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Archiv für November 13th, 2007

Geht es der Musikindustrie wirklich so schlecht?

mit 3 Kommentaren

Das Jammern der Musikindustrie kennen wir ja seit längerer Zeit. Der Feind sind die diversen Online-Plattformen, über die illegal Musik geladen wird, was zu ständig sinkenden Verkaufszahlen bei CDs führt. Wie geht es der Musikindustrie aber wirklich?

Chris Anderson hat sich auf The Long Tail mit deren Zustand befasst. Der Titel seines Beitrags „Everything in the music is up! (except those plastic discs)“ nimmt das Ergebnis bereits vorweg.

Während der Verkauf von CDs um 18 Prozent zurückgegangen ist, sind in den anderen Bereichen teilweise stattliche Einnahmenzuwächse zu verzeichnen. So nahm das Geschäft mit den Klingeltönen beispielsweise um 86 Prozent zu, die Konzerteinnahmen stiegen immerhin noch um 4 Prozent.

Der Wechsel Madonnas von einem Musiklabel zu einem Konzertveranstalter ist für Anderson ein Hinweis auf Veränderungen in der Branche.

„Soon a lot of these companies won’t define themselves as record companies,“

zitiert er den früheren Chef von Columbia Records Steve Greenberg, der davon überzeugt ist, dass sich die Unternehmen bald eher als „artist development companies“ verstehen werden.

Der Verkauf einer CD ist vor diesem Hintergrund nicht mehr die einzige Einnahmequelle, ganz im Gegenteil:

„think most music will soon be free, as artists give away the product as marketing for their performances and licensing, and as a celebrity accelerant that creates more opportunities to make money than just from the sale of a record,“

ist sich Anderson sicher. Auch das Argument, dass dies nur ein möglicher Weg für die sogenannten Stars sei, lässt er nicht gelten. Für ihn ist es der einzige Weg, damit sich Newcomer etablieren können.

Eigentlich geht es also vor allen den großen Labels an den Kragen. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Beispiel aus Brasilien, auf das ich auch durch einen Kommentar aufmerksam geworden bin. Die Gruppe Calypso hat keinen Vertrag bei einem der großen Label, sondern vertreibt ihre CDs über Straßenverkäufer. Mehr dazu findet man auf iCommons.

Das Geschäft mit der Musik wird, wenn nicht alles täuscht, immer seltener über den Verkauf von CDs laufen. Interessant ist es in meinen Augen, dass es auch in diesem Fall die „Großen“ der Branche trifft. Ist es wirklich so, dass sie nicht mehr flexibel und beweglich genug sind, auf die Veränderungen im Markt zu reagieren? Und gilt das auch für andere Branchen?

Spannende Zeiten stehen uns bevor, Radiohead ist da nur ein Beispiel.

Geschrieben von Christian Henner-Fehr

13. November 2007 um 6:05

Veröffentlicht in Marketing

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So funktioniert Werbung nicht

ohne Kommentare

Letzte Woche habe ich auf die deutsch-englische Übersetzung des Projektmanagement-Vokabulars hingewiesen. Übertitelt habe ich den Beitrag mit der rhetorisch zu verstehenden Frage „Was heißt Projektstrukurplan auf Englisch?„.

Durchaus originell, wie ich finde, hat Jan Ahlborn als Vertreter eines Projektmanagement-Dienstleisters die Frage in einem Kommentar beantwortet und seinen Namen mit einem Link zur Website des Unternehmens versehen. Wenn er es dabei belassen hätte, würde ich Herrn Ahlborn zu dieser geschickten Art der Werbung gratulieren.

Aber da ist dann noch der zweite Teil des Kommentars und der ist gar nicht mehr so geschickt. Inhaltslose PR-Phrasen, die 1:1 von der Website kopiert worden sind. Wer, glauben Sie, Herr Ahlborn, wird sich dadurch für Ihre Dienstleistungen interessieren? Die Firma Campana & Schott mag ja durchaus ein guter PM-Dienstleister sein. Was das Marketing im Web2.0, und damit auch auf Blogs, angeht, lässt sich meiner Meinung nach noch einiges verbessern. Auf diese Weise möchte ich von einem Unternehmen, das mich als Kunden gewinnen will, nicht angesprochen werden.

Dabei gibt es hier mittlerweile einige Beiträge, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Sie sind herzlich zum Lesen eingeladen, Herr Ahlborn.

Geschrieben von Christian Henner-Fehr

13. November 2007 um 8:36

Veröffentlicht in Marketing