Archiv für Oktober 2nd, 2007
Projekte: Die Gründe für Erfolg und Misserfolg
Eigentlich ist es ja eine komische Situation. Wer mit der Projektarbeit vertraut ist, kennt die Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg des Vorhabens entscheiden. Stefan Hagen hat sich verschiedene Studien dazu angeschaut und in einer Präsentation zusammengefasst. Mehr dazu in seinem Blogbeitrag „Warum Projekte scheitern – oder eben auch nicht„.
Wie gesagt, es ist ja nicht überraschend, dass fehlende Ziele und eine mangelnde Kommunikation zu den Hauptursachen des Misserfolgs zählen. Aber wenn es alle wissen, warum ist es dann trotzdem so? Was ist mit der ganzen Fachliteratur und den zahllosen Seminaren? Was läuft da falsch bzw. was kommt da nicht an? Liegt es an der „Einzigartigkeit“ eines jeden Projektes oder sind wir einfach zu faul? Ich würde es gerne verstehen.
Wann sind MuseumsbesucherInnen zufrieden?
Seine BesucherInnen zufrieden zu stellen, sollte das Ziel jedes Museums sein. Zufriedene BesucherInnen werden das Museum nicht nur weiterempfehlen, sondern hoffentlich auch selbst wieder vorbeischauen. Wann aber sind BesucherInnen zufrieden und welche Faktoren sind dafür ausschlaggebend?
Um das herauszufinden, hat das Wiener Marktforschungsunternehmen Manova 5.500 MuseumsbesucherInnen befragt und die Daten mit Hilfe des Online-Benchmarkingsystems WEBMARK Museen analysiert. „Die Ergebnisse zeigen“, heißt es in der Presseaussendung,
„dass die erlebte Atmosphäre im Museum mit Abstand den größten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit mit dem Museumsbesuch hat.“
Weitere Erfolgsfaktoren sind:
- die Präsentation der Ausstellungsstücke
- die Sauberkeit der Räumlichkeiten
- das Preis-/Leistungsverhältnis
- der Eingangs- und Kassenbereich
Weiter heißt es in der Presseaussendung:
„Bei detaillierter Betrachtung der Erfolgsfaktoren wird deutlich, dass sich die erlebte Atmosphäre im Museum bei älteren sowie einheimischen Museumsbesuchern besonders stark auf die Zufriedenheit mit dem Museumsbesuch auswirkt. Für einheimische Besucher ist die Sonderausstellung überdurchschnittlich wichtig, während für Nächtigungs- und Tagesgäste die ständige Ausstellung von größerer Bedeutung ist. Im Schnitt besuchen rund 45% der Museumsbesucher auch den Museumsshop. Für diese Besucher trägt der Shop stark zur Gesamtzufriedenheit mit dem Museumsaufenthalt bei.“
Das Ergebnis deckt sich mit meinen persönlichen Erlebnissen als Museumsbesucher. Prägende Erlebnisse sind bei mir immer auf die spezielle Atmosphäre in einem Museum zurückzuführen gewesen. Zum Beispiel wird mir ein Besuch des nigerischen Nationalmuseums in der Hauptstadt Niamey wohl für immer in Erinnerung bleiben. Wir waren damals völlig alleine in den Ausstellungsräumen und kamen uns vor wie auf einer Zeitreise ins 19. Jahrhundert.
Bis jetzt arbeiten insgesamt sieben Museen mit WEBMARK Museen und sammeln auf diese Weise wertvolle Erkenntnisse über ihre BesucherInnen. Was alles möglich ist, zeigt das Manova-Blog. In einem Beitrag aus dem letzten Jahr wird zum Beispiel eine Besuchertypologie vorgestellt, die ebenfalls auf der Befragung von MuseumsbesucherInnen basiert.
Jetzt würde mich interessieren, wieviele Museen bereits mit solchen (Online) Management-Informations-Systemen arbeiten.




