ein paar Klicks auf Ihrem Blog generieren? Zumindest verweisen Sie in Ihrem Blogkommentar ganz stolz auf die erhöhten Zugriffszahlen. Aber wahrscheinlich habe ich das ganz falsch verstanden…

    Das heißt, wenn wir uns schon über die Qualität auf Twitter beklagen wollen, dann würde ich sagen, dass da vor allem Sie dazu beitragen. Sie beklagen sich darüber, dass sich niemand für Ihre Tweets interessiert und geben dann zu, dass sie die Nachrichten anderer eigentlich gar nicht mehr lesen. Egoistischer geht es gar nicht mehr, wobei ich nicht behaupten will, dass man Twitter nicht für eigene Zwecke nutzen kann. Aber ich habe mich auch nicht über Andere beschwert…

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  5. Tja, Follower-Hording als Selbstzweck… Herr Schnick ist sicher nicht so naiv wie er tut.

    Ich habe mich schon vor einiger Zeit über die “Autorin” @ElseBuschheuer aufgeregt, als sie im Tagesspiegel stolz verkündete, dass sie nie mehr als 150 Leuten gleichzeitig folgt. Wie ich gerade sehe, folgt sie nunmehr genau einer Person! Für mich ein klarer Fall von Ego-Twittern.

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  6. @Hagen: und genau deshalb stößt mir die Sache so sauer auf. Mir ist auch egal, wenn jemand niemandem oder nur einer Person folgt. Aber sich als Moralapostel hinstellen und sich über die bösen Twitterkollegen beschweren, die Twitter missbrauchen, dagegen habe ich etwas.

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  7. Ihr seid wirklich schräg drauf hier ;-) Ich habe niemals behauptet, dass 2 Tweets pro Woche ein Qualitätsbeweis sind, das ist für mich lediglich ein Massstab dafür, dass jemand noch aktiv bei Twitter ist.

    Warum unterstellen Sie mir “dann machen Sie weiter wie bisher”? Weil das so schön in Ihr Weltbild passt?

    Ich setze nicht darauf, dass der Grossteil meiner Follower nix von der Aktion merkt, ich befürchte, dass das so ist …

    Ich verweise nicht “ganz stolz” auf die erhöhten Besucherzahlen, sondern habe das nur festgestellt, aber passt wohl besser in Ihr Weltbild – ist auch OK.

    Und warum trage “vor allem ich” zur schlechten Qualität auf Twitter bei? Ich informiere meine Follower regelmässig über die aktuellsten News zu den Themen meines Blogs (machen Sie das auch?) ich schreibe 5x die Woche inhaltlich gut gemachte, informative und interessante Posts in meinem Blog, ich spamme niemals, verschicke keine Affiliatelinks (OK ganz selten) aber das wissen Sie ja sicherlich besser, Sie führen ja offensichtlich schriftliches Protokoll mit Datum über meine Online-Aktivitäten LOL.

    Beschwert über andere habe ich mich bisher auch noch nicht, nur genervt gezeigt …

    Aber das solls jetzt auch gewesen sein.

    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass hier in Ihrer kleinen miesepetrigen Welt und BITTE folgen Sie mir nicht bei Twitter ;-))

    Herzliche Grüsse Jürgen Schnick

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  8. o_O Solche Töne kenne ich in diesem Blog ja gar nicht … Ich frage mich immer nur, wie Twitter-Nutzer mit so vielen Abos überhaupt noch Empfangen können — vielleicht bin ich da aber auch nur ein bisschen naiv.

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  9. @Hannes: Ich schaffe es bei meiner Zahl an Followern auch nicht mehr, alle Tweets zu lesen. Deshalb filtere ich die Tweets noch zusätzlich nach Schlagworten, um hier nichts zu verpassen.

    Grundsätzlich bin ich aber der Überzeugung, dass man, so man ein gutes Netzwerk hat, wichtige Infos nicht verpasst, weil sie einen früher oder später über das Netzwerk erreichen. Wichtig ist aber die Qualität des Netzwerks, sonst erreichen einen nicht die richtigen Infos. In meinem Fall kann ich sagen, dass das ziemlich gut funktioniert. Ich muss also kein Experiment starten. ;-)

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  10. @Wolfgang: danke für die Ergänzung. Ich komme schon seit einigen Tagen in den Genuss dieser Vorschläge und bin positiv überrascht. Da sind recht viele brauchbare Vorschläge dabei, ich habe schon etliche von ihnen angeklickt und folge ihnen seitdem.

    Ob die auf Basic Thinking erwähnten Listen die Grundlage dieser Vorschläge sind, bezweifele ich, da ich selbst gar keinen Listen folge und auch keine erstellt habe.

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  11. Hallo!

    Der Titel alleine bringt es schon auf den Punkt (Der beleidigte Internet-Marketer) und wird witzigerweise vom Angesprochenen in seinen Kommentaren bestätigt.

    Der Grund warum ich hier bin: Überrascht stellte ich fest, dass Jürgen Schnick in seinem Blog zwei meiner Kommentare (sachliche Anfragen zu einem Artikel) löschte.

    ( http://www.erfolgs-blogging.de/blogkategorien/bloggen/so-besiegen-sie-die-3-arten-der-schreibblockade/ )

    Ich wollte mehr über ihn wissen und fand diesen Artikel.

    Langsam wird mir nun klar, dass Herr Schnick mit Kritik nur sehr schlecht umgehen kann. Statt seine eigenen Ratschläge zu befolgen (Interesse an seinen Lesern zu zeigen), scheint das für ihn nur zu gelten wenn er positives Feedback bekommt.

    Naja, was soll´s … es gibt auch andere Hilfe-Blogs, wo die Blogger ein bisschen erwachsener reagieren.

    Grüße

    Tom

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  12. Hallo,

    der Grund warum ich hier bin?

    Ich habe nach “Jürgen Schnick” gesucht und fand dann über Google diesen interessanten Artikel. Interessant deshalb, weil der so genannte “Marketingexperte” Jürgen Schnick sehr bald vielleicht überhaupt keine Follower mehr haben wird, falls der Artikel bei den Internetmarketing-Beobachtern stimmt:

    http://internetmarketing-beobachter.de/expertenpositionierung-durch-copy-and-paste/

    Die dort angeführten Beispiele finde ich allerdings sehr beeindruckend!

    Allerdings nimmt Herr Schnick keinerlei Stellung dazu. Vielleicht sollten jetzt alle seine “Follower” beleidigt sein…?

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  13. Hallo, tut mir leid, dass ich diesen Artikel wiederbelebe,
    doch zu Herrn Jürgen Schnick muss ich ebenfalls etwas
    loswerden:

    http://internetmarketing-beobachter.de/expertenpositionierung-durch-copy-and-paste/

    Dieser Artikel stimmt nicht nur, nein, es ist sogar viel schlimmer geworden. Dass
    dieser Kerl einfach nicht aufhört, liegt wohl an seinen Massen an scheinbar sehr
    unwissenden oder eben sehr dummen Followern & Kunden.

    Ich habe mich vor kurzem in seine Email-Liste eingetragen und war schockiert(!),
    welchen Bullshit er mir per Email schickt.

    Da erhält man (zum Zeitpunkt dieses Posts) 4 Ebooks zum Thema Internet-
    Marketing, genauer, wie man Produkte kreiert und so weiter.

    Schockierend ist aber, wenn man diese 4 Ebooks mit denen des “Launch Coaches”
    Dave Navarro vergleicht. Die Webseite ist http://thelaunchcoach.com

    http://s1.directupload.net/file/d/2937/74s66yfr_jpg.htm

    Hier der Vergleich des Titelbildes beider Ebooks.

    Wenn Herr Schnick sich nur im Design daran orientiert hätte – okay. Aber
    er hat offensichtlich lediglich den gesamten Inhalt kopiert und auf deutsch
    übersetzt. Dabei so lieblos, dass es schon wirklich unverschämt ist.

    Ich empfehle niemanden, etwas von Jürgen Schnick zu kaufen, da seine
    Produkte sicher auch geklaut / schlecht übersetzt sind. Jede Wette!

    Liebste Grüße aus dem Schwarzwald

    Barbara S.

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